Was hat Fireball mit Ullrich-Sport zu tun?

Ulle

Hersteller
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30 Jan. 2007
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Ort
Andernach
Status
Händler
Wenn man diese Geschichte erzählen möchte, muss man an den Anfang der Entstehungsgeschichte von Ullrich-Sport.


2004 haben wir das Unternehmen gegründet. Wir importierten Kickertische aus China. Zu diesem Zeitpunkt haben wir selbst regelmäßig in Kneipen Tischfussball gespielt. Deshalb haben wir schon bei der ersten Ladung festgestellt, dass die Kickertische aus der Massenproduktion nichts taugen. Somit fingen wir an unseren eigenen Tisch zu konstruieren in der Hoffnung, dass der chinesische Produzent diese Ideen auch umsetzt. Leider ging dieses Projekt nur schwerfällig voran, so dass wir immer wieder Ausschau gehalten haben nach einem anderen Produzenten, der in der Lage ist, unsere Wünsche umzusetzen.

Im Jahr 2006 besuchten wir die ISPO. Beim Durchlaufen der Hallen ist uns die Firma ROCK IT SPORTS aufgefallen, da dieser Messestand nicht in der Halle war, wo sich alle chinesische Austeller befanden. Als wir dann die Tische vor Ort getestet haben, war uns sofort klar, dass dieser Hersteller eine wesentliche bessere Qualität bietet, als wir es von China gewohnt waren. Im Gespräch mit dem Chef, merkten wir, dass er sich auch mit dem internationalen Markt gut auskannte. Ihm war unter andrem auch bekannt, dass es Organisationen wie dem ITSF gibt, die große Turniere veranstalten.
Unser neuer Hersteller war gefunden. Kurze Zeit später reisten wir nach China, um dort die Produktion für unseren Tisch Ullrich-Kicker zu starten.
Endlich hatten wir einen Partner gefunden, der sehr interessiert an unseren Ideen war und diese auch umsetzte. Später wussten wir auch warum er so ein großes Interesse zeigte.

Parallel hatten wir zu diesem Zeitpunkt, schon gute Kontakte in der Kickerszene. Unter anderem mit den damals sehr guten Spielern aus dem P4P Lager Thierry Müller und Oktay Mann. Mit ihnen zusammen kam die Idee auf einen neuen Tisch zu konstruieren, der die amerikanischen (Tornado/Shelti usw) und europäischen (Lehmacher, Löwen) Spieleigenschaften verbindet.
Der neue Produzent fand die Idee sehr gut. Also kreierten wir für dieses Projekt ein Logo und einen neuen Namen: Fireball. Diesen Markennamen haben wir uns auch beim Patentamt schützen lassen.
Als der Tisch fertig war haben wir 2008 in Deutschland mit einer kleinen Turnierserie unter dem Namen Kickerkralle in Hamburg im Haus 73 gestartet. Weitere Turniere folgten.
Dako wird sich daran noch erinnern können.

Im Hintergrund hat ROCK IT SPORTS Kontakte mit dem ITSF aufgenommen und ziemlich schnell wurde der Tisch Recognize Table beim ITSF. Dieser Deal wurde gemacht, ohne uns in Kenntnis zu setzen. Uns allen war klar, wir wurden hereingelegt. Bis zur Marktreife durften wir den Tisch begleiten und als er fertig war, hat auch der Produzent das potential des Tisches gesehen und mit der Eigenvermarktung begonnen.
Wir hatten zwar die Markenrechte für Europe und hätten darüber den Produzenten unter Druck setzen können aber zu diesem Zeitpunkt waren wir von ROCK IT SPORTS abhängig, denn unsere ganze Produktpalette von Ullrich-Sport wurde dort produziert, also haben wir es kampflos hingenommen.
Im Nachhinein hatte dieses Erlebnis auch etwas Positives, denn ab diesem Zeitpunkt wussten wir, die Produktion musste von China weg nach Deutschland verlagert werden.

Seit 2010 werden unsere Tische in Deutschland gefertigt und ab 2019 haben wir eine eigene Produktionsstätte in Andernach aufgebaut.
Einige Forenmitglieder haben uns schon vor Ort besucht und durften einen Blick in die Produktion werfen.

2021 hat uns AMAZON angeschrieben und uns das Vendor Programm angeboten. Das bedeutet wir verkaufen unsere Tische direkt an AMAZON.
Jedoch war klar, dass wir das nicht unter den Namen Ullrich-Sport machen möchten.
Also musste ein neuer Name und auch eine neue Produktpalette kreiert werden. Also war es für uns sehr naheliegend, dass wir den Namen FIREBALL noch einmal aufleben lassen, da wir davon immer noch die Markenrecht besitzen.
So ist die neue FIREBALL Serie Made in Germany entstanden.
Das mit AMZON hat letztendlich nicht funktioniert, und wir vermarkten diese Tische selbst.
Somit haben unsere FIREBALL Kicker nichts mit den Tischen aus China zu tun. Wir verwenden nur den gleichen Namen.
 
Hallo, schön mal die hintergründe zu erfahren, 5* dafür. Aber eine Bitte habe ich: Lasst euch nicht von Leo vom Markt verdrägen. Eure Tische sind einfach geil.

LG
 
@ ZweiBandeWeg
Danke für deine motivierende Rückmeldung.
Wenn man sich in er Profiszene umschaut, kann man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass wir demnächst von der Bildfläche verschwinden.
Jedoch kann ich dich beruhigen, wir werden auch weiterhin Kickertische produzieren.
Vor allem für die Menschen, die es sich nicht leisten können über 1000€ für ein Kickertisch zu bezahlen aber trotzdem auf Qualität nicht verzichten möchten.
Eigentlich bedienen wir diesen Markt schon seit 21 Jahren.
Ein guter Kickertisch für schmales Geld war die Grundidee für die Gründung von Ullrich-Sport. Bis jetzt versuchen wir dieses Konzept umzusetzen. Auch wenn es nicht immer leicht ist und auch wir im Laufe der Jahre unsere Preise anpassen mussten.
Damals gab es noch den Home für 299€. Dieser kam aus China. Jetzt kostet das Home Modell 499€ wird aber in Andernach produziert.
Also immer noch ein fairer Preis, wie ich finde.
Das wir irgendwann mal in die Profiszene vorgestoßen sind, lag eigentlich an unserem Erfolg, den wir mit dem Ullrich-Home hatten, da dieser auch dort immer bekannter wurde, durch seine guten Spieleigenschaften. So ist es auch dazu gekommen, dass die Landesmeisterschaft in RLP auf unsere Home Modellen, die damlas 349€ gekostet haben, gespielt wurden. Heute nicht mehr vorstellbar.
Das war schon eine schöne Zeit.
Ab 2010 kamen wir dann mit dem P4P Tournamnet auf dem Markt, der dann schon mit dem Vorstand von P4P zusammen konzipiert und auf deren Ansprüche abgestimmt wurde.
In der Anfangszeit hatten wir definitiv eine sehr starke Präsenz im Profibereich. Aktuell kennen uns die neuen jungen Spieler nicht mehr.
Für uns ist das soweit in Ordnung, da der Markt in Deutschland für 2 Tischfussballhersteller genug Platz bietet.
Nichtsdestotrotz werden wir dieses Jahr einen Vorstoß in einen absolut neuen Markt wagen, der mit Kickern nichts mehr zu tun hat.
Wir haben 2 Jahre an diesem Projekt gearbeitet und sind sehr gespannt ob wir uns dort auch etablieren können.
Den Forenmitgliedern die uns letzte Jahr besucht haben, wurde das neue Projekt schon vorgestellt. Wenn die Homepage fertig ist, kann ich gerne bei Interesse, euch informieren.
 
Spannend.
Ich finde beide Hersteller haben ihre Daseinsberechtigung und auch absolut ihren Markt.
So richtig stehen sie meines Erachtens nicht in Konkurrenz. Es gibt einfach viele die auf den einen oder den anderen Hersteller schwören.

Da die Turnierszene eher in Richtung Leo kippt, wird der Ullrich bei Turnier Spielern seltener bevorzugt. Nichts desto trotz kann man mit einem günstigen Ullrich bis zu einem gewissen Level für Leo Turniere trainieren. Für die top zwanzig (ne nach Turniergröße) sollte man dann aber auch den Tisch Zuhause haben, der auf dem Turnier gespielt wird.

Auf der anderen Seite wird im Hobby Bereich oder bei Firmen mit Branding usw dann eher zu Ullrichs gegriffen. Da teilt sich der Markt nach meinem Verständnis recht friedlich auf.

Ich mag sie beide.

Gestern stand ich das erste Mal an einem nagelneuen Leo pro Tournament mit neuem Spielfeld und muss sagen, das ist schon ein ziemliches Sahnestück! Ich dachte nicht, dass der Unterschied zu unserem 13 Jahre alten Vereins Tournament so gravierend ist. Und normalerweise bin ich was Material angeht recht schmerzfrei.

Aber alles was ich am Leo auf die Platte bringe, kriege ich auch bei einem Ullrich umgesetzt. Ich erinnere mich gut an meinen Basic erster Baureihe, den ich mit viel Versteifung und Gewicht auf 120kg gebracht hab und der sich wie ein Turniertisch gespielt hat. Das Teil war auch ziemlich geil, wenn es auch keinen Schönheitspreis gewonnen hat.
 
Ja hat jeder Tisch seine Vor und Nachteile.

Wie du sagst Etienne .. beide haben ihre Daseins Berechtigung.
Auf Turnieren komm ich auf den Ulles auch immer ganz gut klar.
Banden von hinten raus, gehen um einiges einfacher, warum auch immer 🤔

Und die Stangen flutschen meist besser.

Was ich dagegen hasse sind die zerbrechlichen Figuren und die Splinte.
Ne Leo Figur ist mir tatsächlich noch nie zerbrochen.

Die kopflosen Ullrich Figuren sind aber weit verbreitet.

Und irgendwie tut es mir weh mitm Hammer zu splinten/entsplinten. Das ist irgendwie nicht professionell gelöst :-)

Für euren neuen Zwei drück ich Euch die Daumen @Ulle

Danke für den Einblick letztes Jahr. Das ist schon spannend.
 
Kaputte Figuren sind natürlich nervig, aber ich finde gerade die Splinte gut. Mich nerven geschraubte Figuren unheimlich.
 
Ja, Splinte finden wir auch besser. Aber wir werden dieses Jahr auf verschraubte Figuren übergehen. Die Kunden haben große Probleme beim Splinten. Auch gehen wir das Thema "kopflose Figuren" an.
Das Problem Kopflose Figuren könntet ihr eventuell lösen, indem ihr auf den Mold von den Beastfiguren den normalen Ullrich kopf ohne den dünnen Hals setzt. Natürlich trotzdem mit dem weitaus besseren Fuß der normalen Ullrichfigur. Nur mein Vorschlag.
 
Kopflose Figuren sind hier schon lange nimmer passiert
Kaputte Figuren sind natürlich nervig, aber ich finde gerade die Splinte gut. Mich nerven geschraubte Figuren unheimlich.
Schraubfiguren sitzen einfach nicht so stramm auf der Stange, ein Grund warum ich den Leo Tisch nicht so mag.
Das Figurenfeedback ist halt echt mittelmaesig am Leo, kein Vergleich zu Figuren mit Spannstift.
Kopflose Figuren hatten wir auch schon lange nicht mehr. Muss wohl ne schlechte Charge gewesen sein, die immer noch "nachhallt"
 
"Nichtsdestotrotz werden wir dieses Jahr einen Vorstoß in einen absolut neuen Markt wagen, der mit Kickern nichts mehr zu tun hat."

Würde mich natürlich sehr interessieren worum es geht!

Hoffe auf Infos hier!
 
Kopflose Figuren hatten wir in einem Jahr 2 Stück. Mittagspausesnkicker in der Firma, Home mit ungewichteten normalen Figuren. Witzigerweise beides mal auf der schwarzen Zweierreihe und es ist beim Schuss der Kopf abgefallen, deren Figur nicht "am Ball" war.
 
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