DTFB Änderungen 2021

JuilZ

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Hallo zusammen,

am letztem Wochenende war unsere Mitgliederversammlung und ich würde euch gerne über die wesentlichen Änderungen informieren.

Neue Logos und neue Corporate Identity
Wie ihr bereits gesehen habt, arbeiten wir gerade an unserer Außendarstellung. Hierzu haben wir ein neues DTFB Logo entwickelt, welches Ihr schon auf Facebook und auf unserer Webseite sehen könnt. Mit einer Logoänderung ist es aber nicht getan. Wir arbeiten gerade an einer neuen Webseite, an unseren Dokumenten, Präsentationen und den weiteren Logos in unseren Strukturen.
Das DTFL Logo wird ebenfalls überarbeitet und wird in den nächsten 1-2 Wochen veröffentlicht. Wer sich also ein neue Bundesligatrikots machen möchte, sollte auf das neue Logo waten :). Wir zwingen niemanden dazu Ihre Trikots mit dem alten Logo sofort zu entsorgen, es wird eine Karenzzeit geben in der die Mannschaften mit dem alten oder neuen Logo auf dem Trikot auflaufen dürfen. Nähere Infos folgen mit der Veröffentlichung des neuen DTFL Logos.

DTFJ
Die DTFJ wächst. Die DTFJ ist nachdem Wochenende ein eigener Verein (im Verein) und wir konnten viele Menschen für verschiedenste Funktionen gewinnen. Ich habe große Hoffnung, dass das Konstrukt DTFJ so auf stabilen Füßen steht und in Zukunft noch mehr Dinge bewegen wird.

Spiellizenzen & Meldewesen
Mit dem Jahr 2021 wird ein mehrstufiges Lizenzmodell eingeführt. Für genaue Details könnt ihr euch unsere Powerpoint Präsentation anschauen.
https://dtfb.de/images/Kompetenzteam/DTFB_Meldewesen.pdf

Kurz zusammengefasst ändert sich für 2021 folgendes:
  • LV´s und korporative Mitglieder haben die Möglichkeit "Basis Mitglieder" (gratis) an uns zu melden
  • Spieler die an der Bundesliga oder an ITSF Turnieren Teilnehmen, benötigen eine A-Lizenz des DTFB. Diese kann in 2021 auf den Events für 10€ erworben werden und gilt für die gesamte Saison.

Bundesliga
In unserem DTFL Team, bestehend aus Mitgliedern des Vorstandes und des Kompetenzteam Sport, haben wir ein Konzept für die Bundesliga 2021/22 erarbeitet. Aus unserer Präsidentenrunde kam positives Feedback und der Wunsch für ein Alternativszenario, welches wir in unserem Team noch einmal erarbeiten werden und in der nächsten Online-Präsidentenrunde vorstellen werden. Die finale Entscheidung über die Bundesliga wird wahrscheinlich in der nächsten Präsidentenrunde gefällt.
Wir möchten euch trotzdem die Möglichkeit geben etwas hinter die Kulissen zu schauen und laden die Powerpoint Präsentation zur Bundesliga hoch.
https://dtfb.de/images/Kompetenzteam/DTFB_Bundesligaplanung.pdf

Kurz zusammengefasst des vom DTFL erstellten Konzept:
  • Ligasystem mit 1. / 2. / 3. Bundesliga + Regionalliga für die Herren und 1. und 2. Bundesliga für die Damen.
  • Jeder gegen Jeden
  • gleicher Modus in der Vorrunde

Kurz zusammengefasst - Alternativszeanrios auf Basis unseres Konzeptes:
  • Liga Struktur 16/16/16
  • Zusätzlicher Playoff Spieltag an einem Samstag

Wir informieren natürlich, sobald es eine finale Entscheidung gibt.

7+3 / 8+2
Auf der Mitgliederversammlung wurde zur Unterstützung der Strukturentwicklung eine Restriktion bei der Bundesliga eingeführt.

Ab der Saison 2021 gilt folgende Regel:
Es dürfen pro Begegnung maximal 3 Spieler*innen eingesetzt werden, die nicht mind. ein Jahr Ihren 1. und ständigen Wohnsitz in Deutschland haben oder nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Ab der Saison 2022 gilt folgende Regel:
Es dürfen pro Begegnung maximal 2 Spieler*innen eingesetzt werden, die nicht mind. ein Jahr Ihren 1. und ständigen Wohnsitz in Deutschland haben oder nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Überblick über die kommenden Änderungen geben.

Viele Grüße Julian
 

watchme

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Auf der Mitgliederversammlung wurde zur Unterstützung der Strukturentwicklung eine Restriktion bei der Bundesliga eingeführt.
[...] die nicht mind. ein Jahr Ihren 1. und ständigen Wohnsitz in Deutschland haben oder nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Da drängen sich mir zwei Fragen auf:
a) Welche Strukturentwicklung sieht der DTFB durch die Ausländer gefährdet?
b) Wie wird denn in letzter Konsequenz überprüft ob jemand die deutsche Staatsbürgerschaft / seinen ersten und ständigen Wohnsitz in Deutschland hat?
 

watchme

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oh, und eine dritte Frage fällt mir gerade noch ein:
Inwiefern gilt "Ausländer" auch für Europäische Staaten?
 

Sir_Henri

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Moin DTFB-Team,

aus meiner Sicht steht die Beschränkung auf den Wohnsitz auch auf ganz ganz dünnem Eis:
Art. 18 AEUV (ex-Artikel 12 EGV) sagt:
"Unbeschadet besonderer Bestimmungen der Verträge ist in ihrem Anwendungsbereich jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit verboten."

In diesem Fall wird zwar nicht direkt aufgrund der Staatsangehörigkeit diskriminiert, aus meiner Sicht jedoch indirekt:
"Diskriminierungen wegen der Staatsangehörigkeit sind verboten: Art. 18 AEUV verlangt (zumindest) die Gleichbehandlung aller Unionsbürger mit Inländern. Verboten ist auch die versteckte Diskriminierung (Anknüpfung an Herkunft, Wohnort, Sprache). Das Europäische Parlament und der Rat dürfen gemäß dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren (Art.289 AEUV) Regelungen für das Verbot solcher Diskriminierungen treffen. Ungleichbehandlungen von Inländern und fremden Unionsbürgern sind dann nicht als verbotene Diskriminierungen einzuordnen, wenn ein sachlicher Grund besteht und die Ungleichbehandlung verhältnismäßig ist. (Quelle: https://www.jura.uni-frankfurt.de/43679976.pdf)

Hier noch eine weitere Ausführung zur Diskriminerung im Sinne des Art. 18 AEUV:
"Beim Diskriminierungsverbot unterscheidet man zwischen offenen und versteckten Diskriminierungen. Offene Diskriminierungen sind dabei solche, die ausdrücklich auf die Staatsangehörigkeit als Entscheidungskriterium abstellen. Versteckte Diskriminierungen sind dagegen solche, die zwar nicht ausdrücklich auf die Staatsangehörigkeit abstellen, jedoch in aller Regel nur Inländer oder Ausländer betreffen." (Quelle: https://www.rhein-neckar.ihk24.de/i...rprise-europe/eu-recht/grundfreiheiten-948562)
Dass von der neuen Regel nur Ausländer betroffen sind, steht in der Begründung des DTFB sogar niedergeschrieben.

Der vom DTFB in einer Nachricht an die Vereine genannte "sachliche" Grund lautet:
"Die Bundesliga ist die attraktivste Tischfussball-Liga der Welt. Wie Ihr unseren Folien zur Planung entnehmen könnt, betreiben wir die Bundesliga primär um unsere Strukturen zu fördern. Hierfür ist es essenziell, dass die Vereine, Mannschaften und Spieler*innen auch in unseren Strukturen aktiv sind. In den letzten Jahren geht die Entwicklung leider in eine andere Richtung."

Die Sachlichkeit des Grunds ist meiner Ansicht nach nicht gegeben. Hier wird unterstellt, dass ein nicht in Deutschland wohnender EU-Bürger, zum Beispiel ein Niederländer, nicht in den Strukturen des DTFBs aktiv ist, bzw. sein kann und es ausgeschlossen ist, dass dieser die Strukturen fördert. Das deutsche Vereinsrecht sagt jedoch ganz klar:

"Vereins­recht­lich sind auslän­di­sche Bürge­rinnen und Bürger deut­schen Staats­an­ge­hö­rigen nahezu gleich­ge­stellt.
Die völlige Gleich­stel­lung gilt für Bürge­rinnen und Bürger aus EU-Mitglied­staaten. Sie können sich unein­ge­schränkt auf allen Ebenen deut­scher Vereine enga­gieren und zwar ohne weitere Einschrän­kungen. Sie benö­tigen noch nicht einmal einen Wohn­sitz auf deut­schem Gebiet, weder als Mitglieder, noch als Gründer noch als Vorstand eines Vereins nach deut­schem Recht." (Quelle: https://www.buergergesellschaft.de/...laendische-buerger-im-deutschen-vereinswesen/; auf Basis von: Christoph Hüttig: Arbeit im Verein. Vereinsgründung, Rechtsgrundlagen und Leitprinzipien demokratischer Vereinsführung. Bonn 2016)

Hier muss aus meiner Sicht von DTFL/DTFB deutlich mehr kommen, um Beschränkungen aufgrund des Wohnortes zu begründen.

Um nicht nur zu kritisieren, sondern auch Denkanstöße zu geben:

In einigen Sportligen gibt es für die Ausländerregelungen ein "Gentlemen’s Agreement". Das heißt, man einigt sich freiwillig (z. B. zur Nachwuchsförderung), den Einsatz von Ausländern bzw. nicht in Deutschland ausgebildeten Spielern zu begrenzen. So wird es meiner Ansicht nach oft im Basketball (BBL), Eishockey (ich glaube Bayernliga) und American Football praktiziert.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Aktivität in der Bundesliga explizit an Aktivitäten im Verband (z. B. Teilnahmen DTFB-Turniere oder Landesligen) zu koppeln.

Beste Grüße
Henri
 

Tex-Hex

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Du meinst eine solche offizielle Regelung ist heikel, weil man es als diskriminierend auslegen kann, aber als Gentlemen's Agreement wäre es ok? Wie die Meinungen bei sowas doch auseinandergehen können. Ein Gentlemen's Agreement fände ich deutlich schlimmer. Das hört sich doch direkt an wie: "Offiziell gibt es bei uns keine Einschränkungen für Ausländer, aber insgeheim achten wir schon drauf, dass nicht zu viele bei uns mitspielen". Furchtbar!

Da finde ich eine offizielle Regel deutlich besser. Glaube auch kaum, dass das rechtlich so heikel ist. Weiß jedenfalls, dass es im Tischtennis seit Jahrzehnten Ausländerquoten gibt. Einschließlich (aber nicht ausschließlich) für die Bundesliga.

Kann mir auch nicht vorstellen, dass sich da jemand ernsthaft diskriminiert fühlt. Wenn ich eine Liga in den Niederlanden mitspielen wollte, die mir aber sagen "Sorry, nur für Einheimische", dann würde ich nicht im Traum drauf kommen, mir diskriminiert vorzukommen. Ist doch deren Liga, die sie so offen oder restriktiv gestalten können, wie sie wollen. Bei uns das gleiche. Heißt schließlich DTFL und nicht ITFL.
 

Sir_Henri

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Tex-Hex schrieb:
Du meinst eine solche offizielle Regelung ist heikel, weil man es als diskriminierend auslegen kann, aber als Gentlemen's Agreement wäre es ok? Wie die Meinungen bei sowas doch auseinandergehen können. Ein Gentlemen's Agreement fände ich deutlich schlimmer. Das hört sich doch direkt an wie: "Offiziell gibt es bei uns keine Einschränkungen für Ausländer, aber insgeheim achten wir schon drauf, dass nicht zu viele bei uns mitspielen". Furchtbar!

Da finde ich eine offizielle Regel deutlich besser. Glaube auch kaum, dass das rechtlich so heikel ist. Weiß jedenfalls, dass es im Tischtennis seit Jahrzehnten Ausländerquoten gibt. Einschließlich (aber nicht ausschließlich) für die Bundesliga.

Kann mir auch nicht vorstellen, dass sich da jemand ernsthaft diskriminiert fühlt. Wenn ich eine Liga in den Niederlanden mitspielen wollte, die mir aber sagen "Sorry, nur für Einheimische", dann würde ich nicht im Traum drauf kommen, mir diskriminiert vorzukommen. Ist doch deren Liga, die sie so offen oder restriktiv gestalten können, wie sie wollen. Bei uns das gleiche. Heißt schließlich DTFL und nicht ITFL.

Das ist aber sehr gefährliches Halbwissen, mit dem du hier jonglierst. Die Tischtennis-Bundesliga hat die von dir genannte Ausländerquote bereits im Jahr 2002 EU-Konform angepasst.

"Beim 13. Hauptausschuss des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) in Frankfurt am Main haben die Delegierten der Verbände, der ständigen Ausschüsse und die Mitglieder des Präsidiums des DTTB eine neue Regelung über die Spielberechtigung von Ausländern verabschiedet. In allen Spielklassen sind in der kommenden Saison 2003/04 Spieler aus Staaten, deren TT-Verbände Mitglied in der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU) sind, deutschen Spielern gleichgestellt." (Quelle: https://www.tischtennis.de/news/hau...pielberechtigung-und-lizenzspielerstatut.html)

Siehe auch Spielordnung der Tischtennis-Bundesliga 2020, Abschnitt 6.1. Dort wird nur noch zwischen europäischen und außereuropäischen Spielern unterschieden.

"Ein europäischer Spieler ist, wer die Staatsangehörigkeit eines Vollmitgliedes der EU oder eines assoziierten Staates der EU oder eines Staates besitzt, dessen Tischtennis-Verband Mitglied der ETTU ist, oder wer bisher noch für keinen ausländischen Verband/ Verein eine Spielberechtigung besessen hat. Alle
anderen Spieler sind außereuropäische Spieler." (Quelle: http://download.ttbl.de/Ordnungen/TTBL-Spielordnung_2020-21.pdf)

edit: In den unteren Klassen des Tischtennis scheint es mindestens genauso oder sogar noch weniger beschränkt gehandhabt zu werden. Hier ein Auszug aus der Spielordnung des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes von 2019(WTTV):

Bei allen weiterführenden Veranstaltungen für Vereinsmannschaften ist die Einsatzberechtigung auf einen
Ausländer pro Mannschaft beschränkt. Die Mitgliedsverbände dürfen in den unteren Spielklassen gemäß WO
A 1 den gleichzeitigen Einsatz von mehr als nur einem Ausländer zulassen.
Spieler ohne deutsche Staatsangehörigkeit gelten in allen Spielklassen hinsichtlich ihrer Einsatzberechtigung
dann nicht als Ausländer, wenn sie
• bisher noch für keinen ausländischen Verein/Verband eine Spielberechtigung besessen haben (gleichgestellter Ausländer = gA),
• am 1. Januar der Spielzeit der weiterführenden Veranstaltung das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet und
ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben (gleichgestellter Ausländer = gA) oder
die Staatsangehörigkeit eines Vollmitglieds der EU oder eines assoziierten Staates der EU oder eines
Staates besitzen, dessen Tischtennis-Verband Mitglied der ETTU ist (europäischer Ausländer = eA).


(Quelle: https://nrw-tischtennis.de/wp-content/uploads/2019/07/WO2019-07-01.pdf)

Vielleicht hast du ja nochmal konkrete Belege für Sportligen, in denen es tatsächlich so gehandhabt wird, dass Bürger aus anderen EU-Mitgliedsstaaten ausgeschlossen bzw. beschränkt werden.

Ich glaube, dir ist der Sinn der europäischen Union nicht ganz bewusst. Es geht darum Grenzen abzubauen und nicht hochzuziehen. Dass grundsätzlich nicht von Diskriminierung betroffene Menschen bei der Definition von Diskriminierung von sich auf andere schließen, ist übrigens der Kern des Problems.

LG
 

Tex-Hex

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Ich kannte es vom TT von meiner aktiven Zeit von früher so und hatte kurz auf Wikipedia geguckt, ob es immer noch so ist. Im Artikel zur Bundesliga stand als letzter Punkt zum Thema Internationalisierung: "Ab 1993/94 dürfen in einer Sechsermannschaft maximal zwei Ausländer mitwirken, davon muss jedoch mindestens einer EG-Ausländer sein."
https://de.wikipedia.org/wiki/Tischtennis-Bundesliga#Internationalisierung
Wenn sich das danach noch geändert hat und der Wiki Artikel nicht aktuell ist, dann hast du Recht, my bad.

Sir_Henri schrieb:
Ich glaube, dir ist der Sinn der europäischen Union nicht ganz bewusst. Es geht darum Grenzen abzubauen und nicht hochzuziehen. Dass grundsätzlich nicht von Diskriminierung betroffene Menschen bei der Definition von Diskriminierung von sich auf andere schließen, ist übrigens der Kern des Problems.

Also entschuldige bitte, aber das ist doch ziemlich übers Ziel hinausgeschossen, oder? Ein Niederländer dürfte sich diskriminiert vorkommen, wenn er bald nicht mehr in einem (fast) kompletten Niederländer Team in der deutschen BuLi antreten darf? Und ich als Deutscher darf das Beispiel nicht umdrehen, weil ich ja grundsätzlich nicht von Diskriminierung betroffen bin?
Wie ist das denn überhaupt mit der deutschen Meisterschaft? Widerspricht das nicht vollkommen dem Sinn der Europäischen Union?!

LG
 

Sir_Henri

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Tex-Hex schrieb:
Also entschuldige bitte, aber das ist doch ziemlich übers Ziel hinausgestochen, oder? Ein Niederländer dürfte sich diskriminiert vorkommen, wenn er bald nicht mehr in einem (fast) kompletten Niederländer Team in der deutschen BuLi antreten darf? Und ich als Deutscher darf das Beispiel nicht umdrehen, weil ich ja grundsätzlich nicht von Diskriminierung betroffen bin?
Wie ist das denn überhaupt mit der deutschen Meisterschaft? Widerspricht das nicht vollkommen dem Sinn der Europäischen Union?!

Aus meiner Sicht könnte sich ein EU-Bürger diskriminiert fühlen, weil er aufgrund seines Wohnortes bzw. seiner Staatsangehörigkeit anders behandelt wird als ein Inländer. Liegt doch völlig auf der Hand. Beispiel Disco: "Sorry, aber hier sind 40 Ausländer (20 x 2, analog zur vom DTFB veröffentlichten Regel, am Beispiel 1. Bundesliga) drin. Bei einem 41. sehen wir leider die Struktur des Nachtlebens in Deutschland gefährdet."

Was du einsehen musst: Es geht hier doch gar nicht um deine Meinung, sondern um Recht und Gesetz. Deine Sicht auf die Dinge respektiere ich voll und ganz und kann auch bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Vielleicht schwelgst du auch noch ein bisschen in der "guten alten" Vergangenheit, was auch voll okay ist. Aber wir leben in 2020 mit offenen Grenzen, regem, teils digitalem Austausch ganz gleich welcher Herkunft. Ich finde, das Ziel des Sports und auch des DTFBs sollte sein, Grenzen im Sport abzubauen. Ich persönlich freue mich, auf der Bundesliga viele Sportler unterschiedlicher Herkunft zu sehen und gegen sie anzutreten.

Darüber hinaus respektiere ich die Gesetze der EU und halte sie für richtig. Mindestens Ersteres sollte der DTFB meiner Meinung nach auch tun.

LG :)
 

Tex-Hex

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Entschuldige, aber jetzt platzt mir ein wenig die Hutschnur. Ich schwelge mit Sicherheit nicht in irgendeiner guten alten Zeit. Ich lasse mir hier keine Antipathie gegen Leute von außerhalb oder Ähnliches andichten. In jede Disco soll natürlich rein wer will, völlig egal wer.
Ich freue mich auch auf jedes ITSF Turnier und da viele Sportler unterschiedlicher Herkunft zu sehen und gegen sie anzutreten. Dafür sind ITSF Turniere ja auch da. Nur als Beispiel. Gibt ja im Tischfussball zum Glück viele offene Events, wo jeder antreten kann, der will.
Aber es ist halt auch vollkommen ok, wenn es auch sportliche Events gibt, die man lokal begrenzen möchte bzw. wo man lieber die eigenen Verbandsmitglieder fördern will. Die NRW Liga ist für Vereine aus NRW, die deutsche Meisterschaft ist für Spieler aus Deutschland. Und bei der BuLi kann man sich halt drüber streiten, ob die nun irgendwie reguliert werden sollte, um vermehrt die eigenen Spieler zu fördern. Aber in jedem Fall dürfte man es meiner Meinung nach. Und zwar ohne dass einem irgendwelche Tendenzen angedichtet werden, man würde andere anders behandeln. Das hat doch nichts mit der Europäischen Union oder was-auch-immer zu tun.
 

Sir_Henri

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Tex-Hex schrieb:
Entschuldige, aber jetzt platzt mir ein wenig die Hutschnur. Ich schwelge mit Sicherheit nicht in irgendeiner guten alten Zeit. Ich lasse mir hier keine Antipathie gegen Leute von außerhalb oder Ähnliches andichten. In jede Disco soll natürlich rein wer will, völlig egal wer.


Sorry, ich wollte dir keine Tendenzen oder ähnliches andichten. Entschuldige, wenn das so rübergekommen ist. Aber in die Disco soll jeder rein und in die Bundesliga nicht?

Tex-Hex schrieb:
Ich freue mich auch auf jedes ITSF Turnier und da viele Sportler unterschiedlicher Herkunft zu sehen und gegen sie anzutreten. Dafür sind ITSF Turniere ja auch da. Nur als Beispiel. Gibt ja im Tischfussball zum Glück viele offene Events, wo jeder antreten kann, der will.
Aber es ist halt auch vollkommen ok, wenn es auch sportliche Events gibt, die man lokal begrenzen möchte bzw. wo man lieber die eigenen Verbandsmitglieder fördern will. Die NRW Liga ist für Vereine aus NRW, die deutsche Meisterschaft ist für Spieler aus Deutschland.

Ich habe aber halt immer noch kein stichhaltiges Argument von dir gehört. Beispiel "Die NRW Liga ist für Vereine aus NRW." Das ist vollkommen richtig. Die Bundesliga ist auch für Vereine aus Deutschland. Jedoch heißt es nicht, nur weil die Vereine aus NRW bzw. Deutschland kommen, dass die Spieler auch daher kommen. Denn jeder EU-Bürger kann Mitglied und sogar Vorstand eines deutschen Vereins werden, ganz gleich ob diese Person in Rotterdam oder Köln wohnt. Ich hab auch nie gesagt, dass jetzt holländische Vereine in der Bundesliga spielen sollen. Deutsche Vereine, deren Mitglieder jedoch nicht ausschließlich aus Deutschland kommen, hingegen schon. Das ist deren gutes Recht!

Tex-Hex schrieb:
Und bei der BuLi kann man sich halt drüber streiten, ob die nun irgendwie reguliert werden sollte, um vermehrt die eigenen Spieler zu fördern. Aber in jedem Fall dürfte man es meiner Meinung nach. Und zwar ohne dass einem irgendwelche Tendenzen angedichtet werden, man würde andere anders behandeln.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie es die "eigenen" Spieler mehr fördert, wenn in der Bundesliga weniger Konkurrenz durch weniger Ausländer herrscht – insbesondere wenn wir Richtung Spitzensport-Förderung gehen und nur die sollte hier zählen, denn die Bundesliga ist nicht dafür da, damit der Breitensportler Erfahrung sammeln kann. Das sollte in den regionalen Ligen stattfinden.


Tex-Hex schrieb:
Das hat doch nichts mit der Europäischen Union oder was-auch-immer zu tun.

Oh doch, das hat es. Denn die Richtlinien aus dem AEU-Vertrag sind auch für Deutschland und damit den DTFB binden. Da kannst du gern eine andere Meinung haben, ist aber so. Was glaubst du denn, warum beim BVB Haaland, Sancho, Witsel, Bürki und Hazard gleichzeitig auf dem Platz stehen dürfen? Ich gebe dir einen Tipp: Es hat mit der Europäischen Union zu tun ... auch wenn sich das Bosman-Urteil in diesem Fall nicht auf eine Amateur- und Freizeitliga anwenden lässt.
 

Tex-Hex

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Ich kann deine Argumente nachvollziehen. Ich möchte nur noch kurz auf folgeneden Absatz eingehen, dann lasse ich das Thema ruhen.

Sir_Henri schrieb:
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie es die "eigenen" Spieler mehr fördert, wenn in der Bundesliga weniger Konkurrenz durch weniger Ausländer herrscht – insbesondere wenn wir Richtung Spitzensport-Förderung gehen und nur die sollte hier zählen, denn die Bundesliga ist nicht dafür da, damit der Breitensportler Erfahrung sammeln kann. Das sollte in den regionalen Ligen stattfinden.

Tatsächlich fängt es schon an, dass in den regionalen Ligen genau das Gleiche passiert. In der höchsten Spielklasse in NRW, der Landesliga, gibt es zehn Mannschaften. Eine davon besteht fast nur aus niederländischen Spitzenspielern, die sich einen Spaß daraus machen, ein paar Sonntagsausflüge im Jahr nach NRW zu machen, um da mit den anderen Top Mannschaften aus NRW um die Krone zu spielen. Mag für alle Beteiligten lustig sein, heißt aber gleichzeitig, dass ein Platz weniger (=10%) für aufstrebende Mannschaften zur Verfügung steht, die wirklich in NRW beheimatet sind. Einige Luxemburger Nationalspieler hatten für 2020 auch schon Interesse bekundet, bevor die Saison dann abgesagt wurde. Für 'echte' NRW Teams wird der Platz dann schon enger.

Aber auch im BuLi Umfeld blockiert nun mal jedes Team, was überwiegend aus ausländischen Spitzenspielern besteht, ein anderes potenzielles Team. Und dann einfach sagen "egal, geht ja nicht um Breitensport hier, sondern Spitzensport" ist schon mit Vorsicht zu genießen. Die Übergänge zwischen Breitensport und Spitzensport sind fließend und das Niveau ist mittlerweile so hoch, dass auch in der zweiten Liga gute Leute, insbesondere auch vielversprechende Talente, spielen. In der letzten BuLi Aufstiegsrunde hat ein Team fast die komplette italienische Nationalmannschaft angeheuert und es hat trotzdem nicht für den Aufstieg in die zweite Liga gereicht. Daran kann man schon sehen, wie hoch auch unterhalb der zweiten Liga das Niveau ist. Da kämpfen motivierte, vielversprechende Spieler um den Aufstieg. Da dann zu sagen: "Für euch ist halt kein Platz. Egal, die Top Leute haben sich jetzt schon dran gewöhnt, die deutsche BuLi mit der Champions-League zu verwechseln und wir wollen unser Top-Niveau in der Spitze halten" ist halt für diejenigen auch nicht so prickelnd. Ebenso für die Zweitliga Teams, die den Aufstieg in die erste Liga dadurch verpassen.
 

Sir_Henri

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Danke für deinen Beitrag, ich kann deine Argumente auf jeden Fall nachvollziehen, auch das mit dem "Platzwegnehmen" und ich finde "zusammengekaufte" Mannschaften in der Aufstiegsrunde (Ich bin selbst in der Aufstiegsrunde gegen Boofken raus und war letztes Jahr als Zuschauer zugegen, als Bielefeld gespielt hat) auch fragwürdig. Hier sollten die Spieler spielen, die auch in der Landesliga die jeweiligen Aufstiegsplätze erkämpft haben und es sollte nicht anschließend die ganze Mannschaft ausgetauscht werden. Völlig richtig!

Ein kurzer Exkurs zur NRW-Liga:

Tex-Hex schrieb:
In der höchsten Spielklasse in NRW, der Landesliga, gibt es zehn Mannschaften. Eine davon besteht fast nur aus niederländischen Spitzenspielern, die sich einen Spaß daraus machen, ein paar Sonntagsausflüge im Jahr nach NRW zu machen, um da mit den anderen Top Mannschaften aus NRW um die Krone zu spielen.

Ich verstehe dein Problem. Wer sagt denn aber, dass die besagten Holländer nicht genauso ein "Verein" sind, wie die Kölner oder Paderborner? Nur dass deren Vereinsmitglieder halt nicht in Deutschland wohnen (ich glaube kaum, dass bei den anderen Teams alle am Vereinssitz wohnen). Solange sie nicht dazu auch noch die Liga in den Niederlanden mitspielen, finde ich es ehrlich gesagt nicht problematisch. Sie gehören einem Verein in Nordrhein-Westfalen an, daran gibt es nichts zu rütteln und die Nationalität sollte keine Rolle spielen.

Mir ist schon klar, dass dem DTFB, und dir wahrscheinlich auch, die "Söldnerteams" ein Dorn im Auge sind, deren Spieler aufgrund lokaler Gegebenheiten, nicht mit der Stadt ihres Vereins verbunden sind, sondern sich eher als "Gruppe" einen Spaß an der Liga machen. Ich denke aber, dass man dem mit anderen Regeln beikommen kann bzw. aus rechtlicher Sicht muss. Denn wo zieht man sonst die Grenze? Angenommen ein Aachener Verein steigt in die Bundesliga auf. Als Grenzstadt ist die Verbindung zu holländischen und belgischen Mitbürgern ganz "normal". Man dürfte aber nicht mit 2 Holländern, 2 Belgiern und 2 Deutschen antreten. Sehr wohl aber mit 6 Sachsen. Macht das wirklich Sinn?

Sind die niederländischen Spitzenspieler, von denen du sprichst, nicht durch die Landesliga und ihre zahlreichen Turnierteilnahmen sogar viel mehr in den Strukturen des DTFB aktiv, als so manch anderer Bundesligaspieler? Da sind teilweise Leute in den Kadern, die seit Jahren keine DTFB-Turniere gespielt haben. Diese haben aber nichts zu befürchten, weil sie keinen ausländischen Pass haben. Diese Regelung fände ich unfair und ich die Begründung mit "Strukturförderung" unzutreffend.

Warum koppelt man also nicht die Teilnahme an der Bundesliga an wirklich "strukturfördernde" Tätigkeiten wie Turnierteilnahmen, Landesligaspielen oder ähnliches? Muss immer alles an der Nationalität und dem, meist damit einhergehenden, Wohnort festgemacht werden?
 

Tex-Hex

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Alles nachvollziehbar was du sagst. Spätestens jetzt hast du meine volle Zustimmung (y)
 

Pierre

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Eine Diskussion die zwischenzeitlich leicht hitzig wird und einer am Ende zugibt, dass er dem gegenüber schlussendlich doch zustimmen muss. Dass man sowas im Internet noch erlebt (y)
 

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