Die Geschichte des Tischfussballs

Dako

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Da sich der "grosse" Fussball in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts organisierte, kann man mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es nur kurze Zeit später zur Erfindung einer Tischfussballversion kam, gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Schon 1901 erteilte man in den U.S.A. ein Patent auf einen Fussballtisch, doch man stimmt allgemein überein, dass Tischfussball wie auch Fussball seine Wurzeln in Westeuropa hat.

geschichte.jpg

In einer belgischen Zeitschrift erschien ein Artikel (Le Soir Illustre, No. 2471, November 1979, Seite 26), in dem der Erfinder des ersten Tischfussball ein Franzose namens Lucien Rosengart (1880-1976) war. Als Angestellter der Citroen-Automobilwerke konnte ihm sein erfinderisches Genie zu grossem Wohlstand Wohlstand verhelfen. Sein Name steht nicht nur für die Erfindung des Kleinwagens, des Vorderradantriebs, und des Sitzgurtes (um nur Einiges zu nennen), sondern auch für den Babyfuss, dem ursprünglichen Namen des Tischfussball.

Einer der ältesten Hersteller für Tischfussball ist die in Genf ansässige Firma Kicker. Ihre gleichnamigen Produkte sind dermassen beliebt in der Schweiz, Deutschland und Belgien gewesen, so dass sich fortan der Name Kicker als Synonym für den Tischfussball im deutschsprachigem Raum etablieren konnte. In den europäischen Ländern als auch in den U.S.A. war das Tischfussballspiel bis zum Ende des 2. Weltkrieges nicht weit verbreitet. Ein beliebter Glauben ist, dass Tischfussball erfunden wurde, um Kriegsveteranen bei deren Genesung zu unterstützten. Und obwohl nicht dafür kreiert, setzte man Tischfussball sehr erfolgreich bei der Rückgewinnung von der Hand-Augen-Koordination ein. Heutzutage findet man viele Tischfussbälle bei sozialen Anlaufstellen, wo sie eine wichtige Rolle gerade bei der sozialen Rehabilitation spielen können.

Es gibt natürlich auch Tischfussballwettbewerbe, wobei die in Europa im Gegensatz zu den U.S.A. schon seit langer Zeit organisiert sind. Seit 1950 gibt es zum Beispiel schon eine Belgische Liga. Der Deutsche Tischfussballbund (DTFB) wurde 1969 gegründet. Es dauerte bis 1976, als die unterschiedlichen europäischen Ligen sich zu einer Europäischen Tischfussball Union (ETU) zusammenschlossen und jährlich um den European Cup spielten. In den USA ging es 1979 bei einem Turnier um sagenhafte 250.000 Dollar. Im Mai 2002 wurde der Weltverband ITSF (International Table Soccer Federation) gegründet, der versucht, das Tischfussballspiel weltweit zu standardisieren, um dadurch die weltweite Anerkennung als Sportart zu ermöglichen.

Im Mai 2006 wurde in Hamburg die erste Tischfussball Weltmeisterschaft von ITSF ausgetragen. Gespielt wurde dabei auf allen fünf verschiedenen ITSF Tischen.
 

harryKurbler

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Hallo Dako,
ein schöner Artikel, den ich gerne ein wenig Ergänzen möchte, da die größte deutsche Turnierserie von Löwen-Tour & P4P-Tour darin kaum erwähnt wird. Für Neueinsteiger oder Leute die sich für Tischfussball interessieren denke ich, ist es ein bedeutender Teil der deutschen Tischfussball Geschichte, wenn sie schon den Artikel oben interessiert lesen,

Die 70er / der U.S. Tournament Soccer
In den 70ern kopierten die Amis den deutschen Leonhart Kicker (der mit den roten und blauen Segelohrenfiguren aus Hartgummi) und bastelten sich daraus einen eigenen U.S. Tournament Soccer.
Dicke und klobige Griffe aus Hartplastik, Höhere Tore, Schwere langlebige Vollstangen, Roboter Figuren aus Hartplastik und mit Helm wie American-Footballspieler ihn tragen. Innenkorpus sandplatzbraun, Linien und hochgezogenen Ecken blieben wie beim Leonhart.

Dann gab es Ende der 70er (1977-80 rum) eine 1 Millionen Dollar US.-Tour durch die USA mit einem Finalturnier wo es in einer Art Weltmeisterschaft um 250 000 Dollar ging, verteilt auf verschiedene Disziplinen und Platzierungen, wie es seit der Löwen Tour Standard ist.
An dieser Tour nahmen wohl auch einige Spieler aus Deutschland teil, unter anderem wohl auch der heute Legendäre Hamburger Dieter Thiele*.
Die Tour war ne Werbeveranstaltung, die wohl leider nicht den gewünschten Erfolg in den USA brachte und eingestellt wurde.

Die 80er / die deutsche Löwen-Soccer Tour
Einige Spieler aus Deutschland jedoch waren von dieser Tour und dem Tournament-Soccer so sehr begeistert, dass sie diese Tour unbedingt nach Deutschland importieren wollten. Die Firma Löwen Spielautomaten mit Sitz in Bingen am Rhein schloss sich an und kopierte den Tournament-Soccer nahezu 1:1 mit anderen Farben und eigenen Logo. Daraufhin entstand Anfang der 80er Jahre die Löwen Tour, in der Löwen Elektro-Dart zusammen mit Löwen-Soccer als Turnierserie in zahlreichen Hallenturnieren ausgerichtet wurde.

Da es damals noch kein Internet gab, war es schwierig die Serie an die Kickerspieler in Deutschland zu bringen. Daher gab es eine von Löwen-Automaten selbst produzierte Zeitschrift, die jedem Teilnehmer oder Interessierten an den Turnieren per Post zugesendet wurde.

Bis 2000 gab es die Löwen-Tour, die anschließend in die von den Spielern selbst organisierte P4P-Tour überging und bis heute bestand hat.
>siehe tischfussball.de


*Dieter Thiele
Erfolgreichster Deutscher Löwen-Tour Spieler bis ca. 2000.
Er gewann in der Löwen-Tour bis ca. 1995 nahezu jeden möglichen Titel.


Bei Wikipedia findet man übrigens auch eine sehr schönen Beitrag zum Thema Tischfussball Geschichte.

Wenn andere hier noch mehr über die Geschichte des Tischfussball in Deutschland 70er oder 80er wissen oder mich hier korrigieren möchten, würde mich dies an dieser Stelle sehr freuen.

Spannende Themen, die man hier Ergänzen könnte:
Was war in den 70ern in Deutschland Kickertechnisch los und was hat der seit 1969 gegründete DTFB in den 70er für Aktivitäten unternommen?
Warum gab es eigentlich keinerlei Zusammenarbeit in den 80ern von DTFB mit der neuen Löwen-Tour?
Auf welchen Tischtypen/Fabrikate wurde beim DTFB gespielt.
An welchen Tischen wurde in den 60ern und 70ern gespielt?
Welche Grundlagen der 60er waren ausschlaggebend dafür, dass der DTFB 1969 gegründet wurde?
 

Dako

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Vielen Dank für die Ergänzung. Gerne mehr davon (y) :)
 

eumelzock

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@harryKurbler hm, das mit den US Tischen in den 70ern kommt in der Doku "Foosballers" leicht anders rueber :
Es wurde nicht kopiert sondern man hat die Tische bei Leonhart fertigen lassen.
Der Untergang der Million Dollar Tour wird in der Doku u.a. den aufkommenden Videoarcade Automaten anfang der 80er zugeschrieben, ein spaeteres Jointventure mit Atari brachte aber auch nicht den erwünschten Erfolg.
 
Zuletzt bearbeitet:

Uli Stoepel

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Ein paar Infos kann ich noch beitragen.
Der Tisch, den die Amis kopiert haben, war der Deutsche Meister. Ich habe 1970 im Jugendhaus hier in Darmstadt angefangen zu kickern und das war an diesem Tisch. 1980, direkt nach der Bundeswehr fing ich in Roßdorf bei Darmstadt beim TFC Fortuna Roßdorf 1972 an Liga und Turniere zu spielen. Der Verein hatte damals schon 94 Mitglieder und 4 Mannschaften in der Liga. Da lernte ich auch den Friedrich Kircher kennen, den Erfinder des Jets, den er da auch schon praktizierte, aber nur am _Million Dollar game- Tisch. Am Tisch, den wir in Hessen Süd spielten, ( Leonhart Turniersieger) durfte er das nicht, weil im Regelwerk des DTFB bis 1995 nicht über den höchsten Punkt gedreht werden durfte. Der Passus wurde dann wegen der Aufnahme des Tornados in die Liga geändert.
Die Tische vorher waren der Hansberg, der Orginal Kicker Prümmer und der Leonhart Turniersieger. Mann musste seinen Vereinstisch zu der Meisterschaft der Landesmeister und Pokalsieger noch mitbringen.
Ich habe noch fast alle Zeitungen der Löwentour, wenn hier jemand hier einscannen würde, eventuell in einer eigenen Rubrik, würde ich die Hefte demjenigen leihweise überlassen. Das müsste natürlich Rechtlich geprüft werden, damit es keinen Ärger gibt.
 

Dako

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Ich habe noch fast alle Zeitungen der Löwentour, wenn hier jemand hier einscannen würde, eventuell in einer eigenen Rubrik, würde ich die Hefte demjenigen leihweise überlassen. Das müsste natürlich Rechtlich geprüft werden, damit es keinen Ärger gibt.
Finde ich gut die Idee (y)
Ärger wird es schon nicht geben.
 

Nikki234

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Hey,
danke für die coole "Geschichtsstunde". Habe ich mir grade beim Frühstück durchgelesen und fand ich sehr interessant. Als Hobbykicker habe ich mich noch nicht viel mit der Geschichte auseinandergesetzt aber finde es schön dass ich das Wissen jetzt auffrischen konnte :)
 

harryKurbler

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@eumelzock
Auf jeden Fall ist der Korpus mit dem Leonart-Turnierkicker aus den 80ern identisch.
Gut Möglich das die Amis die SOCCER-Tische bei Leonhart geordert haben, (Löwen hat das ja angeblich in der Anfangszeit wohl auch so gemacht), aber wenn die die SOCCER-Tische zum Verkauf ständig importieren werden mussten, dann waren die Dinger in den USA sicherlich verdammt teuer. Tornado ist an dem Exportkosten nach Deutschland angeblich Mitte der 90er gescheitert. Kann also gut sein, dass die drüben kaum SOOCER-Tische verkauft haben und die Einnahmequelle aus den Turnieren am Ende zu gering war.

Vollstangen und fette Griffe sind mir bis 1986 bei der DM in Bingen am Rhein bei keinem bekannten Kicker Format untergekommen.
Das war was ganz was neues für Kickerspieler wie uns aus NRW, die Hohlstangen und schmale Griffe gewohnt waren.




@Ulli Stoepel
Seit 1970 dabei? Sozusagen direkt ab dem ersten Folgejahr der Gründung des DTFB.
Ich vermute mal ein Kind der ersten Stunde der Löwen-Tour!
Ein kleiner Bericht zum Thema Geschichte der Löwentour wäre an dieser Stelle sehr spannend.
Vor allem wie hat alles begonnen und welche Spieler haben sich von Anfang an in Deutschland durchgesetzt?
Dazu zahlreiche Kopien aus deinen STOT Heften der Löwen Tour hier, wären sicherlich sehr unterhaltsam für alle Fans des Tischfussball.
Ich würde mich sehr freuen mehr zum Thema Tischfussball Geschichte zu hören.
 

Dolbert

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Also soweit ich das vor 15 Jahren recherchiert habe, wurde das Prinzip von den Franzosen nach dem 1. Weltkrieg aufgegriffen. Mit der Verbindung von linker und rechter Hand sollten Kopfverletzungen (Verbindung der beiden Gehirnhälften) behandelt werden. Später wurde dies in der Schweiz von der Firma Kicker zu einem Spieltisch verarbeitet und 1937 zum Patent angemeldet.
 

eumelzock

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Stimmen denn die Details zur "Erfindung" des Jets, wie sie hier wiedergegeben werden?
Das mag ich zu bezweifeln, der Gutste erwaenht ja nicht mal Lucien Rosengart ... der generelle Geschichtsteil ist sehr schlecht recherchiert.
Genau beim jet/snake Thema muss man alle Namen auffuehren, die damit in Verbindung stehen, zB. gilt auch Scott Haltom als einer der "Erfinder".Es soll wohl ein Interview mit Todd geben, das die Kircherstory aus den 70ern bestaetigt. Dazu genuegt es halt nicht, nur die ersten Google Treffer zu nutzen. Aber das ist ja bezeichnent fuer den heutigen Journalismus ...
 

harryKurbler

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@Kubala
Hier einige Infos zum JET.

Geschichte des JET (Dreher/Drehschüsse) in Deutschland

Mit diesem Datum 1992
ist Terry Moore auf jeden Fall nicht der Erfinder des Jet.
Vielleicht war Terry Moore ja mit dem Jet deutlich früher unterwegs als im Video recherchiert wurde.
Oft ist es ja so, dass man eine neue Technik über einige Jahre reifen lassen muss, bis sie perfekt sitzt.

Bei einer der ersten JET-Prämieren des Herrn KIrcher aus Darmstadt auf der Deutschen Meisterschaft in Bingen am Rhein 1989 oder 1990 (beim Jahr bin ich mir nicht mehr ganz sicher) war ich als Zeitzeuge vor Ort.
>>1992 kann es auf keinen Fall gewesen sein, da ich nicht mehr Aktiv war.
Die ungewöhnliche Affenhand-Schusstechnik des Herrn Kircher ging damals in der Halle rum wie ein Lauffeuer.
Das Spektakel haben sich natürlich damals alle angesehen und viele haben es danach selber direkt vor Ort ausprobiert, ähnlich wie den Harry Kurbler Trick (Beidhänder Drehschuss), den ein Belgier bei einer anderen DM in Bingen zuvor spektakulär eingesetzt hatte.
Den Gerüchten nach, hatte Herr Kirchner damals kurz zuvor ein großes Turnier in den USA gespielt und den JET von dort importiert.
Soweit die Gerüchteküche...
Nach allerlei Experimenten mit dem JET wurde sehr schnell klar, dass der Schuss auf Löwentischen mit Vollstangen nicht wirklich effektiv war, außerdem war das Tor zu jener Zeit noch einen Ball kürzer und der Pin Shot blieb somit zu jener Zeit die Ultimative Waffe.
Herrn Kircher hat der JET, soviel ich mich erinnern kann, auf Dauer keine großen PRO-Titel auf dem Löwen Tour beschert.
Der JET wurde daher wohl für sehr lange Zeit von der Mehrheit als nicht Lernens wert deklariert.

Tornado Tour Deutschland und Löwen baut ein neues Tischformat...
Mitte der 90er (circa 1996-1998)versuchte Tornado mit einer teuer gesponserten Tour in Deutschland Fuß zu fassen. Da kam auf dem Tisch mit den ungewöhnlichen Figuren und den ultraharten aber griffigen Uritanbällen zum ersten mal der JET zunehmend zum Einsatz. Vor allem weil der PIN Shot extrem schwer zu schießen war. Nach einigen Jahren war die Tour dann beendet, da der Orga das Geld ausgegangen war.
Was blieb, war in der Tat der JET, den viele Spieler in der Zeit erlernt hatten.
Seit 1997 oder 1998 wurden am Löwen-Soccer die Griffe dünner und das Tor um eine Balllänge vergrößert. Seither gab es dann immer wieder mal Spieler, die den JET (meist als Alternativschuss) mit unterschiedlicher Qualität (vielleicht wegen der Vollstangen) angewendet haben.
Aber der JET war seit der Zeit öfter mal zu sehen.


ITSF Zeitalter
Seit dem Zeitalter des ITSF ab 2006 in Europa gab es dann zunehmend einen Paradigmenwandel auch bei uns in Deutschland, weg vom PIN-Shot hin zum JET/SNAKE.
Wobei schwer zu sagen ist welche die bessere Schusstechnik ist, da Frederik Collignon alle Top JET/SNAKE-Tornadospieler in den USA zwei Jahrzehntelang mit einem PIN-Shot System dominiert hat.
 

Pierre

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ähnlich wie den Harry Kurbler Trick (Beidhänder Drehschuss), den ein Belgier bei einer anderen DM in Bingen zuvor spektakulär eingesetzt hatte.
Wie geht der denn? Gibt es ein Video dazu?
Wobei schwer zu sagen ist welche die bessere Schusstechnik ist, da Frederik Collignon alle Top JET/SNAKE-Tornadospieler in den USA zwei Jahrzehntelang mit einem PIN-Shot System dominiert hat.
Ich denke mal die Frage ist relativ leicht zu beantworten. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Der Pin ist etwas variabler, für die meisten schöner und interessanter anzuschauen und kann auch aus der Defensive besser genutzt werden. Da der Jet aber um einiges Leichter zu erlernen ist, in der Regel schneller ist und vor allem heutzutage eigentlich auf jedem Tisch gut spielbar ist, hat er bei rein erfolgsorientiertem Kickern mMn. deutlich die Nase vorne. Klar kann man auch auf dem Tornado mit dem Pin dominieren. Die wenigsten sind aber wie Fred und die wahrscheinlichkeit von einem eigentlich schlechteren Spieler mit dem Jet abgeschossen zu werden ist da doch deutlich höher.

Ich bevorzuge trotzdem den Pin. Eben weil er nicht an gefühlt drei Abenden gelernt werden kann und vor allem macht er das Spiel viel interessanter als der Jet. Selbst als aktiver Spieler habe ich wenig Lust Jetschützen zuzuschauen (obwohl ich ihn selbst oft nutze).
 

petermitoe

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Herr Kircher (Spitzname Jet, ich glaube kommt wegen einer Jet-Tankstellenkappe) hat mal erzählt, er hätte den Jet aufgrund einer Handverletzung ersonnen und daraufhin auch mit gesunder Hand kultiviert.
Da ist das Interview mit "Jet", Anekdote ab ca Min 3:30
 

harryKurbler

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Test Butterfly Jet ist der Harry Kurbler, Pinshot (oder Jet) Beidhändig geschossen.
Harry Kurbler wurde der Schuss Ende der 80er genannt, da der Erfinder wohl tatsächlich Harry hieß.

@petermitoe
Das mit der Handverletzung und der Tankstellenkappe hab ich auch des Öfteren gehört.
Im Video sagt Herr Kircher, er habe sich den Schuss ausgedacht, als der US Tournament Soccer mit den dicken Griffen (bei Löwen Automaten dann in Form des Löwen-Soccers ab 1980 für die Löwen-Tour) nach Deutschland kam.
Schlussfolgerung, der JET existiert also seit Anfang/Mitte der 80er Jahre.
Damit dürfte er der Erfinder des Jet sein und nicht Terry Moore.
Mr. Moore kann allerdings durchaus selber auf die Idee des Jet gekommen sein, was man nicht unbedingt ausschließen sollte.
Möglich ist aber auch das er es bei Herrn Kirchers US. Besuch abgeschaut und es somit US. weit Salonfähig gemacht hat...
In meiner Version oben 89 oder 90, (ich war bei den DMs von 1987 bis 1991) wurde der JET erst wirklich zum ersten mal einem breiten Publikum (ca. 500 bis 700 Spielern) präsentiert, daher ein ständiger Publikumsauflauf am Spieltisch von Herrn Kircher.
Vor 89/90 habe ich noch wie was von der JET Schusstechnik gehört oder gesehen.
 

Dako

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Richtig guter Artikel 👆, schaut euch die Bildergalerie an (neun Fotos).
 
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