News & Interviews

Interviews aus der Tischfussball Szene
Liebe Spieler*innen & Sportler*innen, Vereins-Vertreter*innen & Verbands-Funktionär*innen, Förder*innen und Tischfußball-Fans, liebe Kicker-Familie! Wir vom KOMM KICKERN Team laden euch herzlich zu einem noch nie dagewesenen, weltweiten Event ein: Kicker-Weltrekord am 14./15. Juni 2021, an dem jeder mitmachen kann! Wie ihr vielleicht schon wisst, wollen wir versuchen, so viele Menschen wie möglich an Kickertische weltweit innerhalb eines 24h-Zeitraum zu bringen und dafür brauchen wir eure Leidenschaft und eure Unterstützung. Denn wenn wir gemeinsam lokal und international uns zusammen tun und jede/r Freunden und Bekannten Bescheid sagt, können wir zeigen, wie viele Menschen das schönste Hobby der Welt ausüben. Anbei ("kki_weltrekord-mitmacher") findet ihr erste Infos zum Ablauf und wie ihr mitmachen könnt, wie etwa Ab jetzt: Werdet Botschafter*in! Dabei unterstützen wir 100 Vereine mit Vereins-Stickern, siehe Seite 13. Ab jetzt: Bewerbt euch bis zum 25. Januar für einen unserer 40 Tour-Stopps zwischen März und Juni! Bei einem Stopp wird Nele mit euch PR vor Ort für Tischfußball machen. Weitere Infos zur Bewerbung auf siehe Seite 10 im extra Dokument "kki_bustour-mitmacher" Am 14./15. Juni 2021: Kickert und werdet Weltrekordler*in! Die Turnierdauer und Größe könnt ihr individuell gestalten. Damit die Teilnehmer zählen muss mind. ein Spiel im Weltrekord-Zeitraum gespielt werden, siehe Seite 7. Natürlich ist alles noch etwas ungewiss wegen der Corona-Pandemie - aber wir hoffen, dass sich die Situation um Juni zumindest so entschärft hat, dass wir wieder z.B. in Kleingruppen kickern können. Zumindest kribbelt es uns jetzt schon in den Fingern und wir können es kaum erwarten, wieder zu kickern! Und wenn wir uns vorstellen, dass die ganze Welt und Kicker-Familie dabei ist, sind wir ein klein wenig aufgeregt! Haltet euch gerne auf dem Laufenden über die App, über den Newsletter auf der Webseite, oder über unserer Sozialen Medien. Ca. Anfang März 2021 werden wir euch das 2. Info-Paket schicken, zur konkreten Anmeldung usw. Bei Fragen oder Support kontaktiert uns gerne! Geruhsame und schöne Tage trotz aller Umstände wünschen wir euch jetzt schon mal. Schaut Euch die angehängten pdf Dateien an!
20. Mai 2020 Lieber Helmut, die Corona Krise hat den Tischfussball in Deutschland hart getroffen. In wie fern hat er Euch als Hersteller getroffen? Musstet Ihr Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken? Am Anfang der Krise, also im März, haben wir noch eine Umsatzsteigerung erlebt. Der Grund war, so vermuten wir, die verordnete Ausgangssperre. Schulen und Kitas wurden geschlossen, Arbeitnehmer durften von zu Hause ihre Arbeit erledigen und einige wurden schon zu diesem Zeitpunkt in Kurzarbeit geschickt. Tagelang mit der Familie auf engstem Raum zu leben kann anstrengend werden. Natürlich kann Netflix und die Playstation der Langweile entgegenwirken aber auf Dauer ist das für Kinder keine wirklich gute Lösung. Ich habe von einigen Familien gehört, dass sie auf die alten guten und bewährten Gesellschaftsspiele (Karten-oder Brettspiele) zurückgriffen, um die vorhandene Zeit mit der Familie sinnvoller zu nutzen. Anscheinend war auch Tischfussball für einige ein sinnvolles Spielzeug in dieser Isolationszeit. Ab Mitte April mussten wir plötzlich einen Umsatzrückgang beobachten. Auch dafür gibt es eine Erklärung. Denn im April hatten wir traumhaftes Wetter und in den Medien wurde darüber diskutiert, dass der geplante Sommerurlaub im Ausland nicht möglich sein wird. Dann ist es sehr naheliegend, dass man sich sein Heim mit Garten so schön wie möglich herrichtet falls man auch die Sommertage zu Hause verbringen muss. Der Zulauf in den Baumärkten speziell in der Gartenabteilung waren in dieser Zeit extrem hoch und der Kauf eines Kickertisches in weite Ferne gerückt. Jetzt erleben wir gerade die Lockerungsstufen, die aber für uns wirtschaftlich keine positiven Auswirkungen haben. Mittlerweile hat jedes zweite Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Der Arbeitnehmer muss jetzt mit 60% seines Nettogehalts seinen Alltag bestreiten. Einige wissen nicht mal ob sie ihre Arbeitsstelle behalten werden andere haben schon ihre Arbeit verloren. Es ist nur selbstverständlich, dass man in so einer Situation nur das Notwendigste kauft. Ein Kickertisch gehört leider nicht dazu. Was uns aber wirklich zu schaffen macht, ist die Abstandsregelung von 1,5m. Dadurch ist Tischfussball spielen unmöglich. Solange diese Regelung aufrecht erhalten bleibt solange werden wir Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Zu unseren Kunden gehörten sehr viele Firmen, die sich für ihre Mitarbeiter ein Kickertisch gekauft haben. Dieser Kundenstamm ist fast komplett weggebrochen. Was will man mit einem Kickertisch für den Pausenraum, wenn man 1,5m zu seinem Kollegen Abstand halten muss? Die momentane Situation ist wirklich für uns schwierig geworden. Auch wir gehören zu den Firmen, die teilweise ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt haben. Die Corona Krise hat auch dazu geführt, dass wir jetzt Infektionsschutzwände anbieten. Für uns eine Möglichkeit die fehlenden Käufe von Kickertischen etwas zu kompensieren. Was glaubst Du wann in den Vereinen und Bars wieder gekickert werden darf? Wird es jemals wieder so werden wie vor der Corona Krise? Ich hoffe natürlich so schnell wie möglich. Am Anfang dachte ich, bis Ende des Jahres wird das nicht mehr möglich sein. Wenn ich aber sehe, wie die Gastronomie immer noch leidet obwohl sie geöffnet hat weil auch hier die Abstandsregelung einen normalen Betrieb unmöglich macht, dann kann es sein, dass es bald zu einer Aufhebung der Abstandsregelung kommt. Auch für sehr viele andere Sportarten hat die Regelung zu einem sofortigen Stopp geführt. Die Vorstellung, dass Millionen von Sportlern bis Ende des Jahres nicht mehr ihren Sport ausüben werden bezweifle ich mittlerweile. Viele davon sind Profisportler, sie leben von ihrem Sport und kosten ihren Vereinen eine Menge Geld. Selbst hier bei uns in Andernach gab es für den Fußballverein einen Spendenaufruf. In diesem Zuge darf man auch nicht die Sportartikel Hersteller vergessen, die davon abhängig sind, dass Sport betrieben wird. Deshalb gehe ich davon aus, dass in ca. 6-8 Wochen diese Regelung aufgehoben wird. Wenn das passieren sollte, dann werden einige ganz normal zu ihrem früheren Alltag zurückfinden. Andere wiederum werden vorsichtiger ihren Alltag bestreiten. Jedoch denke ich, dass ein ganz normaler Spielbetrieb in den Kneipen und Vereinen aufgenommen wird ohne großartige Berührungsängste. Im Forum hast Du verkündet, dass Ihr Plexiglasscheiben anbietet, die mittels Magneten an den Tisch montiert werden. Wie stabil steht die Scheibe und gab es bereits Anfragen? Genau wir bieten diese Scheiben seit kurzem an. Mittlerweile gibt es neben der Ausführung mit Magneten eine zum Klemmen, die man auch an Tischen anderer Hersteller ohne großen Aufwand befestigen kann. Beide bieten eine ausrechende Stabilität. Ja, wir haben schon einige Wände an Kunden verkauft. Die Idee ist auch über einen Kunden entstanden. Natürlich ist diese Wand nicht die optimale Lösung, weil man kein Doppel spielen kann. Wir haben auch an einer Wand getüftelt, die es ermöglicht zu viert am Tisch zu spielen. Diese Konstruktion war jedoch zu aufwendig und damit zu teuer. Welche neuen Modelle habt Ihr dieses Jahr auf den Markt gebracht bzw. welche Modelle folgen demnächst? Dieses Jahr haben wir unsere Modelpalette mit einem sehr flexiblen, mobilen und klappbaren Kickertisch erweitert. Das Modell heißt in unserem Shop Ullrich-Compact. Viele Kunden haben bei uns schon vor längerer Zeit immer wieder nach einem platzsparenden Tisch angefragt, den man auch schnell ins Auto packen und mal eben zur einer Feier mitnehmen kann. Ullrich Compact Mit diesem Tisch ist aber unsere Modellreihe noch nicht abgeschlossen. Einiges habe ich schon auf Facebook, Instagram und auch hier auf tischfussball-online.com vorgestellt. Zu einem werden wir den Ullrich-Mini als Trainingstisch in unserem Shop aufnehmen. Der Unterschied zwischen dem aktuellen Tisch ist das flache Spielfeld ohne hochgezogene Ecken. Damit ist gewährleistet, dass du folgende Stangenkombinationen trainieren kannst: Passen von der 2 auf die 5, Passen von der 5 auf die 3 und das normale Schusstraining mit der 3er Reihe. Alles möglich auf engstem Raum. Als wir den Ullrich-Mini ins Leben gerufen haben, konnten wir noch nicht erahnen was in diesem kleinen Kerl steckt. Jetzt sind noch weitere Ideen basierend auf dem Ullrich-Mini entstanden, die wir auch noch dieses Jahr in unserem Shop anbieten werden. Zu einem der Couchtisch. Ein Ullrich-Mini ohne Beine auf Rollen mit einer Glasplatte. Ohne das wir diesen Tisch in unserem Shop anbieten haben wir schon einige Kunden damit erfreuen dürfen. Vor allem kam dieser Tisch sehr gut bei unserem letzten Messeauftritt in München auf der ISPO an. Dort hatten wir auch den Ullrich-Mini als Stehtisch-Variante aufgestellt, der sich auch hoher Beliebtheit erfreute. Dieser Tisch ist auch mit einer Glasplatte versehen und steht auf Rollen. Ein Idealer Tisch für alle Veranstaltungen jeglicher Art. Bei diesem Tisch kann man sein Getränk abstellen und in einer geselligen Runde miteinander plaudern oder noch mal kurz einen Ball eintüten. Also ein Tisch der nicht nur funktional ist, sondern noch einen Spaßfaktor mitbringt. Wir hoffen mit diesem Tisch auch Kneipen anzusprechen, die es sich bis jetzt nicht erlauben konnten durch Aufstellen eines Kickertisches Sitzplätze zu verlieren. Mit dem Ullrich-Mini Stehtisch besteht die Möglichkeit beides unter einem Hut zu bekommen. Das Thema Tischfussball in Verbindung mit Möbel zu kombinieren begleitet mich schon eine ganze Weile. Hier gibt es noch weitere Ideen. Ob wir dieses Jahr oder nächstes Jahr die Ideen angehen werden weiß ich momentan noch nicht. Tatsächlich gibt es neben Tischfussball als Hobby und Sport noch ein weiteres sehr großes und umfangreiches Thema, das wir gerade aufrollen. Dazu möchte ich aber noch nichts verraten. Wir stehen erst jetzt am Anfang und wissen noch nicht wie die Sache ausgehen wird.
10. April 2020 Lieber Klaus, du bist nun seit ca. 18 Jahren Präsident des Deutschen Tischfussball Bundes. Die Corona Krise hat den Tischfussball fest im Griff. Gab es zu Deiner Amtszeit eine vergleichbare Situation? Den DTFB trifft die aktuelle Krise genauso unerwartet wie uns alle in der Gesellschaft und auch allgemein im Sport. Nichts ist mehr wie es war. Viele Menschen kämpfen um ihre Gesundheit und ihre Existenz. Das Virus hat in kurzer Zeit viel verändert. Welche Auswirkungen hat Covod19 auf die aktuelle Tischfussball Lage in Deutschland und glaubst du, dass sie negative Auswirkungen auf den Tischfussball in Deutschland haben wird? Im gesamten deutschen Tischfußballsport pausiert der Spielbetrieb. Das gilt für alle nationalen und regionalen Ligen ebenso wie für den kompletten Turnierbereich. Bei einem Sport, der das Miteinander und die Gemeinschaft so ausgeprägt wie Tischfußball bedingt, ergibt sich das zwangsläufig. Positiv überrascht bin ich von der Kreativität und dem Improvisationstalent innerhalb unserer Strukturen. Das Angebot an Online-Aktivitäten zum Training, zum Austausch oder auch einfach nur zum Anschauen und Genießen explodiert förmlich. Und in vielen Vereinen halten die Vereinsmitglieder virtuell untereinander Kontakt. Dabei eint alle ein Wunsch – gemeinsam wieder am Kickertisch zu stehen, miteinander zu spielen, zu lachen und dabei das Geräusch zu genießen, wenn der Ball im Tor einschlägt. Ich sehe keinen Grund, warum die aktuelle Krise sich negativ auf unseren Sport auswirken sollte. Im Gegenteil. Ich glaube, dass die Menschen zukünftig noch intensiver das gesellige Treiben an einem Kickertisch genießen möchten. Hat die Corona Krise negative Auswirkungen auf die finanzielle Lage des DTFB? Auch bei uns wirkt sich die aktuelle Situation negativ auf das Finanzielle aus. Das ist jedoch nicht existenzbedrohend, da wir gewohnt sind, mit überschaubaren finanziellen Mitteln zu agieren. Unsere Angestellten können wir vorerst ohne Einschränkungen beschäftigen. Extrem dankbar und auch ein wenig berührt bin ich von der Treue unserer Partner. Obwohl auch für sie diese Zeiten nicht einfach sind, unterstützen sie uns weiterhin vollumfänglich und halten uns damit den Rücken frei. Es ist schön, dass unsere drei wichtigsten Premiumpartner Gauselmann, Leonhart und Ullrich, die allesamt seit mehr als 10 Jahren treu an unserer Seite stehen, auch in dieser Situation wie selbstverständlich zu uns halten. Wie siehst du die Lage bei den Kicker-Vereinen, die momentan fast keine Einnahmen haben? Werden alle Vereine die Krise überleben? Von vielen Vereinen erhalte ich die Info, dass die Mitglieder sich ihrer Verantwortung bewusst sind und sich solidarisch verhalten. Alle unterstützen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Daher bin ich hoffnungsfroh, dass unsere Vereine diese schwierige Phase überstehen werden. Und vermutlich wird an der ein oder anderen Stelle die durch den fehlenden Sportbetrieb eingesparte Energie dafür genutzt, sich neu aufzustellen, um schon bald mit frischem Schwung durchstarten zu können. Wie wirkt sich die Corona Krise auf die aktuelle Bundesliga Saison aus? Ich glaube, es gibt kein Szenario, das wir noch nicht durchgespielt haben. Also zumindest theoretisch sollten wir gut vorbereitet sein. Aber in letzter Instanz sind wir natürlich von der weiteren Entwicklung abhängig und ganz besonders davon, was die zuständigen Behörden erlauben bzw. empfehlen. Daher wäre jegliche Aussage in der aktuellen Situation wilde Spekulation. Aber eine Sache steht fest: Oberste Priorität für uns hat nach wie vor die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Aktiven. Und bis es wieder los geht, wünsche ich allen Freundinnen und Freunden des Tischfußballsports ausreichend Geduld und viel Kraft, diese Krise zu überstehen. Gemeinsam für uns Alle. Bleibt gesund!
13. Juli 2019 Vom 02.07.2019 bis 07.07.2019 fand der World Cup im spanischen Murcia statt. Für die Organisation waren u.a. zuständig Nicole, Ulf Gabriel und Giuseppe Messina. Hallo Ihr Drei, Ihr seid ein Teil des Teams, dass bei allen WS-Turnieren des ITSF und auch in Murcia beim World Cup für den Transport und den Aufbau des Großteils der erforderlichen Technik zuständig ist. Vielen Dank, dass Ihr uns einen Einblick in Eure Arbeit geben möchtet. Wann habt Ihr mit der Planung für die Logistik des World Cups begonnen? Die Planung für den World Cup ging bei uns schon im letzten Jahr los. Anfang November bekamen wir die Mitteilung, dass wir unser Material nach Murcia bringen sollen. Ab diesem Moment mussten zuerst einmal Mitfahrer gefunden werden, da es sich hier um einen Zeitraum von mehr als 2 Wochen handelte. Die ganz heiße Planungsphase mit regelmäßiger Abstimmung mit dem ITSF begann dann Ende Februar 2019. Wann seid Ihr nach Spanien aufgebrochen und wie hattet Ihr Euch organisiert? Wir starteten am Sonntag vor den World Series mit der Fahrt nach Murcia, da hier ein Weg von 1.800 km vor uns lag und wir mit dem Aufbau schon Mittwochs morgens beginnen sollten. Ulf und Nicole sind mit dem Transporter gefahren, Giuseppe mit Eddy zusammen im LKW. Durch die Geschwindigkeitsbeschränkungen für die Fahrzeuge und die Lenkzeiten des LKW dauerte die Fahrt dann auch wie gedacht fast 2 Tage. Was gehört alles zu dem Material, das Ihr mitgenommen habt? Zu dem Material gehörte die komplette Final Area mit Hebern, technische Ausstattung wie Fernsehern, Internet und Kabel. Billboard-Ständer, Billboards, Absperrbänder, Netzwerkkabel, Verlängerungskabel, Kabeltrommeln, Kabelkanäle, Werkzeug, Mehrfachstecker, Kabelbinder, Tablets, Rückwände für die Final Area, Juponage, Stoff zur Verkleidung, Rasberry Pi´s, Netzwerk Switch, Leiter und noch vieles mehr. Zusätzlich wurden im LKW noch die bei dem World Cup benötigten 34 Leonhart Tische transportiert. Ist das Lager für alle diese Dinge bei Euch im Saarland? Ja, zur Zeit wird dieses Material und das zusätzliche DTFB Material bei uns im Saarland gelagert. Wie können wir uns den Aufbau vorstellen. Wie viele Personen sind daran beteiligt und wie lange dauert so etwas? Und was sind die Herausforderungen? Es hängt natürlich von der Größe und Ausstattung der Area ab. Wenn es nur der mittlere Teil ist mit 2 Fernsehern, dauert es nicht so lange. Bei vollem Aufbau von insgesamt 20m Länge und Ausstattung mit Stream und 8 Fernsehern sind wir mit 4 Personen etwa 10 Stunden beschäftigt. Die größte Herausforderung ist in der Regel die Situation, die wir vor Ort vorfinden - die Beschaffenheit des Bodens, die Wünsche und kurzfristigen Änderungen vor Ort. Wir sind ein eingespieltes Team, bei dem jeder ganz genau weiß, was zu tun ist. Beim Aufbau ist für uns die größte Hürde das Hochheben des inneren Rings auf 2m, da wir hier noch nicht die Heber nutzen können und das Gewicht doch schon recht groß ist. Was ist Euer Job während des World Cups und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den anderen Helfern? Wie viele Helfer sind insgesamt im Einsatz? Gibt es Sprachprobleme? Während des World Cups waren Giuseppe und Nicole in der Organisation und Betreuung der drei zusätzlichen Hallen eingeplant. Hier ging es hauptsächlich um die Betreuung der Spieler vor Ort, Beantwortung aller Fragen und auch die Kontrolle des Spielablaufs (werden die Ergebnisse eingetragen, werden die Spiele pünktlich begonnen, …). Ulf wurde im Tischteam des World Cups eingesetzt, dieses kümmerte sich darum, dass immer die Tische an der richtigen Stelle standen und um alle anfallenden Reparaturen vor Ort. Außerhalb dieser Zeit kümmerten wir uns um andere gerade anfallende Arbeiten, wie z.B. Scoring in den Areas. Zusätzlich hatten wir vor Turnierbeginn 110 der insgesamt 230 eingesetzten Tische aufgebaut. Wir können nur die Größe des Helferteams des ITSF einschätzen, hier waren wir insgesamt etwa 30 Personen. Bei den Helfern vom spanischen Veranstalter haben wir keinen detaillierten Überblick. Im Team des ITSF funktionierte die Kommunikation sehr gut, es wurde ein Mischmasch aus Deutsch, Englisch und Französisch gesprochen, und vor allem viel gelacht. Der nächste World Cup findet im Jahr 2021 in Nantes statt. Was bedeutet das für Euch? Der nächste World Cup in Nantes bedeutet für uns ein neues Ziel. Wieder dort dabei zu sein, ist natürlich das größte. Da die französischen Kollegen über deutlich mehr Erfahrung verfügen und wir mit Ihnen schon mehrfach zusammengearbeitet haben, sollte Nantes für uns einfacher werden im Vergleich zu Murcia 2019. Wir freuen uns auf Nantes 2021.
05. November 2018 Rikko Tuitjer ist Betreiber der Tischfussball Spielstätte KIXX in Hamburg und 1.ter Vorsitzender des Hamburger Spielverbandes. Lieber Rikko, du bist Gründer und Chef der sehr erfolgreichen Kicker Spielstätte KIXX an der Reeperbahn in Hamburg. Sehr viele Hamburger Kickermädels/- und jungs trainieren und spielen dort Montags bis Samstags. Ligaspiele, große und wöchentlich stattfindenden Tischfussball Turniere finden dort regelmäßig statt. Ist „Dein“ KIXX aktuell die größte Kickerlocation der Welt, in der regelmäßig gekickert wird? So ist es ? Es gibt zwar mittlerweile weltweit unzählige Vereinsheime und auch Bars, die mehr als nur einen Kickertisch haben, aber in die Größenordnung vom Kixx kommt bisher NOCH keiner ran. Zudem haben wir 6 Tage die Woche geöffnet und sind eben ausschließlich aufs Kickern ausgerichtet. Ich glaube aber, dass es in den kommenden Jahren zunehmend mehr Locations geben wird, die sich auf Tischfußball spezialisieren und auch eine entsprechende Anzahl an Tischen anbieten werden. Wieviele Kickertische stehen aktuell im KIXX und welche Neuerungen stehen bevor? Es stehen aktuell 16 Tische zur Verfügung, meistens jedoch ausschließlich Leonhart Pro Tournament. Darüber hinaus haben wir auch einen Bonzini, einen Tornado, einen Garlando und einen Flix Libero, die je nach Anlass auch mal aufgebaut werden. Der Großteil der Kickerspieler wünscht sich jedoch immer den gleichen Tisch, vor allem bei den Turnieren ist es natürlich wichtig, dass wir möglichst viele Tische der gleichen Marke aufgebaut haben. Für die Zukunft haben wir noch Einiges vor, vordringlich werden wir natürlich an unserer Qualität arbeiten. D.h. die Lüftung wird bei uns noch etwas erweitert, vor allem in unserem kleineren Raum mit 5 Tischen, der bei voller Auslastung schon mal eher tropische Verhältnisse aufweist. Zudem werden demnächst die Bauarbeiten aufgenommen, um einige Bodenunebenheiten zu beheben und tatsächlich werden wir einen weiteren Raum ausbauen und so das Spielen an zwei weiteren Tischen ermöglichen. Vorrangig wird auch der Barbereich überarbeitet, es wird deutlich mehr Sitzplätze geben und wir werden natürlich einige optische Veränderungen vornehmen. Auch bei der Technik wird es einige Veränderungen geben. Seit 2 Jahren arbeiten wir mit Tablesoccer TV und Kozoom zusammen und übertragen von Tisch 1 live, damit Kickerfans auch Zuhause die Turniere und teilweise auch Ligaspiele live verfolgen können. Dieses Angebot werden wir erweitern und an mehreren Tischen Kameras installieren, so dass die Zuschauer noch mehr Auswahl haben. Wie kam es zur Idee das KIXX zu gründen? Die Idee eines eigenen Kickerzentrums gab es schon sehr lange, letztendlich führte aber kein Weg mehr daran vorbei. Wir haben Kickern schon lange gefördert, einen kleinen Verein gegründet, eine kleine Liga mit 7 Mannschaften gestartet und hatten dann nach kurzer Zeit sehr viele neue Kickerbegeisterte. Von unserem Start im Vereinsheim des HEBC mit 2 Kickertischen sind wir dann relativ schnell in die 3-Zimmer-Wohnung auf den Kiez umgezogen, wo wir sogar 8 Tische stellen konnten und diesen Raum als Verein betrieben haben. In einer Stadt wie Hamburg ist es allerdings für Vereine sehr schwer, bezahlbare Räume zu bekommen und wir haben nach einigen Jahren gemerkt, dass es als Verein nicht machbar und vor allem bezahlbar ist, ein großes Kickerzentrum zu betreiben, das auch noch eine gute zentrale Lage und damit eine gute öffentliche Anbindung hat. Und um unseren Lieblingssport weiter zu fördern war genau das unbedingt erforderlich. Dann haben Knuth Strecker und ich lange überlegt, geplant und gesucht und sind auf den jetzigen Standort gestoßen. Das hat sehr viel Zeit und Mühe gekostet und es hat letztendlich von der Vertragsunterschrift bis zur Eröffnung ganze 2 Jahre gedauert, bis alle Bauarbeiten abgeschlossen waren und alle Genehmigungen erteilt wurden. Und jetzt sind schon 7 Jahre vergangen. Das hätte anfangs wahrscheinlich keiner gedacht. Sehr stark besucht sind die „No Pro“ Freitagsturniere. Wieviele Spieler nehmen im Durchschnitt teil an diesem Turnier und was sind die besonderen Regeln? Unser Freitags-No-Pro Turnier ist tatsächlich eine weitere kleine Erfolgsgeschichte. Nachdem sich unser Mittwochsdoppel über die letzten Jahre mit durchschnittlich 80-100 Teilnehmern als festes Event etabliert hat und das Niveau eher die professionellen bzw. sehr ambitionierten SpielerInnen anspricht, musste es auch ein Turnier für die breite Masse geben, bei dem ausschließlich Einsteiger, Anfänger und SpaßspielerInnen ihre ersten Erfahrungen sammeln können. Wir haben uns vorgenommen das einfach mal ein Jahr lang auszuprobieren und dann mal sehen wie es ankommt. Nach anfänglich immer 10-20 TeilnehmerInnen ist das Turnier stetig größer geworden und mittlerweile kommen durchschnittlich 100-130 Kickerfans. Vor allem kommen jede Woche neue Leute dazu, die sehr viel Spaß an den Kickertischen haben. Dafür haben wir uns natürlich ein paar besondere Regeln ausgedacht, zum Einen ist der „Jet“-Schuss verboten, da diese Schusstechnik für viele Spieler Neuland ist und man schon einiges an Erfahrung braucht, um diesen Schuss zu halten. Darüber hinaus sind Hilfsmittel wie Handschuhe, Griffbänder etc. verboten und nach jedem Tor müssen die Positionen getauscht werden, d.h. der Stürmer geht ins Tor und der Torwart in den Sturm. Außerdem muss ein Team bei einem 7:0 Spiel dem Verlierer einen Schnaps ausgeben (bei Minderjährigen natürlich einen Softdrink). Topspieler dürfen an dem Turnier nicht teilnehmen, wenn es allerdings doch mal vorkommt, dann nur mit einem kompletten Anfänger als Partner. Insgesamt machen alle Teams viele Spiele und nach der Vorrunde gibt es für jeden noch einmal mindestens ein K.O.-Spiel, nach der Vorrunde teilen wir das gesamte Teilnehmerfeld nämlich noch einmal in drei K.O.-Felder auf, so dass auch hier noch einmal die Spielniveaus etwas angeglichen werden. Insgesamt steht beim No-Pro immer der Spaß im Vordergrund, es geht darum neue Leute kennenzulernen und gemeinsam einen schönen entspannten Abend am Kicker zu verbringen. Daher gibt es auch keine großartigen Preise oder gar Ranglistenpunkte. Hier wird einfach nur zusammen gedaddelt und die Gewinner in den drei Feldern werden auf unserer Fotowand verewigt. Darüber hinaus finden auch an anderen Wochentagen spezielle Turniere statt. Welche Turniere finden wann statt? Das Turnierangebot ist mittlerweile wirklich sehr groß geworden: Montags: ab 20 Uhr Classic Doppel – Jet ist verboten, Anstoß erfolgt immer beim Torwart Mittwochs: ab 20 Uhr Mittwochsdoppel – ganz normales Doppel nach ITSF-Regeln Freitags: ab 20:30 Uhr No-Pro Turnier für alle Einsteiger, Anfänger und Spaßspieler Samstag: ab 20:30 Uhr Einzelturnier für Jedermann/frau (außer wenn die Kixx Open stattfinden) Du bist nicht nur Betreiber des KIXX, Du bist auch 1. Vorsitzender des Hamburger Tischfussballverbandes. Welche Aufgaben repräsentierst du hierbei? An erster Stelle repräsentiere ich zusammen mit meinen Vorstandskollegen natürlich alle unsere Mitglieder und unseren Sport. Zu Beginn habe ich selber noch die Kickerliga Hamburg geleitet, aber mittlerweile haben wir eine vierköpfige Ligaleitung, die einen unglaublich tollen Job macht und sich um alle ligarelevanten Themen kümmert. Die meisten wissen gar nicht wieviel Arbeit das wirklich ist, deshalb kann man diese Arbeit gar nicht genug hervorheben und wertschätzen. Mir bleibt nun etwas mehr Zeit, Tischfußball als großes Ganzes in der Hansestadt voranzubringen, z.B. konnten wir 2017 die Weltmeisterschaft nach Hamburg holen, die ein Mega-Erfolg war. Und nun konnten wir zum allerersten Mal die deutsche Meisterschaft des DTFB nach Hamburg holen, die vom 20-21. Januar 2019 zum ersten Mal in Hamburg ausgetragen wird. Dafür konnten wir die Firma Silpion It-Solutions gewinnen, die einen Tag vorher am 19.01.2019 erneut ihren Silpion Kickercup und damit auch wieder einen Weltrekordversuch mit dem größten Firmenturnier der Welt an über 150 Tischen austragen wird. Beim letzten Mal gab es knapp 2.000 Teilnehmer, im kommenden Jahr soll dieser Rekord dann wieder gebrochen werden. Zusätzlich wird es an dem Freitagvormittag einen weiteren Rekordversuch geben und zwar das größte Schulkickerturnier der Welt. In diesem Rahmen wird das ein Kickerwochenende, das Seinesgleichen sucht. Wir hoffen natürlich, dass die Deutsche Meisterschaft ein voller Erfolg wird, damit wir diese Veranstaltung vielleicht dauerhaft in Hamburg etablieren können. Zudem werden wir nun auch versuchen, mindestens ein Weltranglistenturnier pro Jahr auszurichten. Daneben steht natürlich immer die Aufgabe im Vordergrund, Tischfußball für Jedermann/frau zu ermöglichen. Seit diesem Jahr ist unser Verband nun endlich auch gemeinnützig anerkannt und wir bemühen uns nun um die Aufnahme im Hamburger Sportbund e.V. Das große Ziel ist damit die Anerkennung als offizielle Sportart und damit auch irgendwann die Aufnahme im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und letztendlich auch beim IOC. Bis dahin ist es sicher noch ein weiter Weg, aber beim derzeitigen Zuwachs, den Tischfußball nicht nur in Hamburg sondern weltweit verzeichnet, ist das ein durchaus realistisches Ziel. Bis dahin geben wir unser Bestes um Tischfußball in Hamburg weiter zu fördern und als Breitensport zu entwickeln. Wieviele Tischfussball-Spieler sind aktuell offiziell im Hamburger Tischfussballverband gemeldet und wieviele Ligamanschaften gibt es? Die Hamburger Kickerliga hat in den letzten Jahren einen konstanten Zuwachs verzeichnet und mittlerweile gibt es bei uns insgesamt 4 Ligen, eine 1. Liga mit 10 Teams, eine 2. Liga mit 20 Teams, eine 3. Liga mit 40 Teams und eine 4. Liga mit 45 Teams. Insgesamt sind im Hamburger Verband 1117 aktive SpielerInnen gemeldet und es kommen stetig neue SpielerInnen bzw. neue Teams dazu. Damit sind wir der größte Tischfußball-Landesverband in Deutschland und die Liga in Hamburg stellt damit ohne zu übertreiben auch weltweit die größte Kickerliga. Hamburg ist einfach eine Kickerstadt mit unzähligen Kickerlocations und einer großen Liebe zum Tischfußball. Das KIXX befindet sich an der Reeperbahn. Dort wimmelt es außerdem auch von vielen weiteren coolen Kickerkneipen. In welcher Bar kickerst Du am liebsten außerhalb des KIXX’s? Mittlerweile habe ich leider nicht mehr so viel Zeit, aber wenn ich dann doch mal dazu komme, dann sehr gerne im Roschinsky’s oder in der Barbarabar. Welche großen Ereignisse finden im KIXX demnächst und in 2019 statt? In diesem Jahr gibt es noch zwei Kixx Open (Ranglistenturniere für die deutsche Rangliste des DTFB) am 17.11. und am 29.12.2018. Für das kommende Jahr haben wir uns natürlich auch wieder sehr viel vorgenommen, neben den monatlichen Kixx Open werden wir auch wieder ein paar Special-Events veranstalten, z.B. wird es im Sommer wieder ein Kickerturnier auf einer Barkasse geben (Kick`n`Float). Die Premiere war in diesem Jahr mit knapp 130 Teilnehmern an 9 Tischen ein voller Erfolg. Und sollte der kommende Sommer wieder so gut ausfallen wie in diesem Jahr, dann veranstalten wir ein Kickerfestival (komplettes Wochenende) mit vielen verschiedenen Disziplinen, das allerdings nicht im Kixx, sondern in einem Beachclub stattfinden wird. Lasst Euch überraschen? Adresse des KIXX: Nobistor 38, 22767 Hamburg Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag: 18 bis 24 Uhr und Freitag und Samstag: ab 18 Uhr
17. Februar 2018 Wie kann man sich das Leben des ITSF Präsidenten vorstellen… arbeitest du ganztags oder eher halbtags mit einem Nebenberuf? Arbeitest du ehrenamtlich? Da gibt so einige Tischfußball-Spieler, die Präsidenten ihrer eigenen Clubs oder Verbände sind und ein ähnliches Leben führen wie ich. Ich bin seit 18 Jahren Präsident meines eigenen Clubs (die Gründung war 1991), seit 12 Jahren bin ich außerdem Präsident des französischen Verbandes und darüber hinaus bin ich ITSF-Präsident seit der Gründung im Jahre 2002. Es ist ein Vollzeitjob und man muss so viel wie möglich reisen um Verbände und Partner zu unterstützen und um bei den internationalen Sport-Treffen dabei zu sein, sowie bei den World-Events und auf Messen. Ich mache das auf freiwilliger Basis, da ich keinen Vertrag habe, aber seit zwei Jahren erhalte ich 1.000 Euro pro Monat in meiner Position als ITSF Präsident. Da wir nun ebenfalls ein beobachtendes und prüfendes Mitglieds des GAISF sind, müssen wir alle härter arbeiten und dies betrifft vor allem jeden einzelnen Verbandspräsidenten. Als Privatperson bin ich parallel verantwortlich für Filmgesellschaften (Capricci, capricci films, etc), ein Film-Magazin und Film-Festivals (Sofilm), dies seit 18 Jahren. Hast du noch genug Zeit für ein Privatleben? Wie oft spielst du selber Tischfussball? Vielen Dank, dass Du dir über mein Privatleben Gedanken machst :-) Ich versuche alles so zu organisieren, dass ich bei den wichtigsten Momenten in meiner Familie (Frau und zwei Kinder) dabei bin. Das beginnt damit, dass ich jeden Morgen meine Kinder zur Schule begleite, wann immer es mir möglich ist. Ich versuche einmal wöchentlich Tischfußball mit meinen Freunden zu spielen und dabei Spaß zu haben und an etwa drei bis vier Turnieren im Jahr (lokal oder national) teilzunehmen, aber selbst wenn ich mich dafür qualifiziere, darf ich nicht beim ITSF World Cup und den World Championships mitspielen - das ist eine der weniger erfreulichen Seiten meines Jobs. Der ITSF wurde im Jahre 2002 gegründet und der Hauptsitz liegt in Nantes, Frankreich. Seitdem bist du als Präsident dort tätig. Wie viele Leute waren im Jahre 2002 für den ITSF in der Verwaltung tätig und wie viele sind es heute? Von 2002 bis 2004 arbeitete ich allein. Dies waren sehr aufregende Zeiten, da wir kein Budget hatten, aber wir reisten um die ganze Welt, mehr als 120 Tage im Jahr, um unsere Idee zu verbreiten, eine internationale Föderation zu starten und in Gang zu bringen. 2004 stellten wir unsere erste Mitarbeiterin ein, Christine Cabrere. Inzwischen arbeiten zwei Personen als feste Mitarbeiter (bald werden es drei sein). Die meiste Arbeit wird allerdings von einer Gruppe von Freiwilligen übernommen, die in verschiedenen Kommissionen tätig sind. Eine internationale Organisation wie der ITSF muss sich jeden Tag um folgendes kümmern: Föderations-Beziehungen, Sport-Organisation und Regeln, Turniere und Software, die Zusammenarbeit mit internationalen Sport-Managern (IOC, GAISF, WADA, etc), Buchhaltung, allgemeine Administration, Kommunikation, geschäftliche Angelegenheiten, Kommissionsorganisation, Betreuung der Spieler (inkl. Ansprechpartner für Fragen sein), Beziehungen zu unseren Partnern, die Organisation von Großevents (World Cup, World Championchips, ECL, ICC, Masters, Kongresse) Bewerbungen, Tischfußball für alle. Dies ist mehr oder weniger das, was eine Föderation alles tun sollte. Weißt du, wie viele aktive Tischfussball-Spieler es weltweit gibt? Wie sieht der Trend für die Zukunft aus? Wir können keine Anzahl aktiver Spieler nennen. Wir wissen aber, dass in den meisten Ländern der Welt aus Tradition gerne Tischfußball gespielt wird – das bedeutet, es gibt Millionen von Tischfußball-Begeisterten. Ich kann Dir ein paar Beispiele von organisierten Verbänden nennen, wo es viele Liga-Spieler gibt: Spanien liegt hier wohl ganz vorn mit 12.000 bis 15.000 aktiven Spielern (allein 12.000 Mitglieder spielen im spanischen Verband FEFM), Deutschland zählt ca. 8.000 Ligaspieler, Italien 6.000, Belgien und Benelux ungefähr 4.000. Die meisten liegen in Europa aber es gibt auch andere Länder, wie den Iran, die auch mehrere Tausend aktive Spieler haben. Die Zukunft hängt ganz von den Verbänden ab und wie sie Jugendprogramme, Liga-spiele usw. initiieren. Ich denke, wir sollten ebenfalls die „kleinen“ Tischfußball-Länder, wie z.B. China ermutigen und fördern. Aktuell hat der ITSF weltweit ca. 55 Mitgliederverbände. Werden in 2018 neue Verbände aufgenommen? Es gibt einige Länder, die dem ITSF beitreten möchten. Ich denke da an Nepal, Mexiko oder die Republik Kongo. Seitdem wir im Beobachtungsstatus des GAISF stehen, ist es aber nicht das primäre Ziel noch mehr Mitglieder zu bekommen. Wir brauchen vielmehr solide und starke Verbände, die in der Lage sind, Teil ihres nationalen olympischen Komitees zu werden, um mit Unterstützung der Regierung den Tischfussballsport zu fördern. Wo ist global gesehen der größte Wachstumsmarkt und in welchen Gegenden wird er erwartet? Europa ist definitiv zurzeit der größte Markt und das Potential ist immer noch gewaltig. Aber Asien, vor allem China, das völlig integriert werden möchte, könnte Europa in kurzer Zeit ablösen. Afrika ist der Ort an dem Tischfußball wirklich überall gespielt wird, auch viel auf den Straßen. Wir brauchen noch Zeit um dort starke Verbände zu etablieren. Wir haben bereits angefangen und die ersten Ergebnisse werden sich bald zeigen. Südamerika ist auch ein Tischfußball-Kontinent. Tischfußball ist dort ein sehr traditionelles Spiel. Die Aktivität ist wichtig in jedem Land auf diesem Kontinent; die Verbände sind hoch motiviert und ich bin sicher, wir können Tischfußball dort zu etwas Großem machen, wenn wir es schaffen können staatliche Unterstützung zu erhalten. Nordamerika war Jahrzehnte lang die Weltbühne was Tischfußball angeht, das Potential ist dort immer noch hoch und es wird eine Menge Arbeit sein es wieder zur Nummer Eins zu machen. Wie ist aktuell deiner Meinung nach die internationale Anerkennung für den Tischfussball und wie kann es gelingen, mehr Menschen auf der ganzen Welt für unseren Sport zu begeistern? Tischfußball hat einen ausgezeichneten Ruf. Je nach Land kann Tischfussball als ein Kneipen-Spiel angesehen werden oder als ein Spiel in der Schule oder als eine Freizeitbeschäftigung, dabei ist Tischfussball immer beliebt und macht großen Spaß. Nur wenige Leute, auch wenn es mehr und mehr werden, kennen Tischfußball als einen Sport. Die Aufgabe der Verbände und des ITSF ist es, die Leute auf die Sportart aufmerksam zu machen. Viele neue oder auch alte Sportarten träumen davon unser Publikum zu haben. Die Anzahl der Menschen, die Tischfußball trainieren und Kickertische kaufen, geht konstant nach oben. Es ist übrigens eine Menge an Arbeit die Freizeitspieler mit den Verbänden zusammenzubringen. Glaubst du, dass Tischfussball jemals eine olympische Sportart werden wird? Was unternimmt der ITSF hierbei um dieses Ziel zu erreichen? Der ITSF befindet sich aktuell im Beobachter-Status des GAISF. Dies ist ein riesiger Schritt für den Tischfußball, es hat so viele Jahre gebraucht, bis das geklappt hat. Ich möchte allen Menschen, die in diesem Projekt involviert waren gratulieren und wir nutzen die Gelegenheit damit zum nächsten Level aufzusteigen. Wir müssen 40 Verbände unterstützen, damit sie Mitglied des nationalen olympischen Kommittee`s werden, damit wir ein vollwertiges GAISF Mitglied werden können. Dies wird unglaublich viel Arbeit für uns alle in den nächsten Jahren bedeuten. Das Beispiel mit der Schweiz, die Ende des letzten Jahres dem nationalen olympischen Komittee beitrat, gibt uns viel Hoffnung, sofern alle Verbände bereit sind ihren Job ernst zu nehmen. Sobald wir ein vollwertiges Mitglied des GAISF sind, wird es mehr Diskussionen geben und wir können uns dann unseren nächsten Zielen hinwenden, nämlich einer Menge internationaler Sport-Organisationen beizutreten (GAISF ist nur eine notwendige Hürde). Vielleicht eines Tages dem olympischen Programm, aber das ist zurzeit noch kein realistisches Ziel. Die Tischfußball WM 2017 in Hamburg war ein voller Erfolg und es gab viele spannende Matches mit tollem Publikum im Hintergrund. Es wurden viele Kameras installiert um die Spiele aufzuzeichnen. Dennoch gibt es von den Spielen keine Videos im Internet, die frei zugänglich sind, insbesondere auf Youtube nicht, dem mit Abstand größten Online-Video-Anbieter. Wieso nicht? Es ist zwar bekannt, das Kozoom die alleinigen Übertragungsrechte hält und man sich dort die Matches gegen eine Gebühr ansehen kann, aber bist du nicht auch der Meinung, dass sich der Tischfussball nachwievor in einer Wachstumsphase befindet und es deshalb wichtig ist, dass wichtige und spannende Matches für jederman gratis zugänglich sein sollen? Wir suchen ständig Firmen oder Personen, die Tischfußball-Videos produzieren können. Zurzeit ist Kozoom das einzige Unternehmen, das in der Lage ist qualitativ hochwertige Videos fürs Fernsehen für einen sehr angemessenen Preis anzubieten. Die Frage, ob man Videos umsonst ins Internet stellen sollte, ist eine rege Diskussion. Ich glaube Jim Stevens (insidefoos) hat dieselbe Frage gestellt. Wir sollten immer im Hinterkopf behalten, dass die Leute, die Tischfußball-Clips produzieren und kommentieren, dies auch selbst nicht umsonst tun können. Was Kozoom betrifft, der ITSF hat keinen Vertrag mit ihnen und bekommt auch kein Geld von Kozoom oder von anderen Anbietern. Das Kozoom Team, Jens und Mikael aus Deutschland, bekommen kein Geld vom ITSF, um ihre Videos zu produzieren. Sie können nur versuchen ihre Kosten und ihren Zeitaufwand mit dem Pay per View-System zu decken. Genau wie Jim Stevens, soweit ich weiß. Wie würdest du deinen Kontakt zu Kozoom beschreiben? Es heißt, einer der Hauptbetreiber von Kozoom wohnt ebenfalls in Frankreich und ist ein Freund von Dir? Kozoom, die Firma, die World-Cup Videos produziert sitzt in Frankreich (Xavier Carrer), ich kenne ihn nur seitdem er Tischfußball Videos aufnimmt. Er ist sehr professionell, ich habe keine persönliche Verbindung zu seinem Unternehmen (sein Unternehmen ist in erster Linie im Bereich Billard sehr erfolgreich). Soweit ich weiß, aber das solltest Du Dich direkt bei Kozoom informieren, geht das Pay-per-View Geld direkt an das deutsche Kozoom-Team, Jens und Mikael, um soviele Videos wie möglich zu produzieren und ich kann nicht sagen, ob sie unterm Strich überhaupt Geld damit machen. Aber Live Streaming und Kommunikation im Allgemeinen soll 2018 eines der wichtigsten Themen des ITSF sein. Ich glaube, dass die Videos der nächsten ICC und ITSF World Masters umsonst sein werden oder wenigstens der wichtigste Teil davon. Wir diskutieren noch darüber und ich hoffe, dass es in spätestens zwei Jahren einen Tischfußball-Sender geben wird. Aktuell gibt es fünf verschiedene „Offizielle Tische“ und vier „Recognized Tische“. Wie positioniert sich der ITSF zukünftig in Hinblick auf die Partnertische… werden es mehr oder weniger? Deine Frage gibt mir die Chance mich herzlich bei unseren fünf offziellen Partnern, alles Familienunternehmen, zu bedanken, die den Tischfußball seit vielen Jahren fördern. Bonzini, Garlando, Leonhart, Roberto Sport und Tornado unterstützen den ITSF und aber auch viele nationale Verbände. Ich bin mir sicher, dass diese Kooperationen für viele Jahre erhalten bleiben und stärker und stärker werden. In diesem Zusammenhang taucht eine wichtige politische Frage auf, die jetzt thematisiert werden muss. Wie können wir sicherstellen, dass der ITSF keine andere Spielergruppe oder Spielstil diskriminiert? Verständlicherweise können wir es nicht schaffen jede Stadt oder Region zu managen aber wir müssen versuchen zu verstehen, was Tischfußball in jedem einzelnen Land darstellt und dem Land versuchen zu helfen in unseren internationalen Verband einzutreten. In einigen Tagen werden wir offiziell den spanischen Zwei-Beine-Stil komplett im ITSF anerkennen. Dies als Beispiel ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben entschieden, dass die Verbände „Pro-Tour-Events“ auf ihren eigenen lokalen Tischen organisieren können, wenn sie einen traditionellen Stil spielen oder wenn sie wirklich große Schwierigkeiten haben ITSF-Kickertische zu bekommen. Wir werden ebenfalls in den kommenden Tagen auf alle „Italian-Style“ Spieler zugehen um ihnen ein viel besseres Spielen zu ermöglichen, indem wir die Regeln anpassen und den Kickertisch modifizieren. Da Du ein deutscher Website-Betreiber bist, wirst du mitbekommen haben, dass Guardian und Ullrich Sport letztes Jahr auch in die Kategorie „recognized tables“ eingetreten sind. Der DTFB, Silpion und der Hamburgerische Verband organisierten 2017 einen perfekten WorldCup und üben somit viel Druck auf den spanischen Verband aus (Anmerkung der Redaktion: Der nächste World Cup findet 2019 in Spanien statt). Dies beweist, dass Deutschland einer der Führenden, wenn nicht sogar die Nummer eins im internationalen Tischfußball geworden ist. Wo siehst du den Tischfussball in zehn Jahren? Ich hoffe, dass unser Sport in den meisten Ländern als ein echter Sport anerkannt wird. Tischfußball ist ein fantastisches und sehr attraktives Werkzeug für Lehrer, um pädagogische Ziele zu erreichen, wie etwa die Vermittlung von Respekt, Teamgeist, Koordination, Konzentration, voneinander lernen, Strategie, Gemeinschaftsgefühl,…es hilft Kindern sich selbst zu vertrauen und eine Menge Spaß zu haben. Und dann wird alles andere woran Du denkst ebenfalls passieren, sobald Tischfußball ein weltweit anerkannter Schulsport ist, denn dann wird Tischfußball einer der meistgespielten Wettbewerbssportarten werden!
25. Juli 2017 Die Tischfussball WM 2017 ist nun knapp vier Monate her. Wie fällt Dein Fazit aus? Ich habe mich dazu vor vier Tagen im Tischfussball Forum ausführlich geäußert, siehe diesen Beitrag. Die deutschen Spieler waren sehr erfolgreich und haben 18 Medaillen gewonnen. Hand aufs Herz: Wie sehr ärgert es dich, dass die Männermannschaft und die Frauenmannschaft beim Nationencup keine Medaille gewonnen haben? Das ärgert mich absolut nicht. Warum auch? Beim World Cup sind alle Nationen in Bestbesetzung anwesend, an der Spitze geht es eng zu und jeder kann jeden besiegen. Bei den Herren war im Vorfeld klar, dass es mehr als schwierig ist, die Topfavoriten USA und Luxemburg zu knacken. Einziges Manko in meinen Augen bei den Herren war die schlechte Vorrunde und wie sich das Team dabei teilweise präsentiert hat. Da hätte ich mir deutlich mehr erwartet – und die Zuschauer ebenfalls. Das Ausscheiden gegen Luxemburg im Viertelfinale war keine Überraschung. Und die Damen, die immer noch Rekordweltmeisterinnen sind, spielten nach einer sehr guten Vorrunde auch im Viertelfinale gegen die mitfavorisierten Schweizerinnen auf einem hohen Niveau. Ich hatte das Spiel komplett gesehen und es hing im Endeffekt nur an ein oder zwei Bällen. Das ist Sport und dann muss man einfach auch die Leistung der Gegner anerkennen. Da gab es keinen Grund, sich zu ärgern. Natürlich war es sehr schade, dass uns das Ausscheiden der beiden Teams am Finalsonntag viele Zuschauer gekostet hat. Und im Nachhinein wurde uns auch bewusst, dass wir durch die Konzentration auf die Ausrichtung in diesem Jahr von Funktionärsseite aus etwas weniger fokussiert auf die sportliche Vorbereitung unserer Nationalteams waren. Wir haben daraus gelernt und werden in Murcia 2019 besser vorbereitet sein. Dann greifen wir erneut an! Sehr gut angekommen bei den Zuschauern ist der Modus bei den National-Wettbewerben. Obwohl ein Spielsatz bis 5 geht, musste man am Ende 21 Tore geschossen haben um den ersten Satz zu gewinnen. Mein Eindruck: Hier ist tatsächlicher JEDER Ballwechsel enorm wichtig und man fiebert von Anfang an mit. Wie beurteilst du diesen Modus und wird es diesen Modus weiterhin bei Nationalmannschaftswettbewerben geben? Ich bin von diesem Modus absolut begeistert. Es war permanent Druck auf dem Kessel. Erstmals habe ich das Gefühl, dass wir nah dran sind, einen Modus zu haben, der zu unserem Sport im Teambereich perfekt passt. Die finale Entscheidung steht zwar noch aus, die Tendenz ist jedoch so, dass der ITSF dieses race-to-Format beibehält und dann werden wir uns auch im DTFB für unsere Ligen damit beschäftigen. Vom 06.08.2017 bis 12.08.2017 findet in Westernhohe zum ersten Mal ein „DTFB Kickercamp“ statt. Für eine Teilnehmergebühr in Höhe von 178 € werden Kinder und Jugendliche zweimal täglich á zwei Stunden trainiert. Wie kam diese tolle Idee zustande und mit wie vielen Teilnehmern wird gerechnet? Wir mussten in Hamburg mal wieder feststellen, dass uns die gesellschaftliche Anerkennung, die wir benötigen, um die nächsten Schritte machen zu können fehlt. Bei der Suche nach den Ursachen wurde uns bewusst, dass dies vor allen Dingen mit dem fehlenden Nachwuchs in Verbindung steht. Aktuell sind lediglich 1,5 % unsere Mitglieder unter 18 Jahre alt. Laut aktueller Statistik sind in anderen Sportarten knapp ein Drittel der Mitglieder Jugendliche. Da fast überall in Deutschland in den Kinderzimmern, den Jugendzentren und Jugendherbergen und vermehrt auch in Schulen Kickertische stehen und die Kinder diese Geräte mit großer Freude nutzen, stellt sich die Frage, warum dieser kickerbegeisterte Nachwuchs nicht zu uns kommt. Wir – und das bedeutet vor allen Dingen die Deutsche Tischfußballjugend DTFJ mit ihrem Vorsitzenden, Engelbert Diegmann - werden intensiv daran arbeiten, das zu ändern. Und dazu gehören auch Freizeitmaßnahmen wie das Kickercamp, das wir zukünftig regelmäßig anbieten werden. Das nächste Camp ist im Dezember in Berchtesgaden und in den Sommerferien 2018 geht es wieder zu den Pfadfindern nach Westernohe. Für unser 1. Camp hoffen wir auf mindestens 10 Teilnehmer, was schwierig ist, da wir den Termin sehr kurzfristig festgelegt haben. Ich bin mir sehr sicher, dass es nicht lange dauern wird und wir werden diese Anzahl deutlich steigern können. Das Feedback, das wir jetzt schon von den Eltern erhalten, ist sehr positiv. Welche Tischfussball Highlights stehen 2017 noch an? Im August stehen die Finalwochenenden der Herren- und Damen-Bundesligen an. Dabei dürfen wir uns wieder auf hochklassigen Sport mit einer Vielzahl von internationalen Topspielern freuen. Und dabei geht es erfahrungsgemäß immer sehr emotional zu. Im September starten wir ein gemeinsames Projekt mit Deutschlands größter Pfadfinderorganisation, der DPSG. Ziel ist, in vielen Stämmen Kickertische aufzustellen, damit die Pfadfinder auch bei schlechtem Wetter ein spaßbringendes Angebot haben. Vom 14. – 17. September sind wir dann mit der European Champions League und dem Leonhart WS im saarländischen St. Wendel. Dann schaut die Tischfußballwelt nach Deutschland. Auf dem Weg zum Jahresende stehen dann noch die Junioren-Bundesliga, ein Weltranglistenturnier in Dortmund, die deutsche Universitätsmeisterschaft sowie die nationalen Meisterschaften im Kalender. Unsere Aktiven sowie alle Fans unseres Sports dürfen sich also noch auf viele Highlights im Jahr 2017 freuen.
16. Februar 2016 Lieber Christian, Leonhart ist ein Familienbetrieb aus Niederbayern, der 1949 von Deinem Großvater Xaver gegründet worden ist. Es heißt, Dein Großvater war ein Erfinder-Genie, der viele Patente mit Spielgeräten angemeldet hat. Welches Patent hat er im Tischfussball angemeldet und wie kam es zur Produktion von Kickertischen? Ja, das ist tatsächlich so. Seinerzeit hatten Kneipen und „Aufsteller“ Umsatzeinbußen, denn die Spieler klemmten immer irgendetwas in das Tor, damit die Bälle nicht hineinfallen konnten. Xaver erkannte die Situation als erster und entwickelte die sogenannte „Taschentuchsperre“ – sein wichtigstes Patent war geboren. Ein weiteres wegweisendes Patent war der mechanische Auslöseapparat. Durch die Erfindung meines Großvaters wurden die Spiele fortan mit einer Schubstange, die schwer zu manipulieren war, ausgelöst. Unter anderem bestand auch ein Gebrauchsmuster für hochgezogene Ecken am Spielfeld, dass die Dynamik beim Kickern für den Spieler deutlich stärker in den Vordergrund stellte. Leider ist es so, dass das Gebrauchsmuster mittlerweile nicht mehr haltbar ist – es zeigt allerdings, dass Leonhart schon damals den richtigen Weg bei der Tischherstellung beschritten hat. Denn heute sind moderne Tische vieler Hersteller ebenfalls mit den hochgezogenen Ecken ausgestattet. Bei einer Online-Recherche beim Deutschen Marken- und Patentamt haben wir herausgefunden, dass der „Entwicklergeist“ unserer Firma wirklich groß ist, denn es existieren fast 180 Patente auf den Namen Xaver Leonhart. Wieso heißt das Unternehmen eigentlich „Leonhart“ während alle Inhaber „Fiedler“ mit Nachnamen heißen? Die Frage ist sehr einfach zu beantworten: Mein Großvater, also der Firmengründer, hieß Leonhart. Dessen Ehefrau Johanna bekam eine Tochter. Diese übernahm nach der Heirat mit Franz Fiedler dessen Nachnamen: Fiedler! Weil wir aber ein wertorientiertes, traditionell ausgerichtetes Familien-Unternehmen sind, ist der Firmenname „Leonhart“ geblieben. Spielt Ihr in den Pausenzeiten oder zu Hause auch selbst Tischfussball? Wer aus der Familie ist der beste Tischfussball-Spieler? Natürlich. Wir haben nicht nur eine Vielzahl an Tischen in der Werkstatt, sondern auch einen Tisch direkt im Büro stehen, der sehr oft benutzt wird. Aber nicht nur zum Zeitvertreib, sondern speziell, um Neuerungen zu testen. Bei uns werden also die Bälle im Büro geprüft und zum Beispiel haben wir bei der Entwicklung der neuen TicTacBang-Figur sehr viel spielerisch getestet und optimiert! Auch wird bei uns logischerweise mit Besuchern im Büro in der Regel ein Spiel gemacht. Damit wir die Unterschiede bei den Figuren spielerisch anhand eines Matches erklären können, haben wir je auf einer Seite die TTB und auf der anderen Seite die klassischen Soccer-Figuren montiert. Der bessere Spieler ist sicher mein Bruder Andreas. Er spielt auch oft im örtlichen Tischfußballclub mit. Ich selber bin aber auch beim DTFB und ITSF gemeldet. Neben Kickertischen produziert Leonhart auch Billardtische. Welches Geschäft läuft besser… Tischfussball oder Billard? Tischfußball ist unser Kerngeschäft. Hier sind wir auch viel stärker im Sport verwurzelt als beim Billard. Unsere Billardtische kommen in der Regel in Kneipen zum Einsatz, in denen Münztische stehen. Unsere Billard-Tische sind europaweit für ihre hohe Qualität und Robustheit bekannt. Aber durch den Rückgang der Kneipenszene ist das Wachstum im Vergleich zum Tischfußball eher rückläufig. Kicker wird zusätzlich auch weiterhin Zuhause und im Büro gespielt und das Gerät wandert vom Keller mit in das Wohnzimmer. Bei Billardtischen ist dies durch die Größe und das enorme Gewicht natürlich ein wenig schwieriger... Was sind die Arbeitsprozesse bei der Herstellung eines Kickertisches? Da wir in der Regel erst auf Bestellung produzieren, sind wir sehr flexibel in der Ausstattung des Tisches. Erst einmal wird die vom Kunden gewünschte Farbe auf das Holz aufgebracht. Für die präzisen Bohrungen läuft dann die CNC Fräse an. Früher wurden acht Bohrmaschinen an einer Führung für die Lochbohrung eingesetzt. Hier kam es öfters zu Unterschieden im Figuren- und Spielfeldabstand, was heute mit der programmierbaren CNC-Maschine nicht mehr passieren kann. Anschließend werden die Teile zusammengebaut und die Bretter bekommen das Aussehen eines Tischfußballgerätes. Die gewünschte Torkonstruktion wird eingebaut, danach werden viele Kleinteile montiert. Hier kann der Kunde wieder wählen, was er alles in seinem Tisch haben möchte. Von der Stangenwahl und den Griffen bis hin zu verschiedenen Figuren und Farben für die beiden Mannschaften ist alles möglich. Ich lade jeden herzlich ein, sich die Produktion bei uns vor Ort mal persönlich anzusehen. Viele Besucher staunen oft, wie aufwändig ein Leonhart-Tisch gebaut wird. Das hat mit einem fernöstlichen Schnellbausystem nichts zu tun. Wie lange dauert es einen Kickertisch zu produzieren und wie viele Tische stellt Ihr pro Tag her? Die Tische werden nicht komplett auf einmal fertig gebaut. Dies macht die Zeitangabe ein wenig schwierig. Ein paar Stationen dauern länger, andere gehen flott und müssen dann auf den nächsten Bearbeitungsschritt warten. Unsere täglichen Stückzahlen kann ich Dir nicht nennen, da dies zu unseren Geschäftsgeheimnissen gehört. Zur Weihnachtszeit müssen wir auf jeden Fall Vollgas geben, damit jeder unserer Kunden seinen bestellten Tisch noch unter den Christbaum stellen kann. Im Sommer ist es erfahrungsgemäß immer ein wenig ruhiger. Wie entwickelt Ihr, als holzverarbeitender Betrieb, Figuren und Bälle aus Kunststoff? Figuren und andere Kunststoffteile lassen wir extern produzieren. Die Formen werden nach unseren Vorgaben angefertigt. Spannend ist hier z.B. die alte Leonhart Turniersieger Figur mit den abstehenden Ohren. Hier wurde die Form noch in Holz geschnitzt. Mein Großvater Xaver Leonhart stand hier höchstpersönlich „Model“. Unsere neueste Figur, die TTB, haben wir eigenständig bis zur Perfektion weiterentwickelt. Hier kam unser Bürotisch sehr viel zum Einsatz. Wir haben auch 3D-Drucke machen lassen, damit wir ein Gefühl für die Figur bekommen. Die Figur wurde so entwickelt, dass jeder Spieler, mit jeder Spielstärke und jedem Spielstil Spaß damit haben kann. Die TTB Figuren sind also nicht nur aus Zeichnungen entstanden, sondern aus einem langwierigen Prozess von realem Spielen, Verändern und Anpassen. Das hat auch bedeutet, immer wieder von vorne zu beginnen, bis wir 100% zufrieden waren. Was die Bälle angeht; die sind extrem schwierig zu entwickeln. Hier haben wir schon sehr viel probiert. Mittlerweile haben wir bei drei verschiedenen Herstellern Formen liegen. Es ist eine enorme Herausforderung Bälle für den Spitzensport herzustellen. Einige kunststoffverarbeitende Hersteller haben das Handtuch geworfen, da es ein enormer Aufwand ist, einen Ball zu produzieren, der absolut rund ist und somit einen perfekten Lauf garantiert. Auch muss das richtige Material gefunden werden und die Bälle müssen nach dem Spritzen noch angeraut werden. Natürlich sind wir sehr auf den Spitzensport fokussiert und die Erfahrung hat gezeigt, dass wir bei Neuerungen sehr sensibel agieren müssen. Wir wissen, dass auch kleinste Veränderungen beim Material das Spielverhalten verändern können. Spieler, die sich Monate, wenn nicht sogar schon Jahre auf eine Materialkombination eingespielt haben, können hier - zu recht - kritisch reagieren. Der Klassiker Leonhart TS in einem Flyer aus dem Jahre 1970 Der legendäre „Leonhart Turniersieger“ ist in Eurem Shop nicht mehr erhältlich. Habt Ihr dieses Modell komplett aus dem Sortiment genommen? Der Turniersieger in der „klassischen“ Form wird nicht mehr produziert. Er war in den letzten Jahren nur noch von Liebhabern angefragt worden. Da sich die Szene jedoch Richtung Sport entwickelt hat, ist der TurnierSieger immer weiter aus dem Fokus gerutscht. Auch ist die Spritzform für die Original Leonhart TS-Figur mit den abstehenden Ohren ist bei uns nicht mehr in Verwendung. Interessanterweise kann man diese als China-Nachbau aber noch in diversen Stores finden. Welche Idee steckt hinter dem neuen BANG-Kickertisch, der viel positives Aufsehen erregt hat? Die Idee hinter dem BANG-Tisch ist einfach: Wir wollten einen Fun-Tisch. Es macht enormen Spaß, mit den neuen Figuren auf diesem Tisch zu spielen. Es ist die Mischung zwischen den amerikanischen Tic/Tac und dem deutschen Soccerspiel, was den Tisch extrem flexibel in der Spielweise macht. Auch die Wahl des Balles ist hier weniger entscheidend: auch der rutschigste Ball lässt sich mit den TTB-Figuren immer noch gut kontrollieren. Der Tisch selbst ist bisher nicht in den Ligen zu finden. Die Figur ist jedoch für Challenger-Turniere und für den Ligabetrieb in den meisten Bundesländern zugelassen. Der Automatenhersteller Löwen, den Ihr beliefert habt, hat in den 80ern und 90ern sehr erfolgreich eine Turnierserie veranstaltet. Was ist aus Löwen und der Turnier-Partnerschaft mit Euch geworden? Generell hatten wir auf die Turniere von Löwen Automaten keinen Einfluss. Hier haben wir einen extremen Entwicklungsschritt in der Vermarktung und in der Turnierszene durchgemacht. Früher waren wir „nur“ der Hersteller von Löwen Tischen und des TurnierSiegers, der von anderen Großhändlern gekauft wurde. Bei den Turnieren und deren Ausrichtung hatten wir wenig Erfahrung. Es gab Elite-Spieler, die sich mit Löwen zusammengesetzt und getüftelt haben – und wir haben die gewünschten Änderungen in die Tische eingebaut. Ich vermute, dass Tischfußball in dieser Form für ein Unternehmen wenig rentabel wurde. Hier rückten andere Geräte in den Fokus. Zu dieser Zeit boomten die Touchscreen-Geräte. Diese benötigen natürlich viel weniger Platz und haben weniger Aufwand bei mehr Einspielung. Gibt es eine Zusammenarbeit mit Löwen noch? Wir produzieren nach wie vor noch Tische für Löwen-Automaten, aber weniger als früher. Leonhart ist langjähriger Partner des DTFB und seit 2007 auch offizieller Partner des ITSF. Wie sind diese Partnerschaften zustande gekommen und wie lange werden sie anhalten? Allem voran: Wir sind sehr stolz auf die Partnerschaft mit dem DTFB und dem ITSF. Auch zolle ich der Arbeit der beiden Verbände sehr viel Respekt. Man darf hier eines nicht vergessen: Die Vorstandschaft des DTFB und auch die Vorstände und Mitarbeiter der angehängten Landesverbände arbeiten alle ehrenamtlich. Der Beginn der Partnerschaft ist eigentlich wenig spektakulär: Während meiner Studienzeit habe ich die Tischfußballszene rund um den DTFB ein wenig beobachtet. Mir hat das damals schon sehr gefallen. Irgendwann habe ich beim DTFB angerufen und dort das Interesse an einer Partnerschaft angekündigt. Schnell war das erste Treffen in Frankfurt arrangiert und die dort entstandene Verbindung ist schnell gewachsen. Durch die Zusammenarbeit haben wir sehr viel gelernt und auch mehr Kontakt zu den Spielern und Vereinen herstellen können. Der nächste Schritt war der Status „ITSF recognized“. Hier haben wir sehr viel Vertrauen auch im Umland erfahren. Außerdem haben wir wieder eine Menge dazugelernt. Wir sind persönlich auf Turnieren z.B. in Holland gewesen und haben dort die Szene miterlebt. Das Hauptziel war natürlich die Erlangung des Status „ITSF official“. Da der ITSF nur fünf Tischpartnern diesen Status erlaubt, waren wir hier auf einen abgesprungenen ITSF Partner angewiesen. Da im ITSF demokratisch gehandelt wird, mussten wir uns der Wahl der Länder stellen, die Empfehlungen für den Hersteller ausstellen. Die meisten Länder haben für uns gevotet und somit wurden wir in den Status „ITSF official“ erhoben. Wie lange die Partnerschaft anhält? Auf Lebenszeit. Von unserer Seite ist nicht geplant diese Partnerschaften zu beenden. Natürlich gibt es mal schwierigere Zeiten, wie z.B. eine schlechte WCS oder Problembälle. Aber genau das macht eine gute Partnerschaft aus, dass man Höhen und Tiefen gemeinsam durchmacht und anschließend gestärkt mit Erfahrung daraus hervorgeht, weil man aus Fehlern gelernt hat. Mit welchen Bedingungen ist diese Partnerschaft in Bezug auf die Turnierserie ITSF Tour verknüpft? Natürlich gibt es Bedienungen, um den Status „ITSF official“ aufrecht zu erhalten. Dies betrifft z.B. die Veranstaltung von ITSF Turnieren. Diese Forderungen kommt natürlich auch den Spielern zugute, welchen regelmäßig Top-Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Und das unterstützen wir gerne. Was passiert mit den von Euch zur Verfügung gestellten Kickertischen nach Ende eines ITSF Turniers? Wir haben mittlerweile viele Tische an verschiedenen Stützpunkten in Deutschland gelagert. In Köln z.B. haben wir einen Partner, der die Tische für uns auf Turniere transportiert und dort wieder abholt. Bei den Mega-Events wie WCS fahren wir selber. Die 100 Tische der WCS 2015 wurden anschließend als „turniergebraucht“ zu einem reduzierten Preis verkauft. Ein bestimmter Tischpool bleibt bei uns auf Lager. Diese Tische können von Landesverbänden oder auch ausländischen Verbänden für Turniere abgeholt und kostenfrei benutzt werden. Ruft uns an! National wie international gehört Leonhart zu den erfolgreichsten Tischherstellern. Welches Modell ist Euer Bestseller? Ganz klar die ITSF pro-tables. Anfänglich waren noch viele Spieler skeptisch wegen des hohen Tors und haben auf den leo.soccer zurückgegriffen. Wobei das klassische Tor immer noch von Spielern bevorzugt wird, welche nicht den Fokus auf ITSF-Turniere legen und das Tor von der Kneipe her kennen. Welche Pläne hat Leonhart für die Zukunft? Im Moment arbeiten wir mit Hochdruck an einer internationalen Expansion. Hier führen wir schon vielversprechende Gespräche und man darf gespannt sein, ob es bald auch ein Tischfußball „made in Germany“ in weiteren Ländern der Welt zu finden gibt. Außerdem arbeiten wir an einem neuen Tisch-Modell. Die bestehenden ITSF-Tische werden nicht verändert. Hier setzen wir auf Konstanz, um den Spielern ein gleichwertiges Spielgefühl zu garantieren. Das Thema Ball ist natürlich immer aktuell. Hier kann ich jedoch beruhigen: Solange es keine Verbesserung des bestehenden Balles gibt, werden wir nichts verändern. Jegliche Veränderungen würden wir auch nur in Rücksprache mit dem DTFB und den Landesverbänden realisieren.
12. Januar 2016 Lieber Klaus, Du bist seit 2002 Präsident des DTFB. Was gehört eigentlich zu Deinen wichtigsten Aufgaben? Das ist etwas, was sich im Laufe der Jahre kontinuierlich geändert hat. Zu Beginn meiner Präsidentschaft ging es lediglich darum, Tischfußball in Deutschland am Leben zu halten. Die elektronischen Spiele hatten die Kickertische im großen Stil vertrieben und die Ligabetriebe bröckelten. Und Landesverbände gab es nur im Saarland, Bayern, Hessen plus den Kickerverband Kleve mit einer Liga am Niederrhein. In den ersten Jahren hatte also oberste Priorität, überall in Deutschland Tischfußballinteressierte zu finden, um mit ihnen gemeinsam Strukturen (Verbände, Vereine) zu gründen und nachhaltigen Aufbau zu betreiben. Das war anfangs recht zäh, da die Richtigen gefunden werden mussten und viel Überzeugungsarbeit erforderlich war. In den Jahren 2005 bis 2008 kam es dann zu einer Vielzahl von Landesverbandsgründungen und es ging ein positiver Ruck durch die Szene. Ausgelöst war das auch durch den ITSF World Cup in Hamburg im Jahr 2006, bei dem die Aktiven erstmals nach einem einheitlichen Regelwerk spielten. Dies war ein wichtiges Zeichen, um den Glauben daran zu geben, dass Tischfußball wirklich weltweit zu einem regulären Sport vereinheitlicht werden kann. Danach begannen die Zeit der Weiterentwicklung mit den neuen nationalen Ligabetrieben für Damen, Senioren und Junioren sowie der Aufbau des Turnierwesens bis hin zu der überaus erfolgreichen Challengertour. Meine Hauptaufgabe sehe ich mittlerweile darin, neben dem Tagesgeschäft unseren vielen Mitstreitern beim DTFB und in den Landesverbänden das positive Umfeld zu bewahren, das die Entwicklung in den vergangenen Jahren ermöglicht hat und den Rücken freizuhalten, wenn es darum geht, neue Dinge zu testen. Wie lange spielst Du selbst Tischfussball und was war Dein größter Erfolg? Ich habe schon als Kind auf Stühlen gestanden, um Kickern zu können. Die Funktionärstätigkeit begrenzt leider die Möglichkeit, regelmäßig aktiv an Wettkämpfen teilzunehmen. Die schönsten und mir persönlich wichtigsten Erfolge waren die vielen regionalen und nationalen Titel mit meinem Heimatverein Braddock Burbach, bei dem ich Gründungsmitglied bin. Und wenn ich mich nicht täusche, sind Mehmet Kosar und ich gemeinsam noch immer das einzige deutsche Team, dem es gelungen ist, einen Collignon bei einem WCS-Turnier im Doppel aus dem Turnier zu werfen. Der Tischfussball boomt nachwievor in Deutschland und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Mittlerweile gibt es in fast jeder Region Tischfussball-Vereine. Kannst Du Zahlen nennen, wieviele aktive Tischfussball-Spieler es gibt in Deutschland? Ende 2015 waren es knapp über 7.000 Aktive, die in 375 Vereinen beim DTFB gemeldet waren. Ich hoffe, die Einschätzung, dass es so weiter geht, bewahrheitet sich. Wenn man sieht, dass es in vielen Nationen um uns herum kontinuierlich abwärts geht, wird klar, dass die positive Entwicklung in Deutschland kein Selbstläufer ist. Unser großes Pfund ist, dass wir in den vergangenen Jahren unseren Schwerpunkt auf den nachhaltigen Aufbau von Vereinsstrukturen und die damit verbundenen Ligabetriebe gelegt haben und dass diese Vereine für Stabilität sorgen. Und dass die Challengerserie, die im vergangenen Jahr 127 Turniere umfasste, so schnell so groß werden würde, hat selbst die kühnsten Optimisten in unseren Reihen überrascht. Mit der Fokussierung auf die Basis haben wir scheinbar den richtigen Weg eingeschlagen, auch wenn sich das nicht immer mit der Meinung der traditionell spitzenspielerorientierten Szene deckte. Werden wir jemals ein Tischfussball-Match auf einer Olympiade erleben? Aktuell ist das ganz weit weg und hängt sicherlich mit der weltweiten Entwicklung unseres Sports zusammen. Hier gilt es, in den kommenden Jahren auf allen Kontinenten Tischfußball zu etablieren. Einen weiteren Schritt in diese Richtung ist der ITSF mit der Installation von kontinentalen Verbänden im abgelaufenen Jahr gegangen. Zusätzlich wurden die Disziplinen Speedball und Classic mit eigenen Weltranglisten eingeführt, um die zigtausend Spieler, die weltweit diese Stile pflegen, in die Tischfußballfamilie integrieren zu können. Unser Fokus beim DTFB liegt weiterhin auf der uneingeschränkten Anerkennung unseres Sports durch den DOSB bzw. vorab auf der Aufnahme möglichst aller unserer Mitgliedsverbände in die jeweiligen Landessportbünde. Das ist zurzeit Herausforderung genug, auch wenn die Tendenz positiv ist. Momentan gibt es mit Leonhart, Ullrich, Bonzini, Tornado und Lettner fünf offizielle DTFB-Tische. Wird dies in den kommenden Jahren so bleiben oder wird es Änderungen geben? Das ist etwas, was wir von Jahr zu Jahr in unserer sogenannten Präsidentenrunde gemeinsam mit den Vorsitzenden aller Landesverbände entscheiden. Mit den Herstellern schließen wir immer nur Einjahresverträge. So können sowohl wir als auch die Hersteller ohne Zwänge jeweils am Jahresende bewerten, ob die Zusammenarbeit positiv war und im Folgejahr fortgesetzt werden soll. Bisher fiel das Fazit von allen Beteiligten jeweils positiv aus und so konnten wir für Kontinuität in diesem Bereich sorgen. Ich hoffe, dass dies im Großen und Ganzen auch zukünftig so bleibt. Ohne die Unterstützung unserer Tischpartner wären wir lange nicht da, wo wir heute sind. Oftmals wird im TOC-Forum über die „DTFB-Norm“ diskutiert, doch viele können mit diesem Begriff nicht viel anfangen. Was zählt alles zu einer DTFB-Norm und müssen offizielle DTFB-Kickertische diese Norm erfüllen? Der Begriff DTFB-Norm entstand, als wir uns als DTFB im Jahr 2005 erstmals an der Entwicklung eines Kickertisches, dem Tecball, beteiligten. Maßgeblich begleitet wurde dies von unserem damaligen Vorstandsmitglied Peter Müller, der für viele Innovationen im Bau von Kickertischen sorgte. Da der neue Tisch auf der grünen Wiese ohne zeitlichen Druck entstand, konnte jedes einzelne Bauteil bewertet und neu definiert werden. Der Begriff DTFB-Norm implizierte stabil stehende Tische mit einem hohen Tor, Hohlstangen, wirkungsvollen Puffern und runden Griffen. Heutzutage machen wir den Herstellern keine Vorgaben mehr, da der Wettbewerb, die Vergleichbarkeit und die Transparenz, die wir durch die Partnerschaften mit mehreren Herstellern innerhalb unserer Strukturen geschaffen haben, für uns ausreichend erscheinen, um qualitativ hochwertiges Material zu haben. Auf welche Highlights dürfen wir in 2016 gespannt sein? Der Terminkalender ist auch in diesem Jahr wieder prallvoll und unsere Aktiven dürfen sich auf viele interessante Veranstaltungen freuen. Für mich persönlich sind die Finalwochenenden aller Bundesligen immer wieder ganz besondere Highlights, da es dort extrem emotional zugeht. Die Höhepunkte für die Turnierspieler sollten u.A. das World Series Turnier auf Leonhart, die komplett überarbeiteten German Multitable Open, die neu gestalteten Battle of Champions auf DTFB- und Landesverbandsebene und zum Jahresabschluss die Deutschen Meisterschaften im Center Park sein. Besonderen Spaß bringt unser Auftaktturnier im Partyhaus Landsknecht, bei dem wir als weiteres Bonbon einen neuen Teammodus anbieten.
07. Juni 2015 Zu den besten Tischfußballspielern der Welt zählt der 1984 geborene William Pappaconstantinou, welcher auch unter dem Namen Billy Pappas bekannt ist. Der mit griechischen Wurzeln aus den USA stammende Billy Pappas spielt seit 2003 professionell Tischfußball. Zahlreiche Titel, einschließlich sieben Weltmeisterschaften, kann er auf seinem Konto verbuchen. Seine Tischfußball-Träume finanzierte er durch verschiedene Jobs. Beispielsweise war er Kartengeber im Rockingham Park Poker Room in Salem, New Hampshire. Somit hatte er neben seiner Leidenschaft Tischfußball auch ein entspannendes Hobby. Einige Zeit später wechselte er vom Tischfußball zum Poker und nahm 2014 erfolgreich an der Weltmeisterschaft (WSOP 2014 Main Event) teil. Dort schaffte er es bis zum Final Table und belegte den fünften Platz. Preisgeld: Satte $2,143,174! Bereits ab 2010 versuchte er sein Glück bei kleinen Live Turnier Cashes. In einem Interview sagte Pappas einmal, dass er gelernt hat, wie er Körpersignale seiner Gegner zu verstehen hat und passte seine Erkenntnisse an das Tischfußballspiel an. Zudem hatte er durch viele Stunden am Kickertisch an Ausdauer hinzu gewonnen, was ihm wiederum beim Poker zugutekommt. Mittlerweile hat er am Pokertisch viel Geld verdient, aber trotzdem nimmt er weiterhin regelmäßig an Tischfußballturnieren teil. Die Kariere von Billy Pappas zeigt, reich wird man als Tischfussball-Star nicht, es sei denn man setzt seine Talente auch anderweitig ein. Youtube-Video mit Billy Pappas bei den WSOP 2014: Youtube-Video mit Billy Pappas beim Tischfussball WCS Einzel Finale 2009:
19. November 2015 Daniel Sorger vom TFBS Koblenz Wie lief die Hinrunde für euch? Hattet ihr eure Ziele erreicht? Die Hinrunde lief für uns insgesamt sehr gut. Wir können es aus eigener Kraft erneut in die Playoffs um den Meistertitel schaffen. Dieses Ziel haben wir also erreicht. Zugleich ist dies Voraussetzung für unser anderes Ziel, mindestens den dritten Platz aus dem Vorjahr wieder zu belegen. Was lief gut / schlecht? Insgesamt lief es sehr gut. Samstags waren wir direkt alle mit voller Konzentration dabei, was sich auch positiv auf die Ergebnisse ausgewirkt hatte. Sonntags gelang uns das leider nicht so gut. Daher haben wir das erste Spiel gegen Hannoverkicker verloren, was uns nicht zwingend passieren muss. Gegen Bears Berlin sind wir taktisch anders vorgegangen, was gepaart mit einer schlechten Leistung unsererseits dann nach hinten losging. Wie sieht euer Restprogramm aus? Unser Restprogramm samstags sind die Mannschaften Supersonic Berlin, RC Berschweiler, Wild-Card Wiesbaden und TFC Staufenberg. Keine der Mannschaften ist zu unterschätzen und wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen - aber wer möchte dies nicht?! Was sind eure Ziele für die Rückrunde? Wie schon erwähnt, möchten wir wieder in die oberen Playoffs, um unseren dritten Platz aus letzter Saison mindestens zu verteidigen. Die Verteidigung eures dritten Platzes ist euch sehr wichtig, wie man merkt. Habt ihr euch deswegen mit den beiden Zugängen Marc Stoffel und Julian Wortmann zu dieser Saison verstärkt? Die beiden Stellen auf jeden Fall eine Verstärkung dar, zumal Salvatore Lo Manto dieses Jahr eine kleine Babypause macht und Hakan Karaman aus privaten Gründen seine Kickerkarriere beendet hat. Die Zugänge haben aber eigentlich einen anderen Hintergrund, denn wir legen in Koblenz Wert darauf, dass wir alle gut miteinander befreundet sind, was sich sehr positiv auf das Teamfeeling auswirkt. Wir haben auch noch nie Spieler angesprochen und sie gefragt, ob sie bei uns spielen wollen - die Spieler kamen immer auf uns zu und der große Kern unserer Mannschaft besteht nach wie vor aus regionalen Spielern. Kai Dins vom TFC Klein Zimmern Wie lief die Hinrunde für euch? Hattet ihr eure Ziele erreicht? Mit dem Verlauf der Hinrunde sind wir weitestgehend zufrieden, auch wenn 1-2 Punkte mehr drin gewesen wären. Unser Ziel war es, uns eine gute Ausgangslage für die Rückrunde zu schaffen, was uns zum größten Teil gelungen ist! Was lief gut / schlecht? Gut lief bei uns dieses Jahr definitiv der Teamgedanke bzw. Mannschaftsgeist. Es war schön zu sehen, wie jeder jeden angefeuert und aufgebaut hat. Auch die Ergebnisse waren zum größten Teil positiv. Leider muss man sagen, dass wir in 2 entscheidenden Spielen anstatt eines 7:5-Sieges, lediglich ein 6:6 Unentschieden geholt haben - hoffen wir mal, dass uns diese 2 Punkte am Ende nicht fehlen. Wie sieht euer Restprogramm aus? Unser Restprogramm ist hart - mit Hannoverkicker und Bears Berlin warten noch zwei der Top-Platzierten in unserer Gruppe auf uns! "Einfache" Gegner gibt es in der 1. Bundesliga sowieso leider nicht, dementsprechend müssen wir in den restlichen vier Spielen alles geben, um noch zu punkten. Was sind eure Ziele für die Rückrunde? Unser Ziel für die Rückrunde - wie jedes Jahr - ist definitiv der Klassenerhalt. Schön wäre es, dieses Jahr mal nicht in die Abstiegsrelegation zu müssen, damit wir endlich auch schon Mal samstags feiern können! Ihr seid dieses Jahr mit einer etwas anderen Konstellation eurer Mannschaft in die Bundesliga gestartet. War das eher ein Vorteil oder ein Nachteil? Der große Vorteil dieses Jahr ist, dass wir zum einen mit Mark und mir ein eingespieltes Doppel haben. Wir haben uns in den letzten Jahren immer schwer getan, die "perfekte" Aufstellung zu finden, das fällt uns dieses Jahr meiner Meinung nach etwas leichter. Darüber hinaus haben wir dieses Jahr auch eine gute Mischung aus Erfahrung und neuen, jungen Spielern. Natürlich wollen immer alle spielen, es ist aber schön zu sehen, wie in jedem Spiel alle Spieler gebraucht werden, auch die, die gegebenenfalls nur auf der Bank sitzen. Die letzten Jahre musstet ihr sonntags in den Playoffs immer gegen den Abstieg kämpfen, was ihr mit Erfolg getan gehabt. Wie schätzt ihr eure Chancen ein, den Klassenerhalt vorzeitig am Samstag bereits zu sichern? Mit Blick auf unser Restprogramm wird das natürlich schwierig. Trotzdem scheint es im Bereich des Möglichen. Im Tabellenkeller spielen fast noch alle Manschaften gegeneinander, so dass sich die Mannschaften hinter uns die Punkte gegenseitig wegnehmen. Wir werden auf jeden Fall am Samstag um jeden Punkt kämpfen, da es momentan auch so aussieht, als ginge es auch um die Punktedifferenz. Lukas Übelacker vom 1. KCK Wie lief die Hinrunde für euch? Hattet ihr eure Ziele erreicht? Als Aufsteiger war unser primäres Ziel der Klassenerhalt. Die Bundesliga ist nicht ohne Grund die stärkste Liga der Welt. Das wollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auf der anderen Seite waren wir aber auch heiß, mit einem Paukenschlag in die erste Liga zu starten. Das erste Ziel konnten wir zum Glück schon erreichen. Für den ersten Schlag haben wir aber auch schon sorgen können. Was lief gut / schlecht? Der neue Modus hatte uns schwer getroffen. Im alten Modus hatten wir viele Wechseloptionen, bei denen wir vor allem die Tischwechsel zu unserem Vorteil genutzt haben. Trotzdem hatten wir einen guten Einstieg gegen Kassel, Schorndorf und Bonn. Das Bonziniduell gegen Ottweiler hätten wir natürlich gerne gewonnen. Immerhin war das Ziel des Klassenerhalts nach vier ungeschlagenen Spielen nicht mehr weit entfernt. Das Spiel gegen Wedel war auf jeden Fall ein Highlight. Ein Unentschieden gegen einen so starken Gegner zeigt, dass man uns nicht unterschätzen darf. Wie sieht euer Restprogramm aus? Wir haben uns intensiv auf die Rückrunde vorbereitet. Der neue Modus sitzt besser und die Aufstellungen sind eingespielter. Was sind eure Ziele für die Rückrunde? Unser neues Ziel heißt: Spitzengruppe angreifen. Wir sind nur zwei Punkte hinter Hamburg, es ist also noch alles drin. So oder so werden wir aber als Sieger aus diesem Wochenende gehen. Als Aufsteiger konnten wir uns gut in der ersten Liga einbringen und werden nächstes Jahr direkt mit dem Drang zur Spitzengruppe in die neue Saison starten. Ihr seid als Meister der 2. Bundesliga dieses Jahr in die 1. Bundesliga gestartet. Wie war das für euch? Wie unterschiedlich sind die beiden Ligen aus eurer Sicht? Der Sieg in der zweiten Liga war wirklich unglaublich. Nachdem wir so oft in der Relegation gescheitert sind, hätte keiner von uns gedacht, dass wir direkt aufsteigen, geschweige denn Meister werden. Der Bonzini war wirklich eine Waffe. Viele Mannschaften konnten gar nichts mit ihm anfangen. Und wer mit dem Tisch umgehen konnte, wurde langsam von ihm zermürbt. In der ersten Liga ist dieser Effekt zwar noch zu spüren, fällt aber deutlich geringer aus. Jeder konnte sich wehren und wir mussten zeigen, dass wir gute Bonzinispieler sind. Das war für mich auch der größte Unterschied zwischen den beiden Ligen. In der zweiten sind viele gute Soccerspieler, aber andere Tische werden selten gespielt. Wer also nach einem Vorteil sucht, sollte sich für nächstes Jahr vielleicht den Tornado anschauen.
04. März 2015 Hallo Pia. Seit Ende des vergangenen Jahres bist Du als Vizepräsidentin Kommunikation im DTFB-Präsidium tätig. Wie hast Du diese Zeit erlebt? Dieses Amt im Bereich Kommunikation ist genau das, was mich sehr interessiert. Erstens habe ich durch meine Ausbildung Vorkenntnisse in diesem Metier und zweitens bin ich natürlich auch in meiner Rolle als begeisterte Tischfußballspielerin daran interessiert, dass unser Sport mehr in die Öffentlichkeit rückt. Zu Beginn stand für mich im Fokus, Einblick in die vielfältigen Aktivitäten im DTFB zu erhalten. Der intensivere Blick hinter die Kulissen hat mir bewusst gemacht, welche Breite das Aufgabengebiet hat und gleichzeitig auch wie viele Möglichkeiten es tatsächlich gibt den Sport voranzubringen. Nach den ersten Monaten kann ich sagen, dass ich das Amt mit großer Freude ausübe und überzeugt bin, in der Zukunft noch viel bewirken zu können. Was hast Du konkret schon getan? Mein erster Schwerpunkt lag im Ordnen der unterschiedlichen Strukturen und Kommunikationswege für Mannschaften und Events. Ob von den Turnieren, den Bundesligen, den Aktivitäten im Jugendbereich, den Nationalteams, … überall gab es hier und da News, Fotos oder sonstige Informationen, die es wert sind nach außen getragen zu werden. Das alles geschah jedoch recht unregelmäßig und durch die vielen unterschiedlichen Kommunikationswege zu den etlichen Beteiligten auch nicht immer koordiniert. Hier versuche ich nach und nach die Klammer zu bilden und dafür zu sorgen, dass Kontinuität Einzug hält. Weiterhin setzen wir mittlerweile zusätzlich die Möglichkeiten der sozialen Medien wie Facebook ein, haben jedoch auch hier noch einige Baustellen offen. Wo siehst Du das größte Potenzial bzw. den Schwerpunkt Deiner Arbeit? Wir haben mehrere spannende Wettbewerbsarten, die im Hinblick auf Kommunikation und Marketing interessant sind. Es gibt unter dem Dach der DTFL die Bundesligen, die den Mannschaftssport idealtypisch darstellen, die DTFB-Tour ist die weltweit größte Turnierserie und unsere Nationalteams sammeln Jahr für Jahr intensiv Medaillen. Alle diese Felder bieten ein großes Potenzial im Hinblick auf die Darstellung unseres Sports. Ziel muss sein, sehr viele Menschen daran teilhaben zu lassen und das ist, was ich erreichen möchte. Und wie kann das gelingen? Die ersten Grundsteine sind gelegt. Gemeinsam mit Ruth Maier, die mich zukünftig unterstützen wird, stehen wir in engem Kontakt zu einem Studenten, der seine Bachelorarbeit zum Thema Öffentlichkeitsarbeit im Tischfußballsport schreibt und durch den wir sicherlich neue Anregungen erhalten werden. Diese Dinge gemeinsam mit dem, was wir uns eh schon auf die Fahne geschrieben haben, werden wir nach und nach angehen und sind uns sicher, dass das unseren Sport deutlich bekannter machen wird. Dabei hoffen wir auch sehr, dass unser Wirken durch kommunikative Maßnahmen unserer (Bundesliga-) Vereine verstärkt wird. Wenn jeder auf regionale Ebene nur ein wenig dazu beiträgt, hilft das in der Summe sehr. Die Zeit, dass unser schöner Sport Tischfußball von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt von statten ging, muss vorbei sein!
27. Januar 2015 Hallo Ryan, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Einige werden dich schon von P4P oder anderen Turnieren kennen, aber du bist auch Kapitän der Mannschaft des 1. Kicker Club Kaiserslautern. Bis 2014 spielte Kaiserslautern nur in der Landesliga. Kannst du uns etwas zu der Relegation und den Aufstieg sagen? Hi! Ich freue mich mit dir über den 1. Kicker Club Kaiserslautern zu sprechen. Um die Frage zu beantworten, muss ich, glaube ich, etwas ausholen. Kaiserslautern hatte sich seit der Gründung des Vereins 2010 jedes Jahr für die Relegation zur zweiten Tischfußball Bundesliga qualifiziert, anfangs noch ohne große Chancen auf den Aufstieg. 2012 & 2013 zeigte dann langsam der Pfeil nach oben, wo wir immer knapp im Halbfinale scheiterten. In diesen Jahren gab es noch keine gemeinsame Relegationrunde, sondern in Nord, Mitte und Süd aufgeteilte Relegationsgruppen. Kaiserslautern startete, als Mannschaft aus Rheinland-Pfalz, immer in der Gruppe Süd zusammen mit jeweils 2 Mannschaften aus Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland. Mit den Saarländern waren natürlich immer Bonzini Mannschaften mit von der Partie, was uns auch im Jahr 2013 zum Verhängnis wurde. Diese Niederlage hat unsere Mannschaft sicherlich geprägt, was man in den Entscheidungen für die Relegation 2014 sicherlich merkte. Die deutlichen Defizite am Bonzini sollten uns 2014 nicht erneut zum Verhängnis werden, also stand bis zur nächsten Relegation Vorbereitung am Bonzini ganz oben auf unserer Liste. Diese Vorbereitung hat man definitiv gespürt. Ihr habt immerhin den Bonzini als Heimtisch. Wie kam es zu dieser doch eher ungewöhnlichen Entscheidung? Als bekannt wurde, dass 2014 erstmals die Relegationsgruppen zugunsten einer gemeinsamen Relegationsrunde abgeschafft werden, boten sich uns interessante neue Möglichkeiten. Uns war klar, dass der Aufstieg mit der starken Konkurrenz aus den anderen ehemaligen Relegationsgruppen Nord und Mitte deutlich schwerer werden wird. Aber uns bot sich ein Vorteil, den wir so sicherlich nicht erwartet hätten. Während die andern Gruppen bislang nie mit einer Bonzini Mannschaft in der Relegation was zu tun hatten, haben wir bereits unsere Erfahrungen gemacht und haben uns auf diese Situation vorbereitet. Doch das alleine führte nicht zur Entscheidung den Bonzini als Heimtisch zu wählen. Mit der Zusammenlegung der Gruppen wurde die Wahrscheinlichkeit für uns, in der Relegation überhaupt auf eine Bonzini Mannschaft zu treffen, deutlich kleiner. Ich denke hier kam zum ersten Mal die Idee auf, dass wir uns taktisch mit dem Bonzini einen Vorteil verschaffen können. Es war eine Entscheidung die mit gewissen Risiken verbunden war. Mit Bonzini als Heimtisch hatten wir uns gegen die Soccer Mannschaften einen Vorteil ausgerechnet, aber wir wussten auch, dass wir in einer reinen Bonzini Begegnung wohl im Nachteil sein werden. Ungeblogt: Die Stärke des Bonzinis hat man, denke ich, bei der Relegation gesehen. 2 von 3 Bonzini-Mannschaften sind in die 2. Bundesliga aufgestiegen und standen sich sogar im Finale gegenüber. Wie sahen eure Erwartungen für die Bundesliga aus? Wir wussten nicht so wirklich was uns in der zweiten Bundesliga erwarten würde. Als Aufsteiger war unser Ziel klar, erst einmal nicht abzusteigen, auch wenn einige aus der Mannschaft sich Chancen auf den Aufstieg ausgerechnet hatten. Wie war für euch das erste Bundesligawochenende dann tatsächlich? Das Wochenende lief erstaunlich gut. Wir waren alle top motiviert und in guter Form. Wir waren selbst überrascht als wir am Ende 7 Siege in 7 Spielen verbuchen konnten. Also hat sich die Bonzinistrategie scheinbar wieder ausgezahlt. Wie verliefen die Spiele? Der Bonzini war auf jeden Fall ein Vorteil. Aber das viel wichtigere war, dass wir auch an allen Auswärtstischen gut punkten konnten, was man an den manchmal doch deutlichen Ergebnissen sehen konnte. Ich glaube der Bonzini war viel mehr ein psychologischer Vorteil, der Druck war immer beim Gegner. Ein Patzer am Heimtisch konnte am Bonzini nur schwer ausgebügelt werden. Waren die Gegner so stark wie ihr es erwartet habt? Das Leistungsniveau in der zweiten Bundesliga war sehr durchmischt. Einige Mannschaften zeichneten sich durch eine individuell starke Besetzung aus, andere durch ein sehr homogenes Niveau innerhalb der Mannschaft. Der Rest der Vorrunde lief dann auch ganz gut für euch. Mit nur einer Niederlage gegen Berschweiler in die KO Runde. Also ging es tatsächlich um den Aufstieg. Wie waren da die Erwartungen? Und wie verliefen dann die Spiele tatsächlich? Nach der souveränen Gruppenphase wollten wir dann natürlich auch den Aufstieg klar machen. Die KO Spiele waren wie erwartet sehr schwer. Wir spielten im Viertel- und Halbfinale gegen individuell sehr stark besetzte Teams aus Bremen und Leipzig. Das Halbfinale gegen Leipzig war ein echter Krimi. Wir konnten recht früh eine angenehme Führung ausbauen, aber haben es versäumt den Sack zuzumachen. Das letzte Doppel musste die 17:15 Entscheidung zu unseren Gunsten bringen. Im Finale wollten wir es uns dann nicht nehmen lassen, als Meister der zweiten Liga aufzusteigen. Mit dem Aufstieg schon sicher in der Tasche merkte man, dass Bonn die letzte Konsequenz fehlte. Somit konnten wir uns dann auch im Finale durchsetzen. Herzlichen Glückwunsch nochmal zu dem Sieg und dem direkten Aufstieg in die erste Liga. Wie geht es 2015 weiter? Klar, als Aufsteiger auch wieder das vorrangige Ziel Klassenerhalt. Diesen wollen wir am besten schon nach der Gruppenphase klar machen. Das heißt Ziel in der Gruppe ist Top 8. Je nachdem wie weit oben wir in der Gruppe abschließen, wird das Ziel vielleicht neu abgesteckt. Ich denke aber, dass wir auf jeden Fall für die eine oder andere Überraschung sorgen werden.
30. Juni 2014 Hallo Jens, Du bist in Zusammenarbeit mit dem ITSF einen Monat lang durch Nordamerika gereist. Was war der Hintergrund? Die Entwicklung von Tischfußballstrukturen ist in Nordamerika ein großes Thema und die positive Entwicklung in Europa und ganz besonders in Deutschland hat das Interesse vieler Personen geweckt. Der ITSF stand in Kontakt mit diesen Personen, um Unterstützung zu leisten, wo sie angefragt wurde. Aufgrund der Menge an Informationen und der Zeitverschiebung war das per Email und Skype nicht so einfach. Daraus ist die Idee entstanden, die Aufbauarbeit vor Ort zu unterstützen. Warst Du alleine dort? Nein, mit den beiden Angestellten des ITSF, Audrey und Amaury, dem ITSF-Präsidenten Farid Lounas und mir bestand unser Team aus insgesamt vier Personen. Was waren Deine Aufgaben und was haben die anderen getan? Ich bin als Mitglied der ITSF-Sportkommission für das Turnier- und Ligawesen und die Entwicklung von Strukturen zur Gewinnung von neuen Spielern verantwortlich und bin die meiste Zeit allein durch die USA und Kanada gereist. Amaury war verantwortlich für das Thema Marketing und Livestreaming und Audrey hat sich um die rechtlichen Vorgaben und die erforderlichen Dokumente gekümmert. Farid hat sich hauptsächlich um die Medienkontakte und die Verknüpfung der Personen, die mitwirken wollen am aktiven Aufbau, gekümmert. In welchen Städten bzw. Regionen warst Du unterwegs? Die Kurzfassung?! LA-Dallas-Jacksonville-Tampa-Fort Lauderdale-Miami-New York City- Philadelphia-Buffalo-Toronto-Vancouver-Seattle- LA. Welchen Eindruck hattest Du nach Deiner Ankunft vom Zustand des Tischfußballsports in Amerika? Überall besteht die Möglichkeit, an wöchentlichen Turnieren teilzunehmen, es werden viele verschiedene Tische gespielt, die Bereitschaft der Spieler zu reisen ist vorhanden, vereinzelt wird auch Ligabetrieb angeboten und mit den großen State Championships ist eine gute Wachstumsbasis vorhanden. Was jedoch fehlt sind Verbandsstrukturen. Aktuell gibt es keinen offiziellen amerikanischen Verband und somit keine Möglichkeit, die Spieler nach außen zu vertreten. Kanada ist da mit dem nationalen Verband schon einen Schritt weiter. Dadurch fehlen attraktive Angebote an die Spieler, die für den Wachstumserfolg in Europa verantwortlich sind. Glaubst Du, dass die Ideen, die Du aus Deutschland mitgebracht hast, angenommen werden und sich positiv auswirken können? Vor meiner Reise habe ich von Spielern und Organisatoren gehört, dass in Nordamerika die Mentalität der Spieler anders ist, dass die Entfernungen sehr groß sind und man nach gänzlich neuen Lösungen suchen muss. Die Entfernungen sind in der Tat sehr groß, aber die Bedürfnisse der Spieler und Organisatoren sind die gleichen wie in jedem anderen Land auch. Die Ideen, irgendwas zu ändern, sind auch oftmals die gleichen oder sehr ähnlich, was sehr gut ist aber auch zu der Gefahr führt, dass Fehler wiederholt werden. In den Gesprächen habe ich versucht zu vermitteln, dass der Erfolg in Deutschland möglich war, weil die Angebote erweitert wurden und somit die Möglichkeit bestand, den Sport für unterschiedliche Spielertypen attraktiv zu machen. In den Meetings habe ich mit meinen Gesprächspartnern unterschiedliche Sichtweisen erarbeitet, wenn eine Idee auch für mich neu war und meine positiven oder negativen Erfahrungen geteilt. Das wurde als sehr hilfreich bewertet und es besteht definitiv Interesse, zusätzlich mit neuen Ansätzen zu arbeiten. Gibt es schon erste konkrete Erfolge, von denen Du berichten kannst? Dass sich die Personen die Zeit genommen haben, mich zu treffen, mir geduldig meine Fragen beantwortet und mir zugehört haben, ist für mich der eigentliche Erfolg. Damit ist eine Basis geschaffen, mit der ein weiteres Zusammenarbeiten wesentlich einfacher umsetzbar ist. Das Projekt ist also nicht beendet? Nein, unser Aufenthalt war eher der Startschuss. Es wird weitere Maßnahmen geben, um den Tischfußballsport in Nordamerika zu fördern. Es wurden viele Informationen ausgetauscht, um herauszufinden, wer überhaupt welche Aufgaben übernehmen möchte und wie man am besten anfängt. Da es nie das Ziel war, dass der ITSF einen Verband gründet oder organisiert, liegt es jetzt bei den Kanadiern und Amerikanern weiter an den Zielen zu arbeiten. Der ITSF wird dies unterstützen, wo es möglich ist. Wie lautet Dein Fazit nach diesem Monat USA? In Nordamerika ist das Potential für Wachstum sehr groß, das ist mir schon direkt zu Beginn meines Aufenthalts aufgefallen und davon bin ich nach meiner Reise noch fester überzeugt. Um erfolgreich nachhaltige Strukturen aufzubauen, muss man das Rad nicht neu erfinden. Es stehen viele Informationen zur Verfügung, die dabei helfen, vergangene Entwicklungen zu verstehen und Fehler, die schon gemacht wurden, zu vermeiden. Ich habe Menschen getroffen, die das erkennen und mit diesen Informationen arbeiten wollen und daher glaube ich, dass das Potential in Zukunft besser genutzt wird. Mein Fazit ist, dass die USA und Canada am Anfang einer Entwicklung stehen, die Tischfußball in Nordamerika populärer denn je machen wird. Vielen Dank an Klaus Gottesleben und Jens Uhlemann für das eingereichte Interview.
27. Juli 2011 Lieber Klaus, Du giltst nicht nur im Tischfussball Forum als Deutschlands größter Kickerbau-Experte, auch anderswo wirst Du als Kickertisch-Doktor hoch angesehen. Man sagt Dir nach, Du kennst fast jeden Kickertisch, sowohl vom Äußeren als auch vom Inneren, wie Deine Westentasche. Wann und wie ist diese Leidenschaft zum Kickerbau entstanden? Meine Güte. Übertreibe bitte nicht mit deiner Lob-Hudelei. Eine Nummer kleiner würde es auch tun und wäre mit Sicherheit angemessener. Aber zur Frage: Ich habe vor langen Jahren mit meiner Frau und einem weiteren Leiter die Jugendgruppe einer freien evangelischen Kirchengemeinde geleitet. Dort hatten wir erst einen Kinder-Kicker. Dann konnten wir einen alten ausrangierten italienischen FAS-Tisch übernehmen, der vorher in einem städtischen Jugendhaus gestanden hatte. Der Hausmeister dort hatte die Original-Lager gegen einfache Plexiglas-Scheiben ausgetauscht. Die meisten Stangen waren völlig krumm gebogen – das städtische Jugendhaus arbeitete eben in einem sozial nicht so gut gestellten Stadtteil. Nun, es hat trotzdem viel Spaß gemacht, auf dem Ding zu spielen, wobei wir damals ohne jede Technik gespielt haben. Einfaches kick and rush und immer den Ball nach vorne geprügelt, bis ein Tor fiel. Irgendwann war dann die Zeit mit der Jugendgruppe vorbei. Jahre später fiel mir dann ein, wie viel Spaß das immer gemacht hatte. Und ich schaute mich bei Ebay um und stellte fest, dass Kickertische inzwischen absolut bezahlbar waren. Aber welchen davon nehmen? Ich stieß auf tischfussball-online.com und tischfussball.de, wo damals (Anfang 2006 war das) nur die LLL-Tische als brauchbare Tische akzeptiert wurden und sonst gar nichts. Die Ullrich-Tische oder den Fireball gab es ja zu der Zeit noch nicht bzw. deren Qualität war noch sehr umstritten. Die LLL-Tische waren mir aber einfach zu teuer, zumal wir damals gerade ein Haus gekauft hatten und überlegen mussten, wofür wir unser Geld ausgeben. Und da ich immer schon gerne mit Holz gearbeitet habe, beschloss ich dann, eben selber einen Tisch zu bauen. Das war der Start. Mitte 2006 war dann der erste Tisch fertig. Die Leidenschaft hat sich auch über die Diskussionen in den Internet-Foren ergeben. Da wurde oft über Kleinigkeiten erbittert diskutiert und gestritten. Gleichzeitig gab es aber zu der Zeit kaum Maßangaben oder Detail-Infos über die „richtige“ Konstruktion von Kicker-Tischen. Das alles hat mich gereizt, das so intensiv zu betreiben und dann die gesammelten Informationen über kickerbau.org allgemein zugänglich zu machen. Auf Deiner Webseite www.kickerbau.org stellst Du zahlreiche Kickertisch-Modelle mit vielen Bildern und ausführlichen Infos vor. Wieviele verschiedene Kickertisch-Modelle hast Du bisher unter die Lupe genommen? Da ist inzwischen natürlich einiges zusammen gekommen. Mit einer Zahl kann ich aber gar nicht dienen. Bei den Bildgalerien haben viele Foren-Kollegen mitgeholfen. Wenn ich das durchgehe, habe ich die Fotos für ungefähr die Hälfte der Bildgalerien selbst gemacht, der Rest wurde mir von vielen netten Leuten zur Verfügung gestellt. Auch an dieser Stelle möchte ich dafür noch einmal ein herzliches Dankeschön sagen! Welche Eigenschaften sollte Deiner Meinung nach ein Kickertisch haben, und was ist ein absolutes No-Go? Erst einmal muss ich sagen, dass ich nicht so sehr auf einen bestimmten Tisch-Stil festgelegt bin. Ich spiele zwar vor allem Soccer-Tische, aber das liegt daran, dass dieser Stil hier in Deutschland eben am meisten verbreitet ist. Daneben spiele ich sehr gerne meinen Fireball light. In den Bonzini habe ich mich in Hannover auf der Tischfußball-Messe ein wenig verliebt, aber da bin ich natürlich nach ein paar Minuten Spielpraxis weit davon entfernt, diesen Tisch zu beherrschen. Und auch ein Tisch mit Glasplatte hat seinen Reiz, wobei ich diesen italienischen Stil persönlich so gut wie gar nicht kenne. Was ich damit sagen will: Bei den Spieleigenschaften finde ich jeden Stil berechtigt und spannend. Wenn es also um notwendige Tisch-Eigenschaften oder No-Go's geht, würde ich eher in Richtung technischer Unzulänglichkeiten denken. Was gar nicht geht, ist ein durchhängendes Spielfeld (außer vielleicht beim iberischen Tisch-Stil, wo das so sein soll). Das killt schon sehr schnell jede Spielfreude. Ärgerlich ist es, wenn jeder Ball aus dem Tor zurück kommt – das ist für mich als „Konstrukteur“ einfach unbefriedigend. Die Griffe müssen stimmen und sich gut spielen lassen, und das gerne auch, ohne dass man zuerst mal irgendwelche Bänder drum wickeln muss. Und ein Tisch braucht eine gewisse Grundstabilität. Wenn beim Schuss der ganze Tisch in Bewegung ist und sich verwindet, geht auch schnell jeder Spaß verloren. Gibt es einen Kickertisch, der es Dir von der Konstruktion her besonders angetan hat? Nein, eigentlich nicht. Ich finde eher die Unterschiede spannend. Bei den Fernost-Tischen finde ich z. B. interessant, wie die in den Ecken montierten Beine den ganzen Korpus zusammen halten und ihm Stabilität geben. Leonhart geht bewusst in eine ganz andere Richtung und verleimt den Korpus selbst über Eck mit einer zusätzlichen eingeleimten Fremdfeder, um das Verwinschen des Korpus zu verhindern. Es gibt da also so unterschiedliche Ansätze und Lösungen und so viele Menschen haben sich Gedanken darüber gemacht, wie bestimmte Probleme am besten zu lösen und dann in der Massenfertigung am billigsten zu produzieren sind. Das finde ich spannend. Was macht Dir mehr Spass: kickern oder Kickertische unter die Lupe nehmen? Beides macht mir Spaß. Beim Kickern selbst habe ich es aber kaum über ein gepflegtes Kneipen- oder Hobby-Niveau hinaus gebracht. Dass wir dieses Interview führen, liegt ja auch nicht daran, dass ich ein toller Spieler wäre, sondern an kickerbau.org und am Kickertisch-Bau. So gesehen, ist das Bauen schon ein sehr wichtiger Aspekt. Aber ohne den Spaß am Spiel hätte ich keine Lust am Bauen – da geht es mir schon anders als dem einen oder anderen Händler oder Anbieter, der gar nicht selber spielt. Vor über einem Jahr hast Du eine ausführliche Doku zur „Tischfussball Geschichte“ angekündigt. Wie weit bist Du mit Deiner „Doktorarbeit“, wann wird sie fertig sein und wie ausführlich wird sie werden? O ja – die Doktorarbeit. Das ist ein wunder Punkt. Im Grunde steht schon einiges, andererseits fehlt aber auch noch sehr viel. Die Teile „Ursprünge“ und „Meilensteine“ sind schon sehr weit gediehen und fast veröffentlichungsreif. Aber aus der neueren Geschichte fehlt auch noch sehr viel. Da weiß ich zwar schon, was zu beschreiben ist, aber das ist alles noch nicht formuliert. Und ich muss einräumen, praktisch seit einigen Monaten nicht mehr sehr viel daran gearbeitet zu haben. Einigen Leuten habe ich bei verschiedenen Gelegenheiten gezeigt, was bisher steht, und sie waren schon sehr beeindruckt davon. Eigentlich hatte ich vor, zu einem Zeitpunkt mit der Veröffentlichung zu starten und dann jeden Sonntag ein weiteres Häppchen zu präsentieren. Bei diesem Vorgehen würde es über ein Jahr dauern, bis alles veröffentlicht ist. Das Problem ist nur, dass dann eben auch jeden Sonntag ein Teil fertig sein muss. Und das kann ich derzeit nicht garantieren. Also überlege ich, von diesem ursprünglichen Plan wegzugehen und die Teile nach Fertigstellung unregelmäßig zu veröffentlichen. Ich muss schauen ... Bist Du während Deiner Arbeit zur Tischfussball Geschichte auf hochinteressante Neuigkeiten gestoßen, die den meisten Tischfussball-Begeisterten bisher vorenthalten sind? Kannst Du unseren Lesern vorab einige interessante Infos verraten? Ich kann mit Sicherheit sagen, dass die meisten Darstellungen der Tischfußball-Ursprünge im Internet heftige Fehler enthalten. So hat z. B. der Franzose Lucien Rosengart mit der Erfindung des Kicker-Tisches in unserem Sinn gar nichts zu tun. Aber immer wieder wird er als einer der Erfinder genannt. Richtig ist, dass die praktische Ausbreitung der Kicker-Tische wohl in Frankreich in den 1930er Jahren begonnen hat. Bildmaterial aus der Vorkriegszeit gibt es allerdings so gut wie nicht. In alten französischen Automaten-Fachzeitschriften würde man vielleicht die eine oder andere Information finden. Aber leider kann ich kein Französisch, so dass die Kontaktaufnahme nach Frankreich immer ziemlich schwierig und umständlich ist. In Deutschland beginnt die Kickertisch-Geschichte Anfang der 1950er Jahre, wo neben anderen Import-Modellen direkt der bis heute bekannte Original-Kicker in Erscheinung tritt, damals aber noch mit Holzfiguren. Eine andere spannende Geschichten ist die Entwicklung des Soccer-Stils in der ersten Hälfte der 1970er Jahre und der Import dieses Stils nach Deutschland. In den letzten Jahren hat sich in der Kickertisch-Szene vieles geändert. Wie beurteilst Du die aktuelle Lage... Sind die deutschen Kickertisch-Hersteller auf dem richtigen Weg? Es hat sich in der Tat einiges getan. Wie ich schon sagte, fanden vor gerade einmal fünf Jahren nur die LLL-Tische Gnade vor den Augen der ambitionierten Spieler. Heute gibt es dazu die ganze Ullrich-Modellpalette, die Lettner-Tische, den Vector III von Kicker-Klaus, den KnalldenBall von Sven Hartmann oder auch den Fireball, der von der dahinter stehenden Spielphilosophie wirklich sehr interessant ist. Die Auswahl ist also größer geworden und es gibt heute akzeptable und gute Tische zu auch für Gelegenheits-Spieler vertretbaren Preisen. Ob die Hersteller insgesamt auf dem richtigen Weg sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Szene träumt im Moment heftig vom Aufstieg des gesamten Kicker-Sports zu einer anerkannten Sportart und großer Popularität. An dieser Stelle weiß ich nicht, ob diese Sicht oder Erwartung so realistisch ist. Auch ich denke, dass Kickern ganz klar die Kriterien einer Sportart erfüllt. Aber die Anerkennung als Sport alleine hilft ja nicht weiter. Ein Arbeitskollege ist Leistungssportler im Kanu-Rennsport. Das ist seit Jahrzehnten eine olympische Sportart. Das bringt aber nicht automatisch mit sich, dass große Gelder fließen. Für den Sportler bleibt sein Sport eine Angelegenheit, die mehr kostet, als sie einbringt. Ich denke, hier erwartet die Szene einfach zu viel, weil sie vielleicht beim Thema Sport zu sehr in Richtung Tennis oder Fußball denkt. So finanzträchtig ist aber beileibe nicht jede Sportart. Und dann hat es in der Geschichte des Tischfußballs schon einige Hochphasen gegeben, an die sich wieder nicht so gute Zeiten angeschlossen haben. Dies zeigt, dass eine Aufwärtsentwicklung nicht automatisch immer weiter und weiter gehen muss. Hier brauchen die handelnden Personen einen ganz langen Atem, denke ich. Aber ich wünsche ihnen dieses Durchhaltevermögen!
16. März 2011 Herr Isbrecht, die Ullrich Tische haben vor einiger Zeit Wirbel in den Kickertisch-Markt hereingebracht. Zunächst wurden Ullrich Tische in erster Linie auf eBay angeboten, mittlerweile stellen Sie Tische für große Turnierserien bereit. Was sind Ihrer Meinung nach die ausschlaggebendsten Gründe für die Erfolgsgeschichte von Ullrich? Ein ausschlaggebender Punkt ist die Leidenschaft zum Kickern. So ist für uns ein Kicker nicht nur ein Produkt mit dem wir unser Geld verdienen sondern ein Spielgerät mit dem wir ein großartiges Hobby nachgehen können. Auch war der direkte Kontakt zur Kickerszene sehr hilfreich. Ob es mit einzelnen Spieler war oder Vereine/Verbände, wir haben stets versucht die Nähe zu dem Tischfussballsport zu suchen und zu halten. Ein weiterer Punkt, der uns zum Erfolg geführt hat ist die Tatsache, dass wir mit dem Erreichten nie zufrieden waren sondern immer auf der Suche sind was wir noch verbessern und optimieren können. Wissen Sie eigentlich noch, wann Sie den ersten Kickertisch verkauft haben? Das weiß ich genau, das war der 10. Dezember 2003. Ich habe damals als Therapeut in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet und die Küche in dieser Einrichtung als Verkaufsraum genutzt. Und genau dort habe ich mein erstes Verkaufsgespräch geführt und mit dem ersten Kunden gekickert. Seit Januar 2011 ist Ullrich offizieller Partner von P4P, was sicherlich für eine große Überraschung sorgte. Mit welchen Argumenten haben Sie den bisherigen P4P Partner, Firma Tecball, ausstechen können? Man sollte wissen, dass der Verband P4P für das Jahr 2011 einen neuen Partner gesucht hat. Daraufhin hat P4P vier potenzielle Tischpartner durch ein offizielles Schreiben die Möglichkeit gegeben sich zu bewerben. Somit haben auch wir zwei Tische konzipiert die auf die Bedürfnisse von P4P abgestimmt waren. Diese wurden dann von P4P ausgiebig getestet. Letztendlich haben die Ideen und die Qualität des Tisches überzeugt. Der neue P4P 2011 besteht aus schwarzen Stangen. Um was für eine Beschichtung handelt es sich, was ist daran besser? Und warum verzichtet man auf eine Verchromung der Stangen? Der neue P4P bietet sowohl schwarze als auch silberne Stangen an. Es handelt sich hierbei um das gleiche Material. Nur dass die schwarze Stange durch ein zusätzliches Behandlungsverfahren die dunkle Oberfläche erhält. Hierbei ging es uns nur um die Optik. Wir fanden schwarze Stangen auf dem Tisch chic. Wir haben uns mehrere Oberflächenveredelungen angeschaut und uns gegen ein Verchromung der Stangen entschieden, weil wir das jetzige Behandlungsverfahren unserer Stangen für besser halten. Die unterschiedlichen Ullrich Tische werden in verschiedenen Firmen hergestellt: China, Leonhart und in einer Behindertenwerkstatt in Deutschland. Wird der P4P in einer dieser Firmen hergestellt oder gibt es eine weitere Fertigungs-Stätte? Es stimmt dass wir unsere Tische an verschiedenen Fertigungsstätten produzieren lassen. Der Verband P4P hatte unter anderem als Auflage gestellt, dass der neue Tisch ausschließlich in Deutschland produziert werden muss. Umso leichter war es für uns diese Auflage zu erfüllen, da wir schon vor zwei Jahren, die Entscheidung getroffen haben, den Standort Deutschland für die Produktion einiger Produkte zu nutzen unter anderem auch für den neuen P4P. Mehrere Fertigungen zu koordinieren stellt man sich logistisch sehr aufwändig vor. Gibt es hierzu einen Zusammenhang zu den zeitweisen Lieferengpässen der Ullrich-Home Tische? Der Grund für die Lieferungsengpässe für den Ullrich-Home sind unter anderem die hohe Nachfrage nach diesem Produkt und auch die Lieferschwierigkeiten des Herstellers. Seit 2003 verkaufen wir Ullrich-Home Tische. Jedes Jahr haben sich die Verkaufzahlen erhöht. Und jedes Jahr haben wir in unserer Jahresplanung eine Erhöhung der Stückzahl mit eingerechnet, die aber trotz alledem noch übertroffen wurde. Es gibt Gerüchte, Ullrich wird ein ITSF-Modell der aktuellen P4P-Version heraus bringen. Stimmt das? Zur Zeit konzentrieren wir uns auf den Verband P4P und DTFB. Beide Verbände spielen ihre Turniere auf den aktuellen Ullrich Tournament Tisch. Für uns ist es wichtig, dass wir mit diesen Verbänden ein erfolgreiches Jahr hinter uns bringen. Alles andere ist für uns noch nicht aktuell. Was sind die Pläne von Ullrich in der Zukunft, wird es weitere Überraschungen nach dem P4P-Coup geben? Für uns war eine Partnerschaft mit dem weltgrößten Verband P4P das höchste Ziel, dass ein Tischhersteller erreichen kann. Wir sind froh dass P4P uns als Tischhersteller ausgesucht hat und wir mit P4P einen starken Partner an unserer Seite haben. Somit möchten wir in Zukunft unsere Präsenz nicht nur in Deutschland ausbauen sondern auch in europäischen Ländern. Dennoch werden wir auch in Zukunft noch für Überraschungen sorgen. Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg für die Zukunft.
29. November 2010 Herr Baumgärtel, seit einiger Zeit schon lassen Sie Kickertische in China herstellen und verkaufen sie sehr erfolgreich in Deutschland weiter. Warum lassen Sie die Kickertische nicht in Deutschland herstellen? Sie würden damit die Qualität der Tische erhöhen und außerdem würden dadurch neue Arbeitsplätze entstehen... Vorweg muss man sagen, dass eine Produktion in China nicht gleichzeitig schlechter Qualität entspricht. Auch in Fernost gibt es Hersteller wie den unseren, die einen sehr hohen Qualitätsstandard erfüllen können. Durch die Produktion in Fernost können natürlich bessere Preise realisiert werden als durch eine Produktion in Deutschland. Unsere Zielgruppe sind die Kunden, die sich für sehr preiswerte Tische interessieren. Mit einer Produktion in Deutschland wäre es schlicht unmöglich die Tische in dieser Preisklasse anzubieten. Wieviele Mitarbeiter hat die Firma Maxstore insgesamt und wieviele Mitarbeiter sind für den Tischfussball-Bereich tätig? Die Firma Maxstore hat zur Zeit ca. 40 Mitarbeiter. Für die Marke TUNIRO® gibt es einen verantwortlichen Einkäufer, der für das Tuniro Product Management zuständig ist. Darüber hinaus gibt es keine exklusive Zuordnung von Mitarbeitern zu der Marke TUNIRO, selbstverständlich wird der Product Manager aber von allen Mitarbeitern unterstützt. Welches Kickertisch-Modell ist der Topseller? Bei unseren Tuniro-Modellen sind der Cyber aus der Vanquisher Series sowie der Classic aus der Winner Series momentan die Bestseller. Die Präferenzen beim Kunden können sich jedoch durchaus in gewissen Abständen ändern. Für Profispieler sind die Maxstore-Tische nicht interessant, da sie nicht über die Klasse eines Profi-Turniertisches verfügen. Welche Zielgruppe ist für Sie am interessantesten? Unsere Zielgruppe war immer der ambitionierte Hobbyspieler, der nicht das Geld für einen professionellen Tisch ausgeben möchte, aber trotzdem nicht auf die wesentlichen Features eines Top-Tisches und eine solide Qualität verzichten möchte. In der Preisklasse bis 300 Euro hat man sonst nur die Möglichkeit, auf einen der sogenannten „Chinakracher“ zurückzugreifen. Diese werden meist von Verkäufern angeboten, die von Tischfußball oft nicht allzu viel verstehen, was wiederum zur Folge hat, dass diese Tische aufgrund fehlender Features nur begrenzten Spielspass bieten. Auf welche Weise holen Sie sich Ratschläge und Hinweise für Verbesserungsmöglichkeiten? Wir arbeiten eng mit einigen Funktionären des BTFV zusammen und nehmen natürlich auch Vorschläge unserer Kunde gerne an und versuchen diese umzusetzen. Weitere Anregungen ergeben sich auch durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten. Der größte Kritikpunkt bei der Produktion der Maxstore-Tische ist die fehlende CNC Fertigung, dadurch entstehen einige Unstimmigkeiten bei den Maßen und Abständen. Warum lassen Sie die Tische nicht CNC fertigen? Der Grund ist schlicht der fehlende Maschinenpark. Die Anschaffungskosten eines solchen Maschinenparks um die gesamte Produktion auf CNC Fertigung umzustellen wären einfach zu hoch. Dies würde sich extrem negativ auf die Preise der Tische auswirken. Auch hier würde wieder für geringfügig verbesserte Toleranzen ein deutlich höherer Aufwand entstehen – der Grenzertrag wäre an dieser Stelle negativ. Geringe Abweichungen bei Maßen sind trotzdem die Ausnahme, und wären auch bei CNC Fertigung nicht auszuschließen. Holz ist ja bekanntlich ein "lebendiger" Werkstoff, der arbeitet, d.h. unter Feuchtigkeits- und Temperatureinwirkung schwinden und quellen kann. Die IV. Generation Ihrer Modelle hat sicherlich für eine Qualitätssteigerung gesorgt. Ist eine Produktion von „V Generation“ geplant? An der Generation V der TUNIRO® Tische wird zu Zeit gearbeitet. Der geplante Termin für den Verkaufstart ist für Herbst 2011 angesetzt. Welche Verbesserungen haben Sie konkret für die nähere Zukunft ins Auge gefasst und ist mal über einen Umstieg auf Hohlstangen nachgedacht worden? Zeichnet sich da was ab? In der Tat – für die Generation V wird bei TUNIRO® der Umstieg von Voll- auf Hohlstangen erfolgen. Weitere Features sind z.B. eine neue und stark verbesserte Art von Soccerbällen, neue verbesserte Gleitlager und einige weitere Neuerungen. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der Generation V Serie!
23. September 2010 Frédéric, fast alle Tischfusball Spieler sind sich einig, du bist der mit Abstand beste Tischfussball Spieler der Welt. Weisst du eigentlich wieviele Pokale du bisher gewonnen hast? Wow das ist ein sehr schönes Kompliment, vielen Dank und ich weiss das wirklich zu schätzen, aber ich denke Du übertreibst ein wenig. Es gibt überall richtig gute Spieler. Sorry ich weiss nicht wieviele Pokale ich bisher gewonnen habe. Die meisten Top Tischfussball-Spieler haben sehr viele Pokale gewonnen und auch sie wissen nicht wieviele sie besitzen. Wie oft trainierst/spielst du Tischfussball wenn du mal nicht auf Turnier-Reisen bist? Ich spiele in der Regel nur wenn ein Turnier bevorsteht. Ich versuche darauf vorbereitet zu sein. Wenn z.B. die Tornado Worlds bevorstehen, versuche ich einen Monat vorher mindestens 30 Minuten jeden Tag zu spielen. Das ist natürlich nur ein Durchschnittswert, an manchen Tagen spiele ich zwei Stunden mit Freunden und anderen Tagen mache ich eine Pause. Wieviele Kickertische hast du zu Hause und auf welchem Tisch spielst du am liebsten? Ich habe jeden offiziellen ITSF Tisch, die belgischen Tische und einen Lehmacher. Wegen meinem Job habe ich nicht viel Zeit rauszugehen um zu spielen, ich mag es auf jeden dieser Tische zu spielen wann ich möchte. Ich habe keinen Lieblingstisch, jeder Tisch spielt sich anders und ich mag deren Charaktereigenschaften. Keiner beherrscht auf dem Tornado den Pin Shot so gut wie du. Kannst du anderen Tornado-Spielern einen Tipp geben, wie man diesen Schuss auf diesem Tisch perfekt ausübt? Der Pinshot auf Tornado ist nicht der Haupt-Schuss, weil der Roll Over (Jet) viel einfacher ist. Den Pinshot sollte man zunächst auf einem anderen Tisch lernen. Wenn Du den Pinshot z.B. auf einem Tecball beherrschst, kannst du anfangen ihn auf Tornado zu trainieren, die Anpassung fällt Dir dann leichter. Es ist wirklich sehr schwierig den Pinshot auf einem Tornado zu erlernen, ich empfehle daher jedem diesen Schuss auf einem Lehmacher, Tecball, etc zu erlernen, später kannst Du beginnen ihn auf einem Tornado zu üben. Es dauert ausserdem viel länger den Pinshot zu erlernen als den Rollover (Jet), man braucht Geduld und Disziplin. Und wie sieht es beim Blocken an der Fünf aus... Kannst du anderen Tischfussball-Spielern Tipps geben worauf man achten sollte um einen Pass erfolgreich zu blocken? Das Verteidigen auf der 5 ist sicherlich eines der grössten „Schlüssel“ eines Spiels. Es gibt mehrere Verteidigungsmöglichkeiten und Du musst die Richtige gegen den richtigen Gegner anwenden. Zunächst musst Du Deinen Gegner kennen, es ist viel einfacher wenn Du ihn kennst, dann weisst Du was Du zu tun hast. Ein Problem ist es, wenn Du Deinen Gegner nicht kennst oder wenn Du ihn eine Weile nicht hast spielen sehen und er dabei seinen Spielstil geändert hat. Hier solltest Du in der Lage sein mit einer bestimmten Strategie voranzugehen, um schnellstmöglich seine Denkweise kennenzulernen, und was er vorhat und was sein Lieblingspass ist. Der erste Spielsatz ist sehr wichtig um Deinen Gegner zu studieren. Nach dem ersten Spielsatz musst Du etwas gelernt haben, so dass Du einen Plan für den Rest der Partie hast. Es ist etwas kompliziert das Blocken mit der 5 hier zu erklären, aber wenn Du es drauf hast, hat das Blocken nichts mehr mit Glück zu tun, es ist mehr eine Kopfsache. Das nächste Mal wirst Du die 5-er Verteidigung mit anderen Augen betrachten und besser werden. Das Blocken hat nichts mit Talent zu tun. Ein kluger Rookie Spieler kann beim Blocken viel besser sein als der eine oder andere Profispieler. Ein anderer Punkt: Wenn du es nicht schaffst, eine 5er-Reihe zu blocken und du hast schon alles versucht, aber der Gegner ist dir einfach überlegen - dann akzeptiere das, vergiss die Verteidigung und konzentriere dich ausschließlich auf die offensive Seite deiner 5er-Reihe. Versuche dann, jeden Ball zu passen und zu fangen. Mit anderen Worten: Setze deinen Gegner unter Druck und warte ab, ob es dir dann besser gelingt, auch zu verteidigen. Du gilst nicht nur als weltbester Angreifer, sondern auch als bester Verteidiger. Wie bewegst du deine Figuren wenn der Gegner vorne an seiner 3 den Ball hat... Gibt es da etwas besonderes worauf du dich konzentrierst? Das Verteidigen gegen die Drei des Gegners ist so ähnlich wie das Verteidigen an der 5. Wie Du Deine Figuren bewegst ist nicht wichtig, es ist wichtiger wo sie sich beim Schuss befinden. Ich meine, wenn Du dort bist wo Du sein möchtest ist das bereits ein guter Ausgangspunkt. Zu viele Keeper befinden sich nicht in der richtigen Position und meistens, selbst wenn sie wissen welcher Schuss kommt, blocken sie ihn trotzdem nicht. Also, versuche einen Plan zu haben, bleib dabei und Du musst dort stehen wo Du auch stehen möchtest. Keine Panik wenn's eng wird. Du kannst auch deine Reflexe gegen langsame Schüsse einsetzen; Du kannst Spieler dazu zwingen, auf ihrer schwachen Seite schießen zu müssen, was der einfachste Weg ist ... wenn das nicht funktioniert, lege Dir besser schon vor der Begegnung einen Plan zurecht - sei immer vorbereitet! Du kannst auch darauf achten, ob sich ein Spieler verrät. Einige Spieler wechseln zum Beispiel ihre Handhaltung für bestimmte Schüsse (hallo Uli hahaha, nur ein Scherz... er schiesst stets mit hoher Erfolgsquote), andere haben eine andere Ballposition bei bestimmten Schüssen, andere haben eine schlechte Körpersprache... alles mögliche kann helfen. Was war dein bisher schönster Turniererfolg? Meine allerschönsten Turniererfolge waren die Tornado Worlds. Für mich ist das der beste Titel den ich holen konnte. Aber auch alle andere gewonnenen Titel sind sehr schön, auch die Kleineren. Sie alle bedeuten was. Wenn ich einen oder zwei Titel nennen müsste, würde ich sagen die Tornado Worlds 1998 im Doppel (mein Erster) und die Tornado Worlds 2001 im Doppel, beide mit meinem Partner Todd Loffredo. Und was war deine schlimmste Niederlage im Profi-Tischfussball? So schön sich Siege anfühlen, so können auch Niederlagen weh tun. Ich kann nicht sagen welche Niederlage die schmerzlichste war, vielleicht die Tornado Worlds 2003 in Doppel. Wir haben fünfmal in Folge gewonnen, beim sechsten Male in 2003 haben wir verloren. Es war das Ende einer Serie und das hat mir nicht gefallen, lol. Wer ist für dich (du ausgenommen) der momentan beste Spieler weltweit? Und wer ist der beste deutsche Spieler? Es kommt drauf an welchen Tisch du meinst und unter welchen Regeln gespielt wird. Aber wir gehen mal vom allgemeinen aus. Wie auch immer, der beste Spieler aller Zeiten der dieses Spiel spielt, ist Todd Loffredo, daran bestehen keine Zweifel. Er ist den anderen überlegen. Jeder weiß, dass außer Ihm Tod, Billy und jetzt Ryan und Rob die besten Spieler sind. Man darf auch nicht Jamal vergessen, der einer der besten Multitable Spieler auf der Welt ist. In Deutschland gibt es viele Spieler die auf gleich hohem Niveau spielen. Auch hier ist Jamal momentan der beste Multitable Spieler in Deutschland. Aber Timo, Marc Balic, Johannes Wahle sind die neuen kommenden Spieler. Thierry Mueller ist wahrscheinlich der beste Goalie in Deutschland, er könnte auch einer der besten im Angriff sein wenn er mehr an sich glauben würde. Deutschland hat viele gute Spieler wie Ronny Falk, Frank Brauns, Björn Hofmann, etc. Übrigens, Szule kommt nicht aus Deutschland, oder??? lol. Für mich zählt er nicht als Deutscher, für mich kommt er aus der Schweiz. Wo siehst du den Tischfussball in der Zukunft... Glaubst du Tischfussball wird jemals eine olympische Sportart werden? Ich habe keine Ahnung wie die Zukunft im Tischfussball aussehen wird, weil es einfach zu viele Faktoren gibt die eine Rolle spielen, wie z.B, Online Spiele, Poker... All diese neuen Spiele machen Spass und brauchen ihre Zeit. Es ist schwer jemanden zu sagen er soll Tischfussball spielen anstatt z.B, Call of Duty. Tischfussball hat alles was es braucht um eine Sportart wie Dart oder Snooker zu werden aber im Moment reicht es noch nicht aus. Wir werden sehen was die Zukunft bringt. Der ITSF arbeitet daran, Ich hoffe sie werden Erfolg haben. Was sind deine Pläne für die kommenden Jahre und kannst du dir eine Tätigkeit beim ITSF nach deiner Karriere vorstellen? Zunächst ist es mein Plan, mein Spiel zu verbessern, so wie immer. Ich versuche meine nächsten Spiele zu gewinnen. Wenn ich Zeit habe werde ich in der Bundesliga spielen. Ich arbeite bereits für den ITSF. Ich bin in zwei Kommissionen tätig; bei den Regeln und bei der Tisch-Technik. Mehr kann ich momentan nicht tun, ich bin zu beschäftigt. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Zukunft!
26. Februar 2010 Kannst du dich an dein allererstes Tischfussball Match erinnern und wie kamst du darauf Tischfussball zu spielen? An mein erstes Match kann ich mich nicht erinnern, wohl aber an das erste Match gegen einen „Turnierspieler“: Skender. Das war damals im alten Hinkelstein (in Hamburg) und ich dachte vorher wirklich, dass ich nicht so schlecht bin. Er hat mir damals meine Grenzen aufgezeigt :-D. Du hast inzwischen viele Pokale auf Turnieren gewonnen. Weißt du eigentlich wieviele du bereits insgesamt gewonnen hast? Ich weiß nicht, wieviele Pokale ich insgesamt gewonnen habe, würde aber auf mindestens 200 Pokale tippen. Zu Hause stehen nur die Pokale, wo mir die Siege besonders wichtig waren und natürlich meine Medaillen, die man beim ITSF anstatt von Pokalen erhält. Wer ist für dich momentan der beste Tischfussball-Spieler? Für mich ist immer noch Frédéric Collignon der beste Spieler. Auf allen Tischen so eine Leistung zu bringen, ist wirklich unglaublich. Sicher kommen da Spieler nach wie Ryan Moore, Tony Spredeman, aber eine Dominanz über alle Tische hat eben nur Frédéric. Du bist neulich in Nantes Weltmeisterin im Damen Doppel- und Einzel geworden. Wie bewertest du diesen Erfolg? Für mich war das, nach meinem ersten Deutschen Meister Titel 1999, mit Abstand mein größter Erfolg. Der natürlich eine sensationelle Saison 2009 gekrönt hat. Was war dein emotionalster Erfolg im Profi-Tischfussball? Zu einem meiner emotionalsten Erfolgen gehört auf jeden Fall der Sieg dieses Jahr im Damen-Einzel und Damen-Doppel. Emotional war der Sieg mit dem Damen-National-Team letztes Jahr in Nantes der schönste. Was war deine schlimmste Niederlage auf einem Turnier? An meine schlimmste Niederlage kann ich mich nicht erinnern. Verlieren macht nie wirklich Spaß, aber es bringt einen weiter und man lernt eine Menge daraus über das Spiel, sich selber und oftmals auch über den Gegner. Wie oft trainierst/spielst du Tischfussball wenn du mal nicht auf Turnier-Reisen bist? Letztes Jahr habe ich 3-5 Tage die Woche trainiert. In 2010 habe ich das Pensum etwas verringert, da ich zurzeit Probleme mit meiner Schulter habe. Sobald ich die los bin, werde ich das Pensum wieder erhöhen. Hast du bei dir zu Hause Kickertische? Nein, ich hab keinen Kicker Zuhause. Ich glaube, meine Nachbarn würden das nicht so toll finden. Als ich angefangen habe zu spielen, hatte ich einen Tornado und irgendwann mal einen P4P, aber mir macht das Training unter Menschen einfach mehr Spaß, als alleine Zuhause. Sind Männer die besseren Tischfussball-Spieler weil sie mehr Kraft in den Armen haben? Ich glaube, das ist wie in jedem Sport, durch die Schnelligkeit und Kraft, sind die Männer in der Spitze einfach überlegen, auch beim Tischfussball. In letzter Zeit spielst du auf Turnieren mit Frédéric Collignon im Mixed zusammen. Wie ist diese Tischfussball-Partnerschaft zustande gekommen? Frédéric und ich kennen uns schon viele Jahre und als ich ihn Anfang 2009 gefragt hatte für das Garlando WCS in Tulln, hat er mich gleich für alle Turniere verhaftet ;-). Vorne an der Drei schießt du bekanntlich am häufigsten den Jet. Worauf achtest du um die Lücke zu finden... gibt es da etwas besonderes worauf du dich konzentrierst? Wenn ich den Ball auf der Drei habe, dann schaue ich mir an, wie der Torwart steht und entscheide mich für eine Lücke. Ich warte dann auf die Lücke und wenn diese dann auf ist, versuche ich diese zu treffen. Und wie sieht es beim Blocken an der Fünf aus... Kannst du anderen Tischfussball-Spielern Tipps geben worauf man achten sollte um einen Pass erfolgreich zu blocken? Ich versuche immer sehr schnell herauszufinden, welches der Lieblingspass des Gegners ist. Dieser kommt dann meistens, wenn der Druck beim Gegner hoch ist (z.B. beim Matchball). Ansonsten achte ich auf Kleinigkeiten: lässt er den Ball schneller laufen, wenn er zur Bande passen will, als wenn er ins Feld passen will macht er andere Bewegungen bei einem anderen Pass ist der Punkt von dem aus der Pass gespielt wird gleich, oder unterscheidet der sich Auf welchem Tisch spielst du am liebsten? Ganz klar: Tecball Glaubst du, Tischfussball wird jemals eine olympische Sportart werden? Ich weiß es nicht, zu mindestens könnten wir es schaffen, dass es vielleicht als Sportart anerkannt wird und evtl. mehr Sendezeit (DSF, Eurosport) bekommt, als es zurzeit der Fall ist. Der ITSF ist auf einem guten Weg, aber bis dass es olympisch wird, da bin ich mir ziemlich sicher, vergehen mindestens noch 100 Jahre ;-), schade eigentlich. Was sind deine Pläne für die kommenden Jahre? Die Turniere zu gewinnen, die ich noch nicht gewonnen habe: Bonzini WCS, Garlando WCS, Tornado WCS und natürlich auch den Titel in Nantes zu verteidigen. Im Offenen Doppel würde ich mich gerne in den Top 15 festbeißen. Schauen wir mal, da gibt es noch so einiges. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für Deine Zukunft!
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