Klaus Gottesleben äußerst sich über die Corona Krise und ihren Einfluss auf den Tischfussball

 

Lieber Klaus, du bist nun seit ca. 18 Jahren Präsident des Deutschen Tischfussball Bundes. Die Corona Krise hat den Tischfussball fest im Griff. Gab es zu Deiner Amtszeit eine vergleichbare Situation?
Den DTFB trifft die aktuelle Krise genauso unerwartet wie uns alle in der Gesellschaft und auch allgemein im Sport. Nichts ist mehr wie es war. Viele Menschen kämpfen um ihre Gesundheit und ihre Existenz. Das Virus hat in kurzer Zeit viel verändert.   

Welche Auswirkungen hat Covod19 auf die aktuelle Tischfussball Lage in Deutschland und glaubst du, dass sie negative Auswirkungen auf den Tischfussball in Deutschland haben wird?
Im gesamten deutschen Tischfußballsport pausiert der Spielbetrieb. Das gilt für alle nationalen und regionalen Ligen ebenso wie für den kompletten Turnierbereich. Bei einem Sport, der das Miteinander und die Gemeinschaft so ausgeprägt wie Tischfußball bedingt, ergibt sich das zwangsläufig.

Positiv überrascht bin ich von der Kreativität und dem Improvisationstalent innerhalb unserer Strukturen. Das Angebot an Online-Aktivitäten zum Training, zum Austausch oder auch einfach nur zum Anschauen und Genießen explodiert förmlich. Und in vielen Vereinen halten die Vereinsmitglieder virtuell untereinander Kontakt. Dabei eint alle ein Wunsch – gemeinsam wieder am Kickertisch zu stehen, miteinander zu spielen, zu lachen und dabei das Geräusch zu genießen, wenn der Ball im Tor einschlägt.

Ich sehe keinen Grund, warum die aktuelle Krise sich negativ auf unseren Sport auswirken sollte. Im Gegenteil. Ich glaube, dass die Menschen zukünftig noch intensiver das gesellige Treiben an einem Kickertisch genießen möchten.       

Hat die Corona Krise negative Auswirkungen auf die finanzielle Lage des DTFB?
Auch bei uns wirkt sich die aktuelle Situation negativ auf das Finanzielle aus. Das ist jedoch nicht existenzbedrohend, da wir gewohnt sind, mit überschaubaren finanziellen Mitteln zu agieren. Unsere Angestellten können wir vorerst ohne Einschränkungen beschäftigen.

Extrem dankbar und auch ein wenig berührt bin ich von der Treue unserer Partner. Obwohl auch für sie diese Zeiten nicht einfach sind, unterstützen sie uns weiterhin vollumfänglich und halten uns damit den Rücken frei. Es ist schön, dass unsere drei wichtigsten Premiumpartner Gauselmann, Leonhart und Ullrich, die allesamt seit mehr als 10 Jahren treu an unserer Seite stehen, auch in dieser Situation wie selbstverständlich zu uns halten.  

Wie siehst du die Lage bei den Kicker-Vereinen, die momentan fast keine Einnahmen haben? Werden alle Vereine die Krise überleben?
Von vielen Vereinen erhalte ich die Info, dass die Mitglieder sich ihrer Verantwortung bewusst sind und sich solidarisch verhalten. Alle unterstützen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Daher bin ich hoffnungsfroh, dass unsere Vereine diese schwierige Phase überstehen werden. Und vermutlich wird an der ein oder anderen Stelle die durch den fehlenden Sportbetrieb eingesparte Energie dafür genutzt, sich neu aufzustellen, um schon bald mit frischem Schwung durchstarten zu können.

Wie wirkt sich die Corona Krise auf die aktuelle Bundesliga Saison aus?
Ich glaube, es gibt kein Szenario, das wir noch nicht durchgespielt haben. Also zumindest theoretisch sollten wir gut vorbereitet sein. Aber in letzter Instanz sind wir natürlich von der weiteren Entwicklung abhängig und ganz besonders davon, was die zuständigen Behörden erlauben bzw. empfehlen.

Daher wäre jegliche Aussage in der aktuellen Situation wilde Spekulation. Aber eine Sache steht fest: Oberste Priorität für uns hat nach wie vor die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Aktiven.

Und bis es wieder los geht, wünsche ich allen Freundinnen und Freunden des Tischfußballsports ausreichend Geduld und viel Kraft, diese Krise zu überstehen. Gemeinsam für uns Alle. Bleibt gesund!