Tischkicker Kaufberatung Drucken E-Mail

Die Anschaffung eines Kickertischs für den Heimgebrauch will wohl überlegt sein. Nur schwer überschaubar erscheint die Vielzahl an Herstellern und Tischmodellen, außerdem werden mitunter recht stolze Preise verlangt. Mit dieser Kaufberatung möchten wir etwas Licht ins Dunkel bringen und Euch helfen, die richtige Wahl zu treffen. Auf dem deutschen Markt hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan. Neben dem langjährigen Platzhirsch Leonhart konnten sich einige andere Firmen etablieren und mit hochwertigen sowie auch mit günstigen Modellen für frischen Wind sorgen. Das gesamte aktuelle Angebot lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

Professionelle Tische: Sie genügen höchsten Ansprüchen, kosten dementsprechend viel Geld und werden in den diversen deutschen Turnierserien und Tischfußballligen eingesetzt. Der Neupreis dieser Tische liegt bei 899 bis 1665 €.

Hobbytische: Sie sind etwas erschwinglicher als die Profi-Tische, dafür jedoch auch nicht so hochwertig. Trotzdem sind auch sie solide und rundum zufriedenstellend. Preislich liegen diese Tische zwischen 400 und 800 €.

China-Kracher: Diese extrem billigen Tische (ca. 50-300 €), die häufig in Fern-Ost hergestellt werden, findet man massenhaft bei ebay. Sie sind ihr Geld nicht wert, da sie meistens aufgrund minderwertiger Qualität, schlechter Verarbeitung und eines zu geringen Gewichts enttäuschen. Von einem Kauf raten wir dringend ab, hier gilt das alte Sprichwort: Wer billig kauft, kauft zweimal!

 

1. Professionelle Tische

In Deutschland gibt es aktuell zwei große Institutionen, die Tischfußball als Sport fördern und Turniere sowie Ligen organisieren: den Deutsche Tischfußballbund e.V. (DTFB) und die Players 4 Players Tischfußballvereinigung e.V. (P4P).

Auf den Veranstaltungen des DTFB und von P4P kommen ausschließlich professionelle Tische zum Einsatz, die sich durch eine sehr gute Verarbeitung, Stabilität und einen äußerst geringen Wertverlust auszeichnen. Allesamt ermöglichen sie die Erlernung und präzise Umsetzung der gängigen Spieltechniken. Die P4P-Tour als renommierteste deutsche Turnierserie wird seit 2011 auf dem Ullrich-P4P Tournament gespielt, während der DTFB gleich sieben Tischmodelle von vier unterschiedlichen Herstellern für seine Ligen und Turniere zugelassen hat. Eine Übersicht bietet folgende Tabelle:

 

Firma

Tisch

Variante A) Flaches Tor

Variante B) Hohes Tor

Preis neu
(in Euro)

Preis turniergebraucht
(in Euro)

Ullrich

Ullrich-P4P Tournament (DTFB-Bezeichnung Ullrich-Kicker Tournament)

x

Torhaube nach DTFB-Norm für 178 € für 2 Stck.

1449

1299

Ullrich

Ullrich-Kicker Pro Sport

 

x

1299

?

Leonhart

leo_pro_tournament (ITSF)

 

x

1280

1060

Leonhart

leo.soccer.tournament

x

 

1088/1460(?)

?

Lettner

Lettner Evolution

x

 

1410

 

Lettner

Lettner Coupé

 

x

1510

?

Bonzini

Bonzini ITSF B90 (ITSF)

 

x

1769

?

Fireball

Fireball Classic International ITSF (ITSF)

x

 

899

?

(Stand April 2012, alle Angaben ohne Gewähr)

 

Alle diese Tische der Hersteller Ullrich, Leonhart, und Lettner stehen in der Tradition des Löwen Soccer Classic, fallen unter die Kategorie der deutschen Soccertische und spielen sich deshalb abgesehen von feineren Nuancen sehr ähnlich. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sollte die Umstellung von einem dieser Tischmodelle auf ein anderes problemlos vonstatten gehen. In der Tabelle sind zwei Varianten von Soccertischen aufgeführt: Die Variante A) mit flachem, 20,5 cm breitem Tor (Spielfeldmaße 120 x 68 cm), und die Variante B) mit hohem, 20 cm breitem Tor (Spielfeldmaße 111,3 x 68 cm). Beim DTFB sind beide Varianten zugelassen, während auf der P4P-Tour nur der Ullrich-P4P-Tournament in Variante A) bespielt wird.

Drei der Tische aus der Tabelle besitzen eine Zulassung vom Weltverband ITSF (International Tablesoccer Federation): Der leo_pro_tournament, der Fireball und der französische Bonzini. Fireball und Bonzini fallen etwas aus dem Rahmen, da sie beides keine klassischen Soccertische sind. Der Bonzini ist mit Metallfiguren und Teleskopstangen ausgestattet. Aufgrund seiner geringen Verbreitung in Deutschland ist von einem Kauf eher abzuraten. Der Fireball hingegen ist ein nur vom ITSF zugelassener Tisch, der (noch?) nicht zu den offiziellen DTFB-Tischen gehört. Die Eigenarten des Fireball werden weiter unten beschrieben.

Ein wenig günstiger wird es, wenn man sich anstatt eines neuen Kickertischs ein turniergbrauchtes Exemplar kauft. Diese Tische, die nach dem Einsatz auf Turnieren verkauft werden, kosten ca. 150 € weniger als nagelneue Tische. So ist ein Ullrich-P4P-Tournament beispielsweise für 1299 € statt 1449 € zu haben. Diese Kicker können direkt nach Turnieren erworben und mitgenommen werden, sind aber in der Regel auch beim jeweiligen Hersteller zu ordern. Die genauen Preise könnt Ihr bei den Herstellern und Turnierveranstaltern in Erfahrung bringen.

Auf dem Gebrauchtmarkt sind zur Zeit außerdem zwei Tischmodelle von der Firma Lehmacher besonders attraktiv. Der ML Tournament (auch ML Professional, ehemals P4P Tournament) war bis 2010 der offizielle Turniertisch der P4P-Turnierserie. Aufgrund des Wechsels zu Ullrich zur Spielsaison 2011 verkaufen nun viele Turnierspieler ihre privaten Lehmachertische zu verhältnismäßig günstigen Konditionen. Für um die 1000 € erhält man gepflegte Tische allerhöchster Qualität, deren Neupreis bei 1665 € liegt. Gleiches gilt auch für den Tecball Pro von Lehmacher, der vor kurzem seine ITSF- und DTFB-Lizenz verloren hat.

Neben den Turniertischen bieten die Hersteller auch preiswertere Trainingstische an, die einen leichteren Korpus besitzen und nicht mit einem Münzer ausgestattet sind. Diese so genannten Homeversionen bewegen sich preislich immer noch in höheren Sphären um die 900 €. Ein leo_soccer_home kostet beispielsweise 840 €, ein Tecball Semi 899 € und ein leo_pro_sport 960 €.

 

2. Hobbytische
Mit dem nötigen Kleingeld bekommt man also qualitativ hochwertige Tische bekannter Markenhersteller, an denen der Spielspaß garantiert ist. Mittlerweile gibt es jedoch einige günstigere Alternativen, über die es sich ebenfalls nachzudenken lohnt.

 

Firma

Tisch

Preis neu (in €)

Ullrich

Kicker Home

399 - 714

Kicker-Klaus

Vector III

599

KnalldenBall

KnalldenBall

689

Fireball

classic

759,99

Tuniro

Diverse Tische

189,99 - 579

(Stand April 2012, alle Angaben ohne Gewähr)

 

Bei diesen Hobbytischen handelt es sich um normale Soccertische (Variante A), mit Ausnahme des Fireball classic. Wie auch der ITSF-Fireball hat er zwar ebenfalls flache, 20,5 cm große Tore, seine Figurenform weicht hingegen etwas von der in Deutschland üblichen Soccerpuppe ab, erlaubt jedoch ebenfalls ein präzises Handling. Das Spielgefühl auf einem Fireball-Tisch unterscheidet sich allerdings von den üblichen Soccertischen. Bevor man sich diesen Tisch zulegt, ist es also ratsam, ihn erst einmal probezuspielen. Und wer auf seine Soccerpuppen nicht verzichten will, kann auch einen Nachrüstsatz mitbestellen.

Im Segment der Hobbytische ist der Ullrich Kicker Home hervorzuheben, der mittlerweile das Sigel „Made in Germany“ trägt. Dieser Tisch wurde in Anlehnung an die Profitische entwickelt, muss vom Käufer selbst zusammengebaut werden und besitzt mit 100 kg ein absolut ausreichendes Gewicht. Im Preis-Leistungsverhältnis ist er eine gute Alternative, erreicht aber nicht die Qualität eines Profitischs. Um jedoch dem Ullrich P4P-Tournament etwas näher zu kommen, kann man gegen Aufpreis diverse Komponenten wie zum Beispiel Stangen, Figuren und Spielfeld des Ullrich Homes aufrüsten und auch die Vormontage bezahlen.

Ebenso beim Kauf eines KnalldenBall oder Vector III macht man nichts falsch, wenn man nicht unbedingt einen Profitisch besitzen muss.

Wem gute Tischqualität nicht allzu wichtig und auch der Ullrich Home zu teuer ist, kann auf die günstige Produktpalette der Firma Tuniro (Link: http://www.maxstore.de/Freizeit/Tischfussball/Kickertische-1) zurückgreifen. Die teilweise Verwendung von Teleskopstangen macht diese Tische vor allem für Kinder attraktiv, da hier die Verletzungsgefahr verringert wird.

 

3. Die Qual der Wahl

Soviel also zu den zur Zeit gängigsten Modellen auf dem deutschen Kickertischmarkt. Für welchen Kicker Ihr Euch aber letztendlich entscheidet, hängt von einer wichtigen Frage ab:

Was wollt Ihr mit dem Tisch anfangen? Steht etwa das Training für Turniere und Liga im Vordergrund, oder sucht Ihr nach einem Kickertisch für die hauseigene Kellerbar, um bei Bier und Brezeln mit Freunden vergnügliche Abende zu verbringen? Vielleicht wollt Ihr ja trainieren, um endlich die arroganten Lokalmatadore Eurer Stammkneipe wegzufegen, oder Ihr sucht einen Tisch für Eure Kinder? Bevor Ihr also überstürzt irgendeinen Kicker ordert, solltet Ihr Euch über die Motivation bewusst werden und dabei auch das Suchtpotenzial dieses faszinierenden Spiels bedenken. Analog zu den Tischkategorien Profitisch und Hobbytisch kann man grob von zwei Spielertypen ausgehen: auf der einen Seite die Turnier- und VereinsspielerInnen, und auf der anderen Seite die Hobby- und KneipenspielerInnen.

Gehört ihr zur ersten Gruppe und wollt Euch einen Tisch kaufen, um für größere Turnierserien oder eine Liga zu trainieren, dann sollte es auch ein Kicker aus dem Profisegment sein, und zwar möglichst genau das Modell, auf dem Ihr auch die meisten Wettkämpfe austragt.

Ihr spielt gerne in der Kneipe und seid davon so begeistert, dass ein eigener Tisch ins Haus muss? Als Hobbyspieler habt Ihr eine breitere Auswahl an möglichen Tischen als die Vereinsspieler, da ihr nicht zwingend das betreffende Turnier- bzw. Ligamodell braucht. Wer das erforderliche Geld investieren kann, der sollte sich natürlich einen der oben genannten Profitische anschaffen. Doch auch die Hobbytische für den etwas schmaleren Geldbeutel bereiten (Spiel-)Freude. Die günstigsten Tische fangen bei Maxstore und Ullrich an.

 

Wir hoffen, dass diese Kaufberatung Euch bei der Entscheidungsfindung geholfen hat. Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Es ist immer ratsam, Tischmodelle vor dem Kauf auszutesten. Macht mit Euren Freunden eine kleine Kickerkneipentour, besucht den ortsansässigen Tischfußballverein, oder schaut in einem der Werke oder einer der Verkaufsstellen der jeweiligen Hersteller vorbei. Auf diese Weise könnt Ihr herausfinden, ob die ins Auge gefassten Tische Euch wirklich überzeugen. Besonders der Besuch eines Vereins ist zu empfehlen, da Ihr dort kompetente Ansprechpartner findet, die Euch sicher weiterhelfen. Und natürlich könnt Ihr Euch auch gerne an unsere hilfsbereite Forumscommunity mit ihrem geballten Expertenwissen wenden.

 

Viel Erfolg bei der Suche... und danach natürlich viel Spaß mit dem Tisch!

 

 
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