| Ist die Begeisterung für Tischfußball
als Hobby oder Sport erst einmal entfacht, kommt schnell der Wunsch
nach einem eigenen Kickertisch auf. Angesichts der unüberschaubaren
Vielzahl an Modellen und Herstellern und der teilweise recht stolzen
Preise will ein Tischkauf wohl überlegt sein. Mit dieser Kaufberatung
möchten wir etwas Licht ins Dunkel bringen und Euch dabei helfen,
die richtige Wahl zu treffen.
Generell gilt für einen Kickertisch natürlich, je teurer desto
besser. Mit dem nötigen Kleingeld bekommt man qualitativ hochwertige
Tische bekannter Markenhersteller, an denen der Spielspaß garantiert
ist. Mittlerweile gibt es jedoch einige günstigere Alternativen,
die frischen Wind in den Markt gebracht haben und über die es sich
ebenfalls nachzudenken lohnt.
Beim Kauf eines Kickers ist neben dem finanziellen Aspekt eine zentrale
Frage ausschlaggebend: „Was will ich mit dem Tisch anfangen?“
Steht etwa das Training für Turniere und Liga im Vordergrund, oder
sucht Ihr nach einem Tisch für die hauseigene Kellerbar, um bei
Bier und Brezeln mit Freunden vergnügliche Abende zu verbringen?
Vielleicht wollt Ihr ja die arroganten Lokalmatadore eurer Stammkneipe
endlich wegfegen, oder Ihr sucht einen Tisch für eure Kinder? Bevor
Ihr also überstürzt irgendeinen Tisch ordert, solltet Ihr
euch über Eure Motivation bewusst werden, und dabei auch das „Suchtpotenzial“
dieses faszinierenden Spiels bedenken. Grob gesehen kann man von zwei
Spielertypen ausgehen; auf der einen Seite Turnier- und VereinsspielerInnen,
und auf der anderen Seite Hobby- und KneipenspielerInnen.
Turnier- und Vereinsspieler
Wenn Ihr Euch einen Kickertisch kaufen wollt, um für größere
Turnierserien oder eine Liga zu trainieren, dann begrenzt sich das Feld
(aus deutscher Sicht) im Grunde genommen auf drei Tischmodelle. Entscheidend
ist nämlich, dass Ihr möglichst auf genau demjenigen Tisch
trainieren könnt, auf dem die jeweiligen Turnier- und Ligaspiele
ausgetragen werden. In Deutschland gibt es zwei Institutionen, die Tischfußball
als Sport fördern und Turniere bzw. Ligen organisieren:
Die „Players 4 Players Tischfußballvereinigung e. V.“
veranstaltet mit der P4P-Tour die größte deutsche Turnierserie.
Unabhängig davon ist der „Deutsche Tischfußballbund“
mit seinen derzeit zehn Landesverbänden das deutsche Mitglied der
„International Tablesoccer Federation“ und organisiert die
Tischfußball-Bundesliga. Die dem DTFB angeschlossenen Landesverbände
wiederum betreiben regionale Ligen.
Auf der P4P-Tour wird auf dem P4P Tournament von der Firma
Lehmacher gespielt, während der Tecball Tournament (ebenfalls
Lehmacher) und der Leonhart Tournament (von der gleichnamigen
Firma Leonhart) die offiziellen Tische des DTFB sind. Diese drei Modelle
stellen sozusagen die „Königsklasse“ der deutschen
Kickertische dar. Sie zeichnen sich durch sehr gute Verarbeitung, Stabilität,
und einen äußerst geringen Wertverlust aus und ermöglichen
die präzise Umsetzung gängiger Spieltechniken. Im Prinzip
nehmen sich die drei Tische nicht viel: Der Tecball und der
Leonhart sind bis auf die Korpuskonstruktion identisch, und
beide weisen zum P4P-Tisch nur geringe Unterschiede auf. So
ist die Umstellung von einem der Modelle auf ein anderes ohne größere
nennenswerte Einbußen möglich. Die feineren Unterschiede
der Tische machen sich jedoch bemerkbar, wenn man die höheren Weihen
des Kickersports erhalten hat.
Der aktuelle P4P-Tisch und auch der Tecball werden
seit 2006 angeboten, der Leonhart kam in diesem Jahr (2007)
auf den Markt.
Die Qualität dieser Sportgeräte schlägt sich natürlich
im Preis nieder: Ein neuer P4P kostet 1445 €, ein Tecball
1445 € und ein Leonhart 1450 €. Mit Versandkosten
(ca. 80 €), Bällen und anderem Zubehör hat mal schnell
die 1500 €-Schallmauer überschritten. Ein wenig günstiger
wird es, wenn man sich ein „turniergebrauchtes“ Exemplar
kauft: Diese Tische, die nach dem Einsatz auf Turnieren verkauft werden,
kosten ca. 150 – 200 € weniger als nagelneue Tische. So ist
ein P4P-Turniertisch beispielsweise für 1260 € zu
haben. Die turniergebrauchten Tische können direkt nach Turnieren
erworben und mitgenommen werden, sind aber auch beim jeweiligen Hersteller
zu ordern.
Außerdem werden neben den Turniertischen preiswertere Trainingstische
angeboten, die eine leichtere Korpuskonstruktion besitzen. Diese so
genannten „Homeversionen“ bewegen sich jedoch preislich
immer noch in höheren Sphären: Ein P4P-Homesoccer
kostet 847 €, ein Tecball Semi Pro 800 € und ein
Leonhart Sport 940 €. Die beiden Letztgenannten warten
übrigens mit einem stabileren und schwereren Korpus als der P4P-Homesoccer
auf.
Für Mitglieder des DTFB sind die Turnier- und Trainingsgeräte
von Leonhart und Tecball übrigens zu Sonderkonditionen erwerbbar.
Beim P4P besteht außerdem noch eine weitere Alternative:
Zu dem aktuellen Modell gibt es ein Vorgängermodell, das man auf
dem Gebrauchtmarkt findet, und das auch noch als ML Turnier hergestellt
wird. Eine Neuanschaffung ist hier jedoch nicht sehr sinnvoll, da der
Tisch bei einem etwas instabileren Korpus auch noch teurer als das aktuelle
Modell ist.
Wer Wert auf einen qualitativ guten Kickertisch legt, sich weiterentwickeln
möchte und eventuell irgendwann in einer Liga oder auf Turnieren
spielen möchte, kommt an einen dieser Tische nicht vorbei.
Hobby- und Kneipenspieler
Ihr spielt gerne in der Kneipe und seid so begeistert, dass ein eigener
Tisch ins Haus muss? Als Hobbyspieler habt Ihr eine breitere Auswahl
an möglichen Tischen als die Vereinsspieler, da ihr nicht zwingend
das betreffende Turnier- bzw. Ligamodell braucht. Wer das erforderliche
Geld investieren kann, der sollte sich natürlich einen der drei
oben genannten Turniertische (P4P, Tecball, Leonhart) anschaffen.
Doch auch für den etwas schmaleren Geldbeutel gibt es Tische, die
(Spiel-)Freude bereiten:
Für 600 € ist zum Beispiel der Fireball-Homesoccer
zu haben. Die Bezeichnung „Homesoccer“ ist hier ein wenig
irreführend, handelt es sich bei dem Tisch doch mit seinen 120
kg um einen schweren und soliden Kicker. Seine Figurenform weicht etwas
von der in Deutschland üblichen Soccerpuppe ab, erlaubt jedoch
ebenfalls ein präzises Handling. Wer jedoch auf seine Soccerpuppen
nicht verzichten will, kann einen Nachrüstsatz mitbestellen.
Der zweite, noch günstigere Tisch ist der Ullrich-Kicker,
der in China produziert wird. Dieser Tisch wurde in Anlehnung an die
Kicker von Lehmacher und Leonhart entwickelt und kostet 380 - 400 €.
Er muss vom Käufer selbst zusammengebaut werden, und besitzt mit
100 kg absolut ausreichendes Gewicht. Dieser Tisch ist eine gute Alternative
bezogen auf das Preis- Leistungsverhältnis, erreicht aber nicht
die spielerische Qualität eines Leonhart- bzw. Lehmachertisches.
An dritter Stelle wäre außerdem die Firma Tuniro zu nennen.
Sie bietet eine breite Palette an günstigen Tischen an, die preislich
zwischen 200 € und 390 € liegen. Die teilweise Verwendung
von Teleskopstangen macht diese Tische vor allem für Kinder attraktiv,
da eine geringere Verletzungsgefahr besteht.
Man muss sich allerdings nicht zwingend auf fabrikneue Geräte beschränken:
Dank ihrer soliden Konstruktion haben Kickertische in der Regel eine
lange Lebensdauer, weshalb auch gebrauchte Tische attraktiv sein können.
Diese Tische sollte man sich am Besten vor dem Kauf anschauen, um keine
bösen Überraschungen zu erleben.
Eine Anlaufstelle für Second-Hand-Tische im Internet ist das bekannte
Auktionshaus „eBay“. Dort findet man unter Stichworten wie
„P4P“, „Lehmacher“, „Tecball“, „Leonhart“,
„Leonhart Soccer“, „Löwen Kicker“ und „Löwen
Soccer“ Tische verschiedener Hersteller und Lebensjahre. Teilweise
gehen die Tische, vor allem ältere Leonhart- und Löwentische,
zu etwas überhöhten Preisen über die virtuelle Ladentheke.
Bevor man 700 € für einen Löwen Classic berappt,
der eine zehnjährige Kneipenkarriere hinter sich hat, sollte man
doch eher über einen Fireball Homesoccer (600 €)
nachdenken oder für zusätzliche 100 € den Sprung zum
Tecball Semi Pro wagen.
Dringend abzuraten ist von den vielen billigen Kickertischen aus Fern-Ost,
die bei eBay zwischen 50-300 € angeboten werden! Diese Tische enttäuschen
meistens aufgrund minderwertiger Qualität, schlechter Verarbeitung,
geringen Gewichts und unzureichender Maße und Abstände.
Neben eBay finden sich auch im hiesigen Forum unter der Adresse http://forum.tischfussball-online.com/forum2.html
Forenbeiträge, in denen man Kaufgesuche und Verkaufsangebote findet.
Hohl- oder Vollstangen?
Die deutschen Soccertische der Firmen Löwen, Leonhart und Lehmacher
unterschieden sich bis vor kurzem in einem wichtigen Detail von den
Tischen anderer internationaler Hersteller. Sie waren mit massiven Vollstahlstangen
ausgerüstet, während im Rest der Kickerwelt auf leichteren
Hohlstangen gespielt wurde. Ende 2006 vollzog sich dann eine Angleichung
an diesen internationalen Standard: P4P-, Tecball- und Leonhart-Tische
werden seitdem mit Hohlstangen bestückt.
Den Vollstangen wurde bis dahin der Vorzug gegeben, da sie dem rauen
Kneipenspiel besser gewachsen schienen und sich schwerer verbiegen lassen
als die Rohrvariante. Bei der Umstellung war deshalb entscheidend, eine
überdurchschnittlich belastbare Hohlstange zu entwickeln. Dies
konnte nach eigenen Angaben von Lehmacher und Leonhart verwirklicht
werden, schlägt sich jedoch deutlich im Preis nieder: Eine High-Power-Hohlstange
von Lehmacher kostet „schlappe“ 42 €, ein ganzes Set
folglich 336 €. Angeboten werden von beiden Herstellern ebenfalls
„normale“ Hohlstangen zu je 18 €.
Über die Auswirkungen auf die Spieltechnik der beiden Stangenarten
wird leidlich gestritten. Fest steht hierbei, dass das Spielen auf Hohlstangen
wesentlich Kräfte schonender ist und sich die Schuss- und Passtechniken
etwas leichter erlernen lassen.
Auch im Kneipen- und Hobbybereich sind die Hohlstangen auf dem Vormarsch
und werden sich langfristig sicherlich durchsetzen, weshalb es auch
für HobbyspielerInnen nicht verkehrt ist, sich diese Stangen anzuschaffen.
Die Tische von Fireball und Ullrich sind ebenfalls mit Hohlstangen ausgestattet.
Auch beim Kauf eines gebrauchten Tisches ist die Stangenbestückung
zu beachten, da man eventuell selber einen Satz Hohlstangen nachkaufen
muss.
Wir hoffen, dass diese Kaufberatung Euch ein wenig
bei der Entscheidungsfindung geholfen hat. Zum Schluss noch ein kleiner
Tipp: Es ist immer ratsam, Tischmodelle vor dem Kauf auszutesten. Macht
mit euren Freunden eine kleine Kickerkneipentour, besucht den ortsansässigen
Tischfußballverein, oder schaut in einem der Werke oder einer
der Verkaufsstellen der jeweiligen Hersteller vorbei. Auf diese Weise
könnt Ihr herausfinden, ob die ins Auge gefassten Tische Euch wirklich
überzeugen. Besonders der Besuch eines Vereins ist zu empfehlen,
da Ihr dort kompetente Ansprechpartner findet, die Euch gerne weiterhelfen.
Viel Erfolg bei der Suche... und danach natürlich viel Spaß
mit dem Tisch!
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